Tempo 30 in Berg: Landratsamt nennt Termin für Entscheidung – nach einem Jahr Warten

Von Wolfgang Endlein · 16. Januar 2026 um 15:00

Mehr als ein Jahr ist vergangen, seit die Gemeinde Berg im November 2024 beim Landratsamt Neumarktdurchgehend Tempo 30 und einen Radstreifen auf der Ortsdurchfahrt beantragt hat. Inzwischen ist das Jahr 2026 angebrochen und noch immer stellt sich die Frage: Wann entscheidet die zuständige Behörde? Wir haben einmal mehr nachgehakt.

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Schon als Bürgermeister Peter Bergler im November 2024 den Antrag der Gemeinde an das Landratsamt geschickt hatte, hieß es von dort, dass eine Entscheidung nicht vor Juni fallen werde. Die Behörde wartete auf die Vorgaben, wie die vom Gesetzgeber im Oktober 2024 geänderte StVO anzuwenden ist. Vor den Sommerferien kam aber keine Entscheidung aus dem Landratsamt, auch nicht nach der Sommerpause.

Es begann der Herbst, es kam der Winter. Die Untere Verkehrsbehörde wartete auf Zahlen des Staatlichen Bauamts und sprach sich mit weiteren Behörden ab. Zuletzt wägte man intern ab, heißt es aus dem Landratsamt. Eine Entscheidung gibt es bis heute aber nach wie vor nicht.

Nun soll sich die lange Wartezeit aber dem Ende entgegenneigen, verspricht das Landratsamt. Diesmal endgültig. Anfang Februar soll es ein Gespräch mit Bürgermeister Bergler geben. Danach werde eine Entscheidung gefällt.

Staatliche Bauamt Regensburg sieht Tempo 30 in Berg skeptisch

In welche Richtung diese ausfallen könnte, dazu gibt es keine Informationen. Bekannt ist aber, dass sich das für die bauliche Seite zuständige Staatliche Bauamt Regensburg ablehnend zu einem durchgängigen Tempo 30 auf der Ortsdurchfahrt und einem Radstreifen geäußert hat. Zwar ist für das Rechtliche im Zusammenhang mit der Staatsstraße und damit auch für die Entscheidung die Straßenverkehrsbehörde am Landratsamt zuständig, die Einschätzung des Bauamts dürfte dabei aber nicht unerheblich sein.

Die Ortsdurchfahrt sei für einen den Vorschriften entsprechenden Radschutzstreifen nicht breit genug, hatten die Straßenbauer in der Vergangenheit erklärt. Durchgängig Tempo 30 auf der Ortsdurchfahrt sehen sie ebenfalls skeptisch. Wenn überhaupt ein Geschwindigkeitslimit auf 30 km/h, dann nur abschnittsweise, wie es bereits nahe der Schule besteht.

Bürgermeister Bergler hat sich an das Warten gewöhnt und dass der Bürgerunmut bei ihm landet. Zwischenzeitlich hatte die BI ihm vorgeworfen, zu wenig zu tun. Bergler hatte gebetsmühlenartig entgegengehalten, dass die Gemeinde bei der Staatsstraße von anderen abhänge. Inzwischen hat man sich in Berg zusammengerauft und harrt der Entscheidung. Wenn die da sei, werde man die weiteren Schritte gehen, sagt Bergler.

Viel Verkehr in Berg stammt aus Berg

Für ihn steht aber fest, dass die Situation selbst mit Tempo 30 vertrackt bliebe. Eine Umgehungsstraße haben die Bürger mehrheitlich abgelehnt, anderen Lösungen stehen oftmals Gesetze und praktische Zwänge entgegen. Beispielsweise wächst Berg seit Jahren und ein erheblicher Teil des täglichen Verkehrs stammt aus dem Ort und der Gemeinde selbst.

Wie Bergler schätzen auch andere die Situation so ein, dass es die eine große Lösung für das Verkehrsproblem nicht geben wird, sondern im besten Fall eher viele kleine Schritte, die vielleicht etwas Linderung bringen.