Ein Abend mit Gänsehaut und Wohlfühl-Humor: Martin Frank kriegt in Cham alle zum Lachen

Von Anna-Maria Ascherl · 1. Februar 2026 um 16:00

Er ist ein Phänomen, das Stadthallen, Parkarenen und die Dreiländerhalle in Passau füllt: Comedian Martin Frank. Bei seinem Aufritt in Cham beweist der 33-Jährige, dass er ein Gespür dafür hat, was die Leute umtreibt. Der Bauernbua kommt an.

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„Dass er vom Bauernhof kommt, hat er wirklich gscheid oft erwähnt“, sagt jemand beim Rausgehen. Ja, das stimmt. Seine Herkunft ist für Martin Frank der Schlüssel zu seinem Humor. Ein Bauernbua aus Hutthurm bei Passau hat ein anderes Verhältnis zu Tieren als sein Spezl, der 1500 Euro für eine Katze ausgibt – die dann auch noch ohne Fell daherkommt. Wer in der Landwirtschaft aufwächst, bestellt zu seinem Kaffee eben Kuhmilch und keine Amaranth-, Soja- oder Kürbiskernmilch. Wer auf einem Hof lebt, der arrangiert sich oft mit mehreren Generationen unter einem Dach – in seinem Fall sind es sogar vier. Mit den Eigenheiten der Bewohner, dem unterschiedlichen Geruch auf allen Stockwerken oder dem Streitthema Zucker schreibt sich das Programm quasi von selbst.

Die Chamer sind ein dankbares Publikum. Viele haben die Situationen, die Frank beschreibt, selbst erlebt. Haben selbst eine Oma, die ohne Mengenangaben kocht – „das sind für sie Fake News“ –, einen Bekannten, der immer mit seinen Unverträglichkeiten daherkommt, einen Mann, der den Geschirrspüler nicht bedienen kann. Für Martin Frank übrigens ein absoluter Beziehungskiller: „Beim ersten Date sollte man jemanden vor den Geschirrspüler stellen. Und wenn jemand dreckige Unterhosen reinwirft, war’s nicht der Jackpot.“

Große Politik ist kein Thema auf der Bühne

Eines fehlt an diesem Abend: die große Politik. Und ganz ehrlich: Das tut richtig gut. Gesellschaftskritik bringt der Comedian aber trotzdem an den richtigen Stellen an. Er appelliert an sein Publikum, weniger zu granteln und für die kleinen, unscheinbaren Dinge dankbar zu sein. Und bringt gleich einige humorvolle Beispiele, die den kurz aufkommenden Ernst wieder abmildern. Viel Zeit verwendet er fürs Essen, sein Leib- und Magenthema. Und er macht neue Horizonte auf, erzählt vom Patriarchat im Hühnerstall und dem Gockel, der im falschen Körper gefangen war, von der KI im Kuhstall und der Verwechslungsgefahr, wenn auf dem Handy plötzlich Nachrichten über den Befruchtungserfolg von Regina auftauchen... Wie gesagt: Der Bauernhof bleibt immer Thema.

Wer Martin Frank kennt, der weiß, dass er nicht nur gerne spricht, sondern fast noch lieber singt. Am liebsten Opernarien. Wie er vom einen zum anderen springt, beides miteinander verwebt, ist bemerkenswert, sein Gesang eindrucksvoll. Und er bringt immer seine eigene Note ein. Funiculi Funicula – ein neapolitianisches Volkslied, hierzulande besser bekannt als „Mare, da liegt a toter Fisch im Wasser“ – wird zum Mitmachlied. Und nebenbei klärt er in einer eigenen Version höchst amüsant den Mordfall am Fisch auf.

Gesanglicher Höhepunkt zum Schluss

Ein Höhepunkt kommt ganz am Schluss: Frank singt, dieses Mal auf Spanisch, ein Mann aus dem Publikum assistiert – mit zwei Löffeln, die als Kastagnetten dienen sollen.

Wer sich Martin Frank live anhören will, hat dazu am 20. und 21. Januar 2027 in Cham wieder die Gelegenheit. Dann hat der Comedian sein neues Programm „Grüße aus Allegro Süd“ dabei. Tickets gibt’s bereits unter www.faire-tickets.de.

Wer nicht so lange warten will: Der Autor hat gerade ein neues Buch veröffentlicht. „Die Letzte macht das Licht aus – Eine Hofgeschichte“ erzählt vom Ruhestand des Vaters und wie es ist, wenn die letzte Kuh den Hof verlässt.