Trotz Konjunkturflaute : Sparkasse im Landkreis Cham bleibt weiter auf Wachstumskurs

Von Christoph Klöckner · 12. Januar 2026 um 19:00

Wer künftig seine Sparkassen-Kontoauszüge durchblättern will, die er sich zuvor am Auszugsdrucker in der Bank geholt hat, muss sich umgewöhnen. Er kann zwar noch blättern, aber nur digital. Oder er druckt selber aus. Kontoauszugsdrucker werden bei der Sparkasse abgeschafft. Dafür investiert das Chamer Geldinstitut in neue, moderne Geldautomaten und sieht sich weiter auf einem Erfolgsweg.

Am Montag präsentierten die Vorstände Franz Wittmann und Jonathan Stich erste Zahlen für 2025 und gaben auch einen Ausblick aufs laufende Jahr. Die Kundeneinlagen bei der Sparkasse sind weiter gewachsen – um 3,8 Prozent zum Vorjahr auf bald zwei Milliarden Euro. Das sei über dem Bayernschnitt, so Wittmann. Die Sparquote sei hoch, was im Umkehrschluss schlecht für den Konsum und die Investitionsseite sei. Die Chamer legen also noch ein Stückchen mehr zur Seite – doch nicht nur dorthin.

Mehr Menschen investieren in Wertpapiere

Es wachse auch die Zahl derer, die an die eigene Altersvorsorge und die der Kinder denken würden, so die Vorstände. Es werde verstärkt langfristig in Wertpapiere investiert, in Fonds, Aktien, ETFs oder festverzinsliche Wertpapiere. Über 800 Millionen Euro haben die Chamer hier über die Sparkasse angelegt – zum Vorjahr habe sich hier ein Plus von 15 Prozent ergeben und das Jahr zum Rekordjahr in diesem Bereich gemacht, erläuterte Franz Wittmann. Über 2000 Depots haben die Chamer im abgelaufenen Jahr bei der Sparkasse eröffnet, auch um mit kleinen Beträgen wie etwa dem Kindergeld für den Nachwuchs etwas anzusparen für später.

Und auch die Zahl der Girokonten bei der Bank nimmt zu – 446 neue wurden 2025 eröffnet. Über 60 000 private und geschäftliche Girokonten zählt die Sparkasse aktuell. Das Bankgeschäft wird weiter digitaler – über 20 000 Kunden nutzten 2025 die App, über 40 000 machten beim Sparkassen-Online-Banking mit. Es wird zwar noch in Bau und Immobilien investiert, doch die großen Projekte bei Neubauten bleiben aus, weil den Investoren die Renditen nicht reichen würden.

Darlehen für Bestandsimmobilien

Stattdessen habe sich eine „bodenständige Nachfrage“ eingestellt. Darlehen seien hier zum Einfamilienhausbau oder für kleinere Mehrfamilienhäuser gefragt, wo der Bauherr selbst mit anpacke. Kredite würden zudem für den Kauf und die Sanierung des Altbestands benötigt. „Ein Drittel der Darlehen fließt in den Neubau, zwei Drittel gehen in die klassische Bestandssanierung“, erläuterte Stich.

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Im Vergleich zum Vorjahr sei das Volumen allein im Neubausektor um 84 Prozent gewachsen – 250 Millionen Euro an Darlehenszusagen gab es insgesamt im Kreditgeschäft, davon 148 Millionen Euro für den Wohnungsbau. Selbst an den Rekordjahren 2020/2021 gemessen sei der Wohnungsbau 2025 eine Größe gewesen, wobei zu beobachten sei, dass kleiner gebaut werde. Nach Konjunkturoptimismus Anfang 2025 habe sich die Erwartungshaltung in der Wirtschaft abgekühlt, legte Stich dar – doch noch gebe es Chamer Unternehmen, die investieren. Die hiesige Firmenlandschaft sei breit aufgestellt und daher nicht so anfällig, sagte der Sparkassenvorstand.

Werbung für europäisches Bezahlsystem Wero

Die beiden Vorstände nutzten den Pressetermin, um für die europäische Variante von PayPal, für den Bezahldienst Wero, zu werben. Mit Wero soll der Online-Bezahlhandel auf europäische Füße gestellt werden und amerikanischen Diensten Paroli bieten. Erste Händler in Deutschland seien dafür gewonnen worden, sagte Wittmann. Es gebe viel Interesse an Wero, auch weil der Dienst für den Handel günstiger sei als etwa Paypal.

Die Nutzung von Bezahl-Apps wie Wero im Alltag nehme weiter zu. „Europa will unabhängiger werden“, so Stich und Wittmann – Wero sei ein Weg dorthin.

Das Ende der Kontoauszugsdrucker

Wer bislang zu seiner Sparkassen-Filiale läuft, um sich seine Auszüge auszudrucken, wird diesen Weg ab 8. April vergeblich gehen: Die Kontoauszugsdrucker werden abgeschafft. Das sei technisch notwendig, so die Vorstände der Sparkasse im Landkreis Cham.

Werden bald ausgemustert: die Auszugsdrucker für Kontoauszüge. - Foto: Klöckner

Am 12. Januar werden alle Kunden der Sparkasse angeschrieben, die bisher kein Online-Banking nutzen, um sie dafür zu gewinnen. Wer das nicht möchte, bekommt seine Kontoauszüge dann einmal monatlich ab dem 1. Mai 2026 per kostenlosem Postversand nach Hause.

Am 26. Januar werden alle Kunden angeschrieben, die Online-Banking nutzen und Dokumente ins E-Postfach bekommen, aber noch Kontoauszüge am Drucker ausdrucken lassen. Sie bekommen ab 1. Mai die Auszüge automatisch einmal Monatlich ins E-Postfach gestell