Das Erfolgsgeheimnis von Comedian Martin Frank – und was ihn mit Toni Lauerer verbindet

Der aus dem Landkreis Passau stammende Martin Frank ist ein Ausnahmekünstler. Wo er hinkommt, sind seine Auftritte binnen kurzer Zeit ausverkauft. Doch das, was vor Kurzem in Furth im Wald (Landkreis Cham) passiert ist, kommt dann doch nicht alle Tage vor: Sein Auftritt in der Parkarena, der erst im Juli 2026 stattfindet, war innerhalb von vier Minuten ausverkauft. Ein zweiter Termin, den der Kabarettist angeboten hat, ebenso. Ein Grund, ihn nach den Gründen für seinen Erfolg zu fragen...
MZ: Die Standardfrage zuerst: Worum geht es in Ihrem aktuellen Programm: „Grüße aus Allegro Süd“?
Martin Frank: Da der Auftritt in Furth erst im Juli 2026 ist, möchte ich diese Frage noch gar nicht fix beantworten. Nicht, dass ich hier jetzt großartige Versprechungen mache und dann schaut’s am Ende doch ganz anders aus. Dann kommt noch jemand mit diesem Zeitungsausschnitt an den Autogrammtisch, deutet auf diese Zeilen und sagt: „Das hab ich aber vermisst. Ich will mein Geld zurück!“ Aber so viel sei gesagt: Ich möchte, dass die Leute am Schluss nach Hause gehen und sagen: „Das hat richtig gut getan!“
Ihr erster Auftritt in der Parkarena in Furth im Wald war innerhalb von vier Minuten ausverkauft, die Warteliste für einen zweiten Auftritt 1000 Adressen lang. Was sagt das über Sie, aber auch über das Oberpfälzer Publikum aus?
Martin Frank: Es sagt aus, dass wir uns sehr gern haben. Ich sag’ immer, nicht ohne Grund teilen sich die Oberpfälzer und die Niederbayern auf Bayern 1 die Regionalnachrichten. Aber vier Minuten kann ich immer noch nicht richtig realisieren. Ich fühl mich auch gar nicht unter Druck gesetzt. (Achtung: Ironie). Ich muss das aber auch bewundern, sich im November Karten für Juli zu kaufen, ich würde die bis dahin gar nicht mehr finden.
Ist Ihnen der große Erfolg und die Beliebtheit, die Sie genießen dürfen, manchmal unheimlich? Und wie gehen Sie damit um?
Martin Frank: Ich weiß, dass das alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist. Und genauso ist mir auch bewusst, dass sich dieses Blatt wieder wenden kann. Aber ich erinnere mich noch gut an meine Anfänge, als ich in einem alten Bahnhofsgebäude bei München auf der Bühne stand, im Publikum zehn Zuschauer saßen und in der Pause vier gegangen sind. Diese Erfahrung lässt mich ziemlich ehrfürchtig sein.
Ich habe einen Ihrer ersten Auftritte gesehen. Da ist mir aufgefallen, dass Ihre Scherze nie bösartig sind oder unter die Gürtellinie gehen. Auch Politik spielte keine Rolle. Ist das bis heute so?
Martin Frank: Ich bin jemand, der lieber böse Scherze über sich selbst macht als über andere. Die Gürtellinie ist wahrscheinlich eine Sache der Perspektive, aber ich denke, ich drücke mich oberhalb dieser Linie aus. Politik spielt in meinen Soloprogramm weiterhin keine Rolle. Gesellschaftspolitik allerdings schon. Mich interessiert mehr, wie wir Menschen miteinander agieren, und nicht, was die Tagespolitik so von sich gibt.
Gibt es generell eine „Scherzgrenze“, die Sie nicht überschreiten?
Martin Frank: Scherze über das Aussehen, die sexuelle Orientierung oder das Geschlecht finde ich ziemlich banal und derer möchte ich mich auch nicht bedienen.
Toni Lauerer, der es als Mundart-Kabarettist auch zu großer Beliebtheit gebracht hat, war bis vor Kurzem Ordnungsamtsleiter bei der Stadt Furth im Wald. Sie waren Standesbeamter in Hutthurm. Zufall? Oder haben Menschen, die in der kommunalen Verwaltung arbeiten, ein besonderes Humorpotenzial – beziehungsweise brauchen sie es vielleicht sogar?
Martin Frank: Ich sag mal so, Kreativität entsteht meistens aus Langeweile. Deshalb kann der öffentliche Dienst dahingehend schon manchmal von Vorteil sein.
Erzählen Sie doch bitte Ihren Lieblingswitz.
Martin Frank: Opa zur Oma: „Du, was gibt’s denn heut zu essen?“ Oma: „Mei … das Gleiche wie gestern!“Opa: „Ja gestern hatten wir gar nichts!“Oma: „I hab für zwei Tage gekocht!“
Aus dem Leben von Martin Frank
• Berufsbezeichnung: Martin Frank ist Comedian, Autor und an vielen Musikhochschulen abgelehnter Möchtegern-Sänger – so steht es auf seiner Website.
• Erwachsenwerden: Geboren 1992, wuchs Frank auf einem niederbayerischen Bauernhof im Landkreis Passau auf – genauer in Hutthurm.
• Werdegang: Nach einer Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten und einer einjährigen Tätigkeit als Standesbeamter besuchte er die Schauspielschule Zerboni in München.
• Persönliches: Martin Frank liebt Süßspeisen aller Art, reagiert allergisch auf Laber-Podcasts und tourt mit seinem Soloprogramm durch den gesamten deutschsprachigen Raum.
• Auftritte: Am 16. Mai und am 1. Juli tritt Frank in der Parkarena in Furth im Wald auf.
• Bücher: „Oma, ich fahr schon mal den Rollstuhl vor! Wie ich vom Enkel zum Pfleger wurde“ (Rowohlt, 2023), „Der famose Freistaat“ (Rowohlt, 2020) zusammen mit Franziska Wanninger