Windpark bei Rötz schrumpft: Max Bögl zieht Antrag für eine Anlage zurück

Noch am Montagabend hatte sich der Marktgemeinderat der Nachbargemeinde Neukirchen-Balbini mit den beiden geplanten Windenergieanlagen in der Nähe von Marketsried (Stadt Rötz, Landkreis Cham)befasst – und einstimmig sein Einvernehmen erteilt. Am Mittwochvormittag informierte das Landratsamt Cham über eine Planänderung.
Konkret geht es um die Errichtung eines Windparks, bestehend aus zwei Windenergieanlagen in der Nähe von Marketsried, den die Max Bögl Wind AG auf dem Gemeindegebiet Rötz im Bereich des Brunstberges geplant hatte.
Genehmigungsantrag für Windpark zurückgenommen
Der selbe Vorhabensträger plant zudem auf den Gemeindegebieten Rötz und Pemfling im Bereich des Frauenwaldes (Butzenried, Dachsbau-Eigenholz und Pfeffer-Illtritz) einen interkommunalen Windpark, bestehend aus vier Windenergieanlagen, zu errichten.
Aus einer der beiden Anlagen bei Marketsried wird nun allerdings definitiv nichts: Die Firma Max Bögl habe als Antragsteller in Absprache mit den Regionalwerken Landkreis Cham am Dienstag, 27. Januar den Genehmigungsantrag für den Windpark „Rötz“ bei Marketsried zurückgenommen, teilt die Pressestelle des Landratsamts Cham mit. Ursprünglich waren in dem dortigen Windvorranggebiet zwei Windkraftanlagen geplant.
Als Grund für die Entscheidung gibt die Behörde an, dass für die dem Ort Marketsried nächstgelegene Windkraftanlage die Zustimmung der Grundstückseigentümer nicht habe erreicht werden können. Die zweite Windkraftanlage sei grundstücksmäßig gesichert. „Allerdings ist hier eine Umplanung der Zuwegung notwendig“, heißt es in der Mitteilung weiter. Insoweit müsse das Verfahren nun neu aufgerollt werden.
Auf Nachfrage gibt die Behörde an, dass alle weiteren Standortgrundstücke, auf denen die 14 Windkraftanlagen im Landkreis geplant sind, ausreichend gesichert seien.
Unternehmerisches Risiko eingegangen
Nur bei einem einzigen Windrad sei bewusst ein unternehmerisches Risiko eingegangen worden. „Dieses Risiko ist nun eingetreten und zeigt deutlich, wie wichtig es war, diese individuellen Entscheidungen den jeweiligen Grundstückseigentümern ohne äußere Beeinflussung zu überlassen und erst danach öffentlich über die einzelnen Standorte zu informieren“, so die Erklärung aus dem Landratsamt.
Auf die Frage, ob der Rückzug mit den Widerständen, die vor Ort aufgetaucht sind, zu tun habe, heißt es: „Was die Entscheidung der Grundstückseigentümer betrifft, können nur diese Auskunft geben.“
Angesichts der Tatsache, dass der Rückzug neben den Umplanungen auch Einbußen beim Stromertrag und auch bei der zugesagten Rendite bedeute, stellt sich die Frage, wie diese aufgefangen werden sollen. „Die für die Fremdfinanzierung maßgebliche wirtschaftliche Absicherung wird sich schlussendlich durch die EEG-Ausschreibungen ergeben“, so die Antwort aus dem Landratsamt.
Aktuell werden die immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren für die beantragten weiteren drei Windparks ordnungsgemäß abgearbeitet, sowohl auf Seiten des Antragstellers als auch auf Seiten der verfahrensführenden Behörde.Sprecher des Landratsamts über weitere potenzielle Windräder
„Aktuell werden die immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren für die beantragten weiteren drei Windparks ordnungsgemäß abgearbeitet, sowohl auf Seiten des Antragstellers als auch auf Seiten der verfahrensführenden Behörde“, gibt der Sprecher des Landratsamts auf die Frage an, ob nun andernorts im Landkreis ein weiteres Windrad aufgestellt wird.
Das tatsächlich erforderliche Eigenkapital der Gemeinden werde sich erst mit der Bestellung der Windkraftanlagen ergeben, so die Antwort der Behörde auf die Frage, ob es eine Neurechnung für die Kommunen geben werde. Die getroffenen Entscheidungen der Stadt- und Gemeinderäte würden dem Projekt die erforderliche Verbindlichkeit verschaffen.
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Nachdem der Genehmigungsantrag für den Windpark „Rötz“ bei Marketsried zurückgenommen wurde, muss umgeplant werden. Auf die Frage, wie viel zusätzliche Zeit dies kosten wird, gibt der Sprecher des Landratsamts als Antwort: „Wir weisen darauf hin, dass die zweite Windkraftanlage im Windpark ‘Rötz‘ grundstücksmäßig gesichert ist. Allerdings ist hier eine Umplanung der Zuwegung notwendig. Dies wird gründlich erledigt.“
Windkraftanlage war relativ nah am Ortsrand geplant
Vor Ort nachgefragt: Als ortsansässiger Stadtrat aus Bernried hat Stephan Rötzer (WGS) Einblick in die Stimmungslage vor Ort. Die Mehrheit der Marketsrieder Bürger, bestätigt er, sei erleichtert, dass diejenige Windkraftanlage, die relativ nah am Ortsrand im Gebiet des Brunstberges geplant war, nun nicht gebaut werden soll.