Auszugsdrucker werden abgeschafft: Sparkasse im Landkreis Cham antwortet auf Einwände

Schon bei der Verkündung der Entscheidung, den Kontoauszugsdrucker in den Filialen ab 8. April abzuschaffen, hatten die Vorstände der Sparkasse im Landkreis Cham angedeutet, mit Widerstand zu rechnen. So kam es auch - doch weniger heftig als erwartet.
Dennoch erläuterten Jonathan Stich und Franz Wittmann noch einmal, wie es zu der Entscheidung kam und gingen auch auch auf Kritik ein, die bei unserer Zeitung einging. So wurde beklagt, dass die Kunden hier ins Online-Banking gezwungen werden sollen und mit einer Abwanderung zur Raiffeisenbank gedroht, wo Auszugsdrucker noch bleiben würden.
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Eine Kundin kritisierte, dass sie doch bisher nur die Auszüge ausgedruckt habe, die sie brauchte – somit sei Verschwendung vorprogrammiert. Andere verwiesen darauf, dass es nicht vorstellbar sei, dass niemand mehr Kontoauszugsdrucker herstelle – es sei wohl eher eine Schutzbehauptung der Sparkasse.
Unsicherheiten im Gespräch ausgeräumt
„In den letzten Tagen haben wir ebenfalls Nachfragen unserer Kundinnen und Kunden zur Abschaltung der Kontoauszugsdrucker erhalten. Im persönlichen Gespräch lassen sich die aufgekommenen Unsicherheiten aber gut ausräumen“, so die Sparkassen-Chefs. Insbesondere das kostenlose Angebot des monatlichen Kontoauszugsversands als neue Standardlösung könne dabei überzeugen.
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„Gleichzeitig haben bereits einige unserer Kunden neu Online-Banking beantragt – unsere Wechselaktion, bei der wir 20 Euro für die ersten 500 Onlinebanking-Neukunden bezahlen, wird dabei sehr positiv wahrgenommen.“ Kündigungen aufgrund der geplanten Abschaltung habe man bislang keine zu verzeichnen. Da viele Banken ohnehin entweder bereits Kontoauszugsdrucker abgeschaltet hätten oder dies in den nächsten Jahren planen würden, sei ein solcher Schritt aus Sicht der Sparkassen-Vorstände auch nicht zielführend.
Keiner muss Online-Banking machen
Es sei zudem keineswegs Absicht, die Sparkassen-Kunden zum Online-Banking zu „zwingen“. Man verstehe sehr wohl, dass gerade ältere Menschen sich mit digitalen Technologien manchmal schwerer tun. „Unser künftiger kostenloser monatlicher Kontoauszugsversand unterstreicht, dass wir diesem Umstand Rechnung tragen“, so Wittmann und Stich unisono.
Zum Vorwurf, die Feststellung, es würden keine Drucker mehr gebaut, sei eine Schutzbehauptung, verweisen die Sparkassen-Manager darauf, dass die deutschen Hersteller Diebold Nixdorf und NCR bereits seit 2024 keine Kontoauszugsdrucker mehr herstellen würden.
Hersteller stellen um auf Bargeldmanagement
Die Hersteller würden sich vielmehr zunehmend auf digitale Lösungen und auf das Bargeldmanagement konzentrieren. „Nachdem eine Neubeschaffung nicht mehr möglich ist, haben wir intensiv versucht, die vorhandenen Kontoauszugsdrucker, die schon über zehn Jahre alt sind, weiter zu betreiben.“ Die technischen Störungen hätten 2025 aufgrund des Alters aber stark zugenommen, weshalb ein Weiterbetrieb unzumutbar sei. Von der Abschaltung seien ausschließlich Kontoauszugsdrucker betroffen, die keine andere Funktion hätten, als Kontoauszüge zu drucken.
Alle Geldautomaten und die teilweise vorhandenen Selbstbedienungsterminals würden weiter betrieben. „Mit unserer Investition in 38 neue Geldautomaten 2025 und 2026 haben wir uns gerade erst langfristig zu den bestehenden Geldautomatenstandorten bekannt“, betonen die beiden Vorstände.
Wachsende Zahlen für das E-Postfach
Zur Bemerkung einer Kundin, sie habe nur das ausgedruckt, was sie haben wolle – und nicht alles, betonen Wittmann und Stich, dass an den Kontoauszugsdruckern eine Druck-Unterdrückung technisch nicht möglich sei. „Steckt man die Karte in den Automaten, werden automatisch alle noch offenen Kontoauszüge ausgedruckt.“ Im Übrigen sei man gesetzlich verpflichtet, einen sogenannten Zwangsauszug zu erstellen und zuzusenden, wenn der Kunde nach einer bestimmten Zeit nicht zum Drucker geht.
Beim Pressetermin hatten die Vorstände auch auf die stetig wachsende Online-Banking-Quote verwiesen. Von 2015 bis 2025 sei sie von 38 Prozent auf über 70 Prozent angestiegen. Gleichzeitig wuchs die Zahl der E-Postfächer von knapp 12 500 auf fast 40 000. Währenddessen sank im gleichen Zehnjahreszeitraum die Zahl der Ausdrucke von gut 773 000 auf etwa 393 000 Stück. Durch die Abschaffung der Drucker würden etwa 3,2 Millionen Blatt umweltschädliches Thermopapier pro Jahr eingespart, so Franz Wittmann und Jonathan Stich.
Drucker für Kontoauszüge nur noch bis April
■ Abschaltung: Die Sparkasse hat angekündigt, am 8. April die Kontoauszugsdrucker abzuschalten und abzubauen. Das sei technisch notwendig, so die Sparkasse.
■ Schreiben: Am 12. Januar sollten alle Kunden des Geldhauses, die bislang noch kein Online-Banking nutzen, ein Schreiben der Sparkasse im Landkreis Cham bekommen haben. Darin wird bei den Kunden für den zeitnahen Umstieg auf das Online-Banking geworben.
■ Information: Am 26. Januar, so hat die Sparkasse mitgeteilt, gab es ein weiteres Schreiben an alle Kunden, die zwar das Online-Banking aktuell nutzen und auch Dokumente in ihr dortiges E-Postfach eingestellt bekommen, jedoch ihre Kontoauszüge noch immer am Auszugsdrucker holen. Diese Auszüge werden ab 1. Mai automatisch einmal monatlich im E-Postfach landen.
■ Per Post: Wer kein Online-Banking machen möchte, bekommt seine Auszüge ab dem 1. Mai einmal monatlich kostenlos vom Postboten zugestellt.