Landratswahl in Cham: AfD will nicht mehr auf Podium diskutieren – Mit Kommentar

Die AfD-Landratskandidatin Christl Fischer hat angekündigt, im Wahlkampf keine Podiumsdiskussionen im Kreis Cham mehr zu besuchen. Damit reagiert sie nach eigenem Bekunden auf den Gegenwind, der ihr am Donnerstag beim „Ratsch mit den Kandidaten“ in den Räumen des Bayerwald-Echo ins Gesicht blies, und auch auf die Berichterstattung über die Veranstaltung.
Etwa 20 Minuten dauert das entsprechende Video, das Fischer am Sonntag über Social Media verbreitet hat. Darin kritisiert sie die Berichterstattung über den „Ratsch“, zu dem das Bayerwald-Echo alle sieben Landratskandidaten eingeladen hatte. Was über sie geschrieben wurde, sei „unter aller Würde“, sagt sie. So habe sie alle Kandidaten freundlich begrüßt und nur ein Mitbewerber habe beim Foto versucht, Abstand zu ihr zu wahren.
Lesen Sie hier einen Kommentar zu dem Thema: Kommentar von Bayerwald-Echo-Redaktionsleiter
Keine Podiumsdiskussionen im Landkreis Cham mehr
In dem Video kündigt sie an, als Landratskandidatin keine Podiumsdiskussionen im Kreis Cham mehr zu besuchen. „Ich habe es nicht für nötig mit meinen fast 51 Jahren, dass ich mich diskriminieren lasse und dass Leute auf mich als AfD-Politikerin angesetzt werden“, sagt sie wörtlich. „Die werden angesetzt auf mich, um mich in die Enge zu treiben.“ Beim Ratsch, der für alle Interessierten offen war, musste sich Fischer auch kritischen Fragen von Bürgern stellen.
Sie bezichtigt das Bayerwald-Echo mehrfach der Lüge, überzieht die Medien in Gänze und die etablierten Parteien mit teils derber Kritik und teilt mit: „Ich lasse mich nicht mehr verarschen.“ Auch einen bereits fest vereinbarten Termin für ein Videointerview mit der MZ-Redaktion sagt sie so öffentlich ab. Die Zeitung sei nicht neutral, behauptet sie, und trage nichts „zur Aufklärung“ bei. Ihre Bewertung im O-Ton: „Einen Scheißdreck tut ihr, einen riesengroßen Scheißdreck tut ihr.“ Weiter führt Fischer aus, dass sie sich seit dem Jahr 2020 „im politischen Widerstand“ befinde und unter anderem während der Bauernproteste für „neutrale Berichterstattung“ gesorgt habe.
Unabhängig von den Video-Einlassungen der AfD-Kandidatin werden Bayerwald-Echo und Kötztinger Umschau am Mittwoch, 4. Februar, bei einer öffentlichen Podiumsdiskussion ab 19 Uhr in der Rodinger Stadthalle den Landratskandidaten auf den Zahn fühlen. Ihr Kommen zugesagt haben: Michael Multerer (CSU), Christian Schindler (Freie Wähler), Steve Brachwitz (SPD), Sascha Kretz (Grüne), Alfred Stuiber (FDP) und Christian Oberthür (Linke). Der Eintritt ist frei. Wer dabei sein will, kann sich per Mail anmelden unter echo@mittelbayerische.de