Bergler und Hollweck: Welche Pläne die Bürgermeisterkandidaten für Berg haben

Von Wolfgang Endlein · 27. Januar 2026 um 11:00

Am 8. März wählen die Berger den Bürgermeister neu. Zwei Kandidaten treten zur Wahl an: Amtsinhaber Peter Bergler (LBG) und Christian Hollweck (Freie Wähler). Vorab beziehen Sie Stellung zu wichtigen Themen in Berg wie der Versorgung im Alter, Bauland und Verkehr.

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Leben und Wohnen im Alter in der Gemeinde:

Peter Bergler: Berg sei mit dem Seniorenheim Doktorshof und der Tagespflege gut aufgestellt, aber es müsse noch besser werden, sagt Bergler. Er verweist auf die alternde Gesellschaft. Es sei ein wichtiges Ziel für ihn, dass Menschen im Alter weiter in der Gemeinde leben können – ob im eigenen Haus, einem Seniorenheim bzw. einem Betreuten Wohnen. Für Bergler ist klar, dass ehrenamtliche Hilfsstrukturen wie die Nachbarschaftshilfe reaktiviert werden sollen. Ein Seniorenheim oder Betreutes Wohnen soll nach Berg geholt werden. Bei Ersterem scheiterten frühere Versuche. Es sei aufgrund des Mitarbeitermangels in der Pflege schwer einen Träger zu finden, sagt Bergler, der aber dranbleiben will.

Christian Hollweck: Auch der FW-Kandidat sieht in der alternden Bevölkerung und deren Versorgung ein wichtiges Thema. Zentral sei dabei, ein weiteres Seniorenheim in die Gemeinde zu holen. Denn aktuell finde nicht jeder, der suche, einen Betreuungsplatz in Berg. Aus dem Umstand, dass die Gesellschaft altert, folgert Hollweck einen weiteren Auftrag. Die Gemeinde müsse junge Familien binden. Dafür brauche es allen voran Wohnbauflächen – auch in den Ortsteilen. Statt großer Baugebiete spricht sich Hollweck dafür aus, die vielen bestehenden Lücken zu schließen. Dass deren Eigentümer diese aber oftmals vorhalten, gesteht Hollweck ein. Er leitet daraus ab, dass bei künftigen Baugebieten ein Bauzwang bestehen muss.

Das sind Peter Bergler und Christian Hollweck

• Peter Bergler: Der 60-jährige Vater von fünf Kindern stammt aus dem Berger Ortsteil Meilenhofen. Dort hat Bergler einen Bio-Bauernhof, den er gemeinsam mit seiner Familie nach wie vor im Nebenerwerb betreibt. Seit 2008 sitzt Bergler für die LBG im Berger Gemeinderat. Bevor ihn die Wähler 2020 zum Bürgermeister wählten, hatte Bergler beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gearbeitet. Der 60-Jährige trainierte 20 Jahre lang junge Fußballer beim DJK-SV Berg.

• Christian Hollweck: Der 37-jährige Landwirt übernahm 2018 den elterlichen Betrieb im Osten Bergs. Hollweck ist zweiter Vorsitzender bei der Feuerwehr, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft und BBV-Ortsobmann. Er ist Mitglied bei den örtlichen Motorsportvereinen und den Kirwaboum und -moila. Als DJ Hellboi legt er bei Festen auf. Bevor er zu den Freien Wählern ging, war Hollweck bei der CSU. Er kandidierte bei früheren Gemeinderatswahlen, verpasste aber den Sprung ins Gremium.

So stehen die Kandidaten zum Dauer-Thema Verkehr:

Christian Hollweck: Die abgelehnte Ortsumgehung wäre unweit des Bauernhofs von Hollweck verlaufen. Der FW-Kandidat war kein Freund der Umgehung, wie sie geplant war. Die Variante hätte nur den Hauptort und ein bisschen Riebling sowie Meilenhofen entlastet, findet er. Dass der Verkehr ein Problem in Berg ist, daran zweifelt Hollweck nicht. Ein Allheilmittel gebe es aber nicht. „In den letzten Jahrzehnten sind Versäumnisse gemacht worden, die kann man jetzt nicht mehr aufholen“, sagt Hollweck und spricht die sogenannte Loderbacher Spange an. Die Querverbindung zur Autobahn hätte diese als echte Umgehungsstrecke für Autofahrer von und nach Neumarkt attraktiv machen können. Eine Spange sei durch die inzwischen gewachsene Wohnbebauung aber nicht mehr umsetzbar.

„Wir werden auch in 20, 30 Jahren über das Thema diskutieren, unter anderem deswegen, weil ein großer Teil des Verkehrs aus Berg selbst kommt.“Christian Hollweck, FW-Bürgermeisterkandidat in Berg

Was bleibt also? Auch wenn es für die Gemeinde mangels eigenen Handlungsspielraums bei der Staatsstraße schwer sei, müsse man versuchen, die Ortsdurchfahrt weniger interessant für den Autoverkehr zu machen. Testweise könnte man auch den ÖPNV ausbauen, sagt Hollweck. Allerdings ist er nicht zuversichtlich, dass eine große Zahl an Menschen ein solches Angebot annehmen würde.

Sein Fazit beim Verkehrsproblem: Man könne keine Himmelsschlösser versprechen, sondern nur versuchen, in kleinen Schritten voranzukommen. „Wir werden auch in 20, 30 Jahren über das Thema diskutieren, unter anderem deswegen, weil ein großer Teil des Verkehrs aus Berg selbst kommt“, sagt Hollweck.

Peter Bergler: Der Bürgermeister hat in seiner bisherigen Amtszeit lernen müssen, geduldig zu bleiben. Staatsstraße und Autobahn sind Auslöser der meisten Verkehrsthemen in der Gemeinde. In beiden Fällen hat die Gemeinde aber wenig Mitspracherecht.

Die Hoffnung auf den großen Wurf hat Bergler nach dem Umgehungs-Aus beerdigt. Vorerst will er abwarten, wie das Landratsamt über den Berger Antrag auf Tempo 30 auf der Ortsdurchfahrt entscheidet. „Dann machen wir den nächsten Schritt.“ Der könnte sein, wie bereits von der Bürgerinitiativen ins Spiel gebracht, die Ortsdurchfahrt mit Mitteln der Städtebauförderung umzugestalten. „Aber ob dann ein Auto weniger durch Berg fährt?“, zweifelt Bergler. Denn dass Hindernisse in die Straße eingebaut werden dürfen, die den Verkehr abschrecken, hält er für unrealistisch. Das werde der Freistaat nicht zulassen.

Ich kann nur das Geld ausgeben, das ich auch einnehme.“Peter Bergler, LBG-Bürgermeisterkandidat in Berg

Möglicherweise könnte eine bessere Busverbindung nach Neumarkt etwas Verkehrsdruck von Berg nehmen? Bergler hat deswegen bereits mit Neumarkts Oberbürgermeister gesprochen, ob der Stadtbus bis nach Berg verlängert werden könnte. Die kommenden Jahre bestehe dafür keine Aussicht, sagt Bergler. Es fehlten die Busfahrer. Es bleibe aber ein langfristiges Thema für ihn.

Auch bei einem anderen Verkehrsbrennpunkt ist Bergler auf die zuständigen Behörden angewiesen: die enge Ortsdurchfahrt von Gnadenberg. Um die Anwohner und die beiden historischen Tore zu schützen, will sich Bergler für ein Abfahrtsverbot für Lastwagen bei Stau auf der A3 einsetzen.

Das sagen die Kandidaten zu den Gemeindefinanzen:

Peter Bergler: „Ich kann nur das Geld ausgeben, das ich auch einnehme“, sagt Bergler. Berg müsse schuldenfrei bleiben. Man dürfe sich nicht übernehmen, sondern Schritt für Schritt gehen. Beispielsweise sei Baugrund wichtig, um Menschen in Berg zu halten. Allerdings dürfe die Gemeinde nicht zu schnell wachsen, da ihr sonst die Folgekosten (Plätze für die Kinderbetreuung etc.) auf die Füße fallen können.

Zugleich müsse Berg weiter an der Einnahmenseite arbeiten, sagt Bergler. Er will weitere Gewerbeflächen entwickeln. „Berg liegt an zwei Autobahnausfahrten. Da muss noch ein bisschen mehr bei der Gewerbesteuer gehen“, sagt der 60-Jährige. Sein Ziel: Die Einnahmen langfristig um eine Million Euro pro Jahr zu steigern. Allerdings liege das nicht allein in der Hand der Gemeinde, die an der Wirtschaftsentwicklung ganz Deutschlands hänge.

Man muss nicht jeder Förderung hinterherrennen.Christian Hollweck, FW-Bürgermeisterkandidat in Berg

Christian Hollweck: Investitionen mit Maß und Ziel: Das sei sein Credo, sagt Hollweck. Man müsse manche Investition kritisch hinterfragen und nicht jeder Förderung nachjagen, nur weil es sie gibt. Man müsse immer die Sinnhaftigkeit eines Projekts im Blick haben. Als Beispiel nennt Hollweck den geplanten und mit 80 Prozent geförderten Radweg entlang der Staatsstraße nach Stöckelsberg. Er bezweifelt, dass die Zahl der Radfahrer, die einen solchen Radweg benutzen würden, den Aufwand rechtfertigt. Man müsse sich fragen, ob es nicht kostengünstigere Varianten gebe.

Bei den Einnahmen müsse Berg zulegen, ist Hollweck überzeugt. Die Gemeinde liege an zwei Autobahnausfahrten, sei daher attraktiv für Unternehmen. Hollweck will weitere Gewerbeflächen ausweisen, allerdings „mit Ziel und Maß“.

Das ist ein persönlicher Schwerpunkt der Kandidaten:

Christian Hollweck: Der 37-Jährige ist selbst Mitglied in einigen Berger Vereinen. „Die Vereine sind ein Grundpfeiler der Gesellschaft“, sagt der Kandidat der Freien Wähler. Aber ohne Unterstützung durch die Gemeinde werde Vereinsarbeit immer schwerer. Die Gemeinde müsse die bestehende Förderung daher dringend fortsetzen, sagt Hollweck.

Mit ist wichtig, dass die Menschen sagen: In Berg fühlt man sich wohl.Peter Bergler, LBG-Bürgermeisterkandidat in Berg

Peter Bergler: Das Vereinsleben sei wichtig, damit Menschen gern in Berg lebten, sagt Bergler. Die Gemeinde unterstütze daher die Vereine. Deren Arbeit werde nicht leichter und kämpfe mit den steigenden Kosten. Das gilt aber ebenso für die Gemeinde. Die Vereinsförderung sei eine freiwillige Leistung, die die Aufsichtsbehörden bei überlasteter Gemeindekasse streichen würden. Das zeige, wie bedeutsam es sei, als Gemeinde solide zu wirtschaften. Nur so könne man sich Vereinsförderung leisten.