Pottenstettener Kreuzung: Chance für Umbau in Kreisverkehr ist sprunghaft gestiegen

Von Thomas Rieke · 27. Januar 2026 um 17:00

Die beantragte Steinbruch-Erweiterung, der genehmigte Windpark, der Wunsch nach zeitgemäßem Internet, Verkehrsprobleme – an Themen herrschte in der ersten Bürgerversammlung des neuen Jahres, die am Montag speziell für den Ortsteil Pottenstetten einberufen worden war, kein Mangel. Und Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) konnte mit einer dicken Überraschung aufwarten.

Doch der Reihe nach: Wie berichtet, sorgt der Straßenverkehr in Pottenstetten seit längerem für Unmut. Als im Februar vergangenen Jahres im Ortszentrum ein mit 26 Tonnen Zement beladener Silozug mitten im Dorf umkippte, war für viele die Schmerzgrenze endgültig überschritten. Neben einem verschärften Tempolimit wurde auch die Forderung nach intensiverer Verkehrsüberwachung laut. Die Idee, eine Blitzeranlage fest zu installieren, stieß freilich umgehend auf Widerspruch. Raser würden sich schnell daran gewöhnen, hieß es.

Obwohl sich die Behörden nicht durchringen konnten, wenigstens auf einem Teilstück d er Straße Tempo 30 einzuführen, scheint sich die Lage beruhigt zu haben. In der gut besuchten Bürgerversammlung im Gasthaus Steinbauer kam der Durchgangsverkehr jedenfalls erst relativ spät zur Sprache.

Ein Anlieger berichtete, ein Lastwagenfahrer habe sich unlängst genau an der Stelle, wo 2025 das Unglück geschehen war, zu einer Vollbremsung genötigt gesehen. Denn zwei Kinder seien plötzlich auf ihren Rädern vom Spielplatz in Richtung Bürgersteig und Straße gerollt. Die Buben hätten die Gefahr vielleicht gar nicht wahrgenommen, der Laster-Fahrer aber sei mit den Nerven am Ende gewesen, so der Bürger.

Ortsdurchfahrt: Weitere Tempo-Messstelle gefordert

Um den Spielplatz von den Verkehrswegen abzugrenzen, gibt es seit langem zwei Metallbügel. Offenbar reichen diese als Schutz nicht aus. Bürgermeister Gesche sicherte zu, er werde die Situation erneut unter die Lupe nehmen lassen.

Wie Stadtrat Josef Schießl (FWL) auf Anfrage bestätigte, ist es in den zurückliegenden Monaten gelungen, den Verkehr einigermaßen zu bändigen. Mindestens einmal in der Woche werde geblitzt – und das an drei verschiedenen Orten. Viele Autofahrer seien dadurch vorsichtiger geworden. Trotzdem gibt es offenbar noch immer zu viele „Bleifüße“.

Im März 2025 gab es nach dem spektakulären Unfall in der Ortsmitte einen Termin mit Landrat Thomas Ebeling (l.). Dabei wurde die Situation ausführlich erläutert. Eltern haben Angst, ihre Kinder könnten zu Schaden kommen. - Foto: Thomas Rieke, Archiv

Ein Bürger berichtete, ab der Dorfkirche werde in Richtung Friedhof viel zu oft zu schnell beschleunigt. Ob es möglich wäre, auch hier den Verkehr stärker zu überwachen und zu blitzen? Geschäftsleiter Wolfgang Weiß, gleichzeitig Leiter des Ordnungsamts, will sich diesbezüglich schlau machen.

Geforderter Kreisverkehr: Landkreis steuert angeblich 50 Prozent bei

Die Veranstaltung neigte sich schon ihrem Ende entgegen, da sorgte der Bürgermeister für eine Information, mit der niemand gerechnet hatte: Bei einem Treffen mit Thomas Ebeling (CSU), in dem es erneut um die Pottenstettener Kreuzung gegangen sei, habe der Landrat erklärt, dass sich der Landkreis nun doch an einem Umbau in einen Kreisverkehr beteiligen wolle, und zwar mit 50 Prozent.

Die sogenannte Nato-Kreuzung ist in Pottenstetten ebenfalls ein Reizthema. Trotz der übersichtlichen Lage ereignen sich dort immer wieder Karambolagen. Als Unfallschwerpunkt gilt die Kreuzung für die Behörden dennoch nicht, und der Landkreis verspürte bislang wenig Lust, den geforderten Umbau finanziell zu unterstützen. Nun ist dies offenbar anders, und laut Gesche wäre ein Umbau schon 2027 denkbar, wenn vorher die entsprechenden Planungsarbeiten erledigt werden.

Zu den großen Themen Steinbruch-Erweiterung und Windpark Burglengenfeld hatte Bürgermeister Gesche bereits vor der Fragerunde ausführlich Stellung bezogen. Vieles dürfte den Zuhörern bekannt gewesen sein.

Beim Windpark ist es laut Gesche nicht nur gelungen, einen besonders geeigneten Standort zu finden. Über die Stadtwerke sei Burglengenfeld selbst an dem Projekt beteiligt, und auch die Bürger hätten über die Energiegenossenschaft Bemo Gelegenheit, Teilhaber zu werden – und damit am zu erwartenden Gewinn zu partizipieren. Außerdem handle es sich bei der Wind18 GmbH, die das Vorhaben projektiert habe, nicht um einen anonymen Großkonzern ohne jeden Bezug zur Heimat, sondern um einen regionalen Partner, betonte der Bürgermeister.

Steinbruch-Ausbau: Gesche geht von Genehmigung aus

Zur geplanten Steinbruch-Erweiterung erklärte Gesche, er sei sich ziemlich sicher, dass das Landratsamt die Genehmigung erteilen werde. Er gehe aber ebenso stark davon aus, dass der Antrag von Heidelberg Materials nicht eins zu eins akzeptiert werde. In Teilen würden die Interessen der betroffenen Umlandgemeinden bestimmt berücksichtigt. Vorstellbar sei es beispielsweise, dass sich der Zementwerkbetreiber mit einer reduzierten Zahl von Sprengungen zufrieden geben müsse.

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Im Übrigen habe er kürzlich eine Anwaltskanzlei damit beauftragt, die Interessen der Kommune in dieser Angelegenheit zu vertreten, berichtete der Bürgermeister weiter. Bekanntlich hat der Stadtrat einen 14 Punkte umfassenden Forderungskatalog aufgestellt. Dieser wird auch Gegenstand der Erörterung im VAZ sein, die vom 9. bis 13. Februar angesetzt. Ob die Öffentlichkeit zugelassen wird, entscheidet sich jeweils zu Beginn der Veranstaltung.