Spielwarenhändler Rofu ist insolvent: Welche Folgen hat das für die Filiale in Cham?

Ob Puppen, Brettspiele, Bastelsets, Bücher oder Faschingskostüme – der Filialist Rofu prägt den Spielwarenhandel auch in Cham seit Jahren. Nun hat der Händler verkündet, dass er insolvent ist. Was bedeutet das für die Filiale im Regentalcenter?
Seit Jahrzehnten lässt Rofu Kinderherzen höherschlagen: Ob Puppen, Brettspiele, Bastelsets, Bücher oder Faschingskostüme – der Spielwarenhändler mit Sitz im rheinland-pfälzischen Hoppstädten-Weiersbach steht für alles, was Kinderzimmer füllt und Wunschzettel prägt. Auch in Cham ist Rofu seit Jahren eine feste Größe – derzeit im Kaufland-Komplex im Regental-Center. Umso genauer wird in der Kreisstadt nun verfolgt, was eine Nachricht aus der Firmenzentrale bedeutet: Rofu Kinderland hat ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet.
Für den Standort in Cham gibt es nach Auskunft des Unternehmens zunächst Entwarnung. Die Filiale bleibt geöffnet, der Betrieb läuft zu den gewohnten Zeiten weiter. „Der Standort in Cham hat weiter geöffnet und unsere Mitarbeiter sind für die Kunden da“, teilt ein Unternehmenssprecher auf Anfrage mit. In der Chamer Filiale arbeiten aktuell 17 Beschäftigte in Voll- und Teilzeit.
Sanierungsexperten unterstützen Geschäftsführer
Hintergrund des Verfahrens sind laut Unternehmen „ein schwaches Weihnachtsgeschäft, anhaltende Konsumzurückhaltung, gestiegene Kosten in der gesamten Wertschöpfungskette sowie ein intensiver Wettbewerb“. Das Amtsgericht Idar-Oberstein habe bereits am 19. Januar das vorläufige Verfahren angeordnet.
Ziel der Eigenverwaltung sei es, den Spielwarenfilialisten wirtschaftlich und strukturell neu aufzustellen. Die bisherige Geschäftsführung bleibe im Amt und werde von Sanierungsexperten unterstützt. Zusammen werde man das Unternehmen in den kommenden Monaten durch das Verfahren führen und den Sanierungsprozess umsetzen.
Für die Beschäftigten gibt es zumindest kurzfristig Planungssicherheit: Die Löhne und Gehälter sind nach Aussage des Unternehmenssprechers über das Insolvenzgeld bis Ende März gesichert. Ab April sollen sie wieder vom Unternehmen selbst bezahlt werden.
Parallel dazu will Rofu mit potenziellen Investoren sprechen. Gesucht wird ein finanziell starker Partner mit Branchenkenntnis und langfristigem Interesse an der Weiterentwicklung des Unternehmens, heißt es aus der Pressestelle. Zugleich setzt der Konzern weiterhin klar auf den stationären Handel als Herzstück der Marke. Wichtig sei, dass die Kunden den Filialen die Treue halten.
Besondere Vorgeschichte der Chamer Filiale
Bundesweit betreibt Rofu nach eigenen Angaben 104 Filialen in sieben Bundesländern und beschäftigt rund 2000 Mitarbeiter. In der Oberpfalz ist das Unternehmen mit mehreren Standorten vertreten. Neben den erst in den letzten Jahren eröffneten Filialen in Weiden und Schwandorf sowie in Regensburg ist der Händler bereits seit Jahrzehnten in Cham vertreten.
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Gerade dort hat die heutige Filiale eine besondere Vorgeschichte. Ursprünglich war Rofu im Shop-Center in der Rodinger Straße untergebracht. Der spätere Umzug in den heutigen Kaufland-Komplex auf die andere Straßenseite war jahrelang heftig umstritten. Die Stadt hatte lange an einer Veränderungssperre festgehalten, um großflächigen Einzelhandel außerhalb der Innenstadt zu begrenzen. Erst nach intensiven politischen Debatten, Gutachten und Grundsatzentscheidungen im Stadtrat wurde der Weg für den Standortwechsel freigemacht.
Wie es für Rofu insgesamt weitergeht, hängt nun maßgeblich vom Erfolg der Sanierung und der Investorensuche ab. Für Cham gilt zumindest vorerst: Der Laden bleibt offen – und 17 Arbeitsplätze sind zumindest vorerst gesichert.