Ordentlich Beef mit Horst Meierhofer: Grillen beim OB-Kandidaten der FDP in Regensburg

An manchen Tagen bleibt auch Horst Meierhofer nichts erspart: Da hat es der OB-Kandidat der FDP für die Kommunalwahl am 8. März zwischen Interviews, Homeoffice und Stadtratssitzungen gerade so geschafft, für das Mittagessen mit seiner Familie einzukaufen und was müssen seine Augen da sehen? Als er vom Parkplatz des Donaueinkaufszentrums aus auf die Kreuzung mit der Frankenstraße zufährt, entdeckt er an einem Laternenmast eines seiner Wahlplakate – es hängt parallel zur Fahrtrichtung und nicht quer.
Die Konsequenz: Die vielen Autofahrer, die jeden Tag auf der Nibelungenbrücke unterwegs sind, fahren nicht frontal auf das Foto von Meierhofer zu, sondern entdecken ihn erst, wenn sie schon halb an seinem Antlitz vorbeigefahren sind. So kann das nicht bleiben.
Jetzt strahlt der Kandidat die Autofahrer wieder an
Ein Glück, dass die Ampel gerade Rot anzeigt. Meierhofer steigt aus und rückt sein Konterfei in Position. Dadurch bekommen die Autofahrer, die an der Ampel hinter ihm stehen, ein Doppelbild des OB-Kandidaten zu sehen: Den einen, der vom Plakat grinst, und den anderen, den einzig wahren Horst Meierhofer, der sein Abbild so ausrichtet, dass es wieder sichtbar wird.
Jetzt aber nichts wie ab nach Winzer! Immerhin sollen die 310 Gramm feinstes American Beef und die Garnelen im Kofferraum so schnell wie möglich auf den Rost. Schon durch die Glastüren des Wohnzimmers mit Blick auf die Obstbäume im Garten und die Winzerer Gewächshäuser ist er zu sehen: Meierhofers knallroter Kamado Joe, ein Grill aus Keramik. „Das funktioniert wie ein Römertopf. Die Keramik hält die Wärme“, erklärt er und schüttet Holzkohle in den Hohlkörper. Während der sich auf über 230 Grad aufheizt, kümmert Meierhofer sich um die Beilagen.
Jetzt sind sie fast ein wenig zu dunkel. Die sollten nur glasig werdenHorst Meierhofer, OB-Kandidat der FDP in Regensburg
Für ein Chutney gibt er Zucker, Salz, Rotweinessig und ein Lorbeerblatt zu gehobelten roten Zwiebeln und brät sie an. „Jetzt sind sie fast ein wenig zu dunkel. Die sollten nur glasig werden“, sagt Meierhofer. Er dreht den Knopf für das Gaskochfeld ein wenig herunter und wirft ein paar Zweige Thymian in den Topf.
Während das Chutney köchelt, widmet Meierhofer sich dem Gemüse: Er schnibbelt die Zucchini und die Paprika für den Grill sowie die Gurke und die Avocado für den Salat. „Beim Kochen denke ich an nichts anderes. Es ist entspannt und wenn alles gut läuft, kommt etwas Gutes dabei raus“, sagt er.
Ansonsten ist der Mann deutlich rasanter unterwegs: Mit großen Schritten zieht er im Supermarkt am Kühlregal vorbei, vor dem eine Kundin noch überlegt, welchen Joghurtbecher sie nun in den Einkaufswagen legen soll. Meierhofer arbeitet seine Einkaufsliste dagegen innerhalb weniger Minuten ab. Mit seinem Dienstwagen macht er um die 65 000 Kilometer im Jahr. Denn er arbeitet als Geschäftsführer des Landesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft Hessen/Rheinland-Pfalz in Mainz. Der Verband kümmere sich um die Fortbildungen, den Austausch oder um das politische Lobbying von Firmen, die mit der Rewag vergleichbar seien, erklärt Meierhofer.
Das Pendeln zwischen Regensburg und Mainz
Seine Aufgabe als Geschäftsführer sei es, die Aktivitäten zu koordinieren oder den Kontakt zu den Mitgliedern zu halten. Das könne er bis zu 40 Prozent seiner Arbeitszeit im Homeoffice machen. Und so geht es für Meierhofer einmal in der Woche von Regensburg nach Mainz und wieder zurück.
Hier, in Winzer, leben die Familie sowie die beiden Katzen Elvis und Edda in einem Haus mit mehreren großen Esstischen für die Meierhofers und ihre Gäste sowie den Bildern des Regensburger Künstlers Nico Sawatzki an der Wand. In Mainz hat sich Meierhofer eine kleine Wohnung in der Innenstadt gemietet. „So liebevoll eingerichtet wie hier ist das nicht. Da bin ich zum Schlafen“, sagt er und blickt auf einige Urlaubserinnerungen, die in der Küche an der Wand hängen.
Zur Person
• Wer? Horst Meierhofer (53)
• Was? OB-Kandidat der FDP und Geschäftsführer des Landesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft Hessen/Rheinland-Pfalz
• Wichtigstes Ziel nach der Wahl? Dass wir im Bildungs- und Schulbereich investieren und die maroden Schulen sanieren.
• Warum sollen wir Sie wählen? Weil ich aufgrund meiner Erfahrung und Positionierung in der Mitte in der Lage bin, unterschiedliche Interessen zusammenzubringen und die Verwaltung nicht nur moderieren, sondern auch Entscheidungen treffen würde.
• Das Foto: Entstand beim Grillen in Winzer.
Das Pendeln liefere einen Vorteil: Die Arbeit und das politische Engagement seien strikt getrennt. Durch seinen Sitz im Aufsichtsrat der Rewag erhalte er dennoch tiefe Einblicke in die Interessen von Unternehmen wie diesem, was ihm beruflich helfe. „Außerdem war das bei mir nie anders: Ich habe schon in Augsburg gearbeitet, dann im Bundestag in Berlin und jetzt eben da“, erklärt er. Die Sitzungen im Stadtrat, wo er seit 24 Jahren vertreten ist, teile er sich je nach Präsenz in Regensburg mit seiner Kollegin Gabriele Opitz auf.
Vor der Sitzung des Stadtrates, die für diesen Nachmittag anberaumt ist, soll es nun Mittagessen geben: Der Salat und der Brotkorb mit dem Baguette stehen bereit, der Tisch ist gedeckt. Meierhofer stellt die gusseiserne Schale, in der das Grillgemüse dampft und brutzelt, auf eine Baumscheibe mit Rinde.
Die Dry Aged-Lende hat von einigen Minuten auf dem Grill dunkle Streifen bekommen. Beim Aufschneiden entdeckt der OB-Kandidat ihre rosafarbene Mitte. „Höchstens medium“ – so wie Meierhofer es liebt. Er greift in ein Töpfchen, auf das jemand Wellen gemalt hat, und verteilt das Meersalz aus dem Handgelenk auf dem Fleisch, als würde er Kieselsteine auf Wasser auftitschen lassen. „Uh, das ist mir gut gelungen“, freut er sich.