Bleibt Bischofshof Sponsor von Sportvereinen in Regensburg? Bald sollen Gespräche starten

Eisbären, Legionäre, Jahn – die Liste der Regensburger Vereine, die Bischofshof unterstützt, liest sich wie eine Wall of Fame der Sportgrößen in der Stadt. Ob es bei diesem Engagement bleibt, wenn Schneider aus Kelheim Bischofshof im kommenden Jahr übernimmt, werden Verhandlungen zeigen.
Dass Schneider die Markenrechte an Bischofshof und Weltenburger erwerben, die Logistik an das Kelheimer Unternehmen übergehen und die Brauerei in Regensburg Ende 2026 geschlossen werden soll, kündigten beide Häuser kürzlich in einer Pressemitteilung an. Hintergrund sei die unverändert anhaltende Schwäche des deutschen Brauereimarktes. 21 von 56 Mitarbeitern sollen übernommen werden. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.
Vereine schweigen zum Umfang des Sponsorings
Welche Bedeutung das Sponsoring durch die Brauerei für die drei befragten Sportvereine hat, ist ebenfalls nicht zu erfahren. „Zum Umfang von Sponsorings und Partnerschaften machen wir grundsätzlich keine Angaben“ , erklärt Legionäre-Pressesprecher Holger Schellkopf. Über vertragliche Details und finanzielle Volumina habe auch der Jahn laut Pressesprecher Johannes Liedl Stillschweigen vereinbart. Ähnlich die Antwort vonseiten der Eisbären: „Grundsätzlich äußern wir uns nicht zu konkreten Vertragsinhalten, Laufzeiten, finanziellen Details oder zu internen Szenarien und Überlegungen“, erklärt deren Geschäftsführer Christian Sommerer.
Über etwas anderes soll dagegen nun gesprochen werden: das Sponsoring. Bei den Legionären soll Bischofshof laut Schellkopf entsprechend der geltenden Verträge mindestens bis 2029 als Premium Partner agieren. Geht es nach dem Regensburger Baseballverein, kann das Sponsoring aber auch danach noch weitergehen: „Wir glauben daran, dass die erfolgreiche Partnerschaft zwischen Guggenberger Legionären und Bischofshof im Interesse beider Seiten auch in der neuen Konstellation fortgesetzt wird“, erklärt Legionäre-Chef Armin Zimmermann. Der Grund für seinen Optimismus: Bald soll es ihm zufolge Gespräche mit Bischofshof, Schneider und den Legionären geben. Zimmermann spricht auch davon, dass sich die Legionäre auf die Umsetzung gemeinsamer Ideen und Projekte mit einem starken Partner freuen.

Wie sieht es mit der Zukunft von Bischofshof als Superior Partner und offizieller Bierpartner für den Jahn aus? Pressesprecher Liedl sagt, dass sich die Fortführung der Partnerschaft mit Bischofshof sinnvoll darauf aufbauen ließe, dass die Marke durch die Übernahme der Rechte durch Schneider Weisse langfristig erhalten bleiben soll. Nun sollen die Folgen des Verkaufs mit den Brauereien erörtert werden. „Erst dann lassen sich sinnvolle nächste Schritte definieren“, erklärt Liedl. Er sagt aber auch: „Grundsätzlich hat der SSV Jahn in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass er auch auf strukturelle Veränderungen im Partner-Netzwerk widerstandsfähig reagieren kann.“
Sommerer von den Eisbären spricht allgemein davon, dass der Fokus bei diesem Verein unter anderem darauf liege, Partnerschaften nachhaltig weiterzuentwickeln und die Eisbären mit ihren Partnern in konstruktivem und vertrauensvollem Austausch stünden.

Auf Fragen zur Zukunft der Unterstützung für die Regensburger Sportvereine sowie zu den Folgen für das Bier von Bischofshof ausschenkende Wirte durch die Übernahme verweisen beide Brauereien auf ihre Pressemitteilung vom vergangenen Freitag. Darin kündigt Bischof Rudolf Voderholzer an, dass die Marke Bischofshof weiter prägend in Regensburg bleiben soll. „Denn für Schneider Weisse als neuem Markeninhaber hat auch das lokale Engagement rings um die Stadt weiter hohen Stellenwert“, lässt sich der Bischof zitieren.
Derweil wird deutlich, dass auch etliche Regensburger Wirte, die Bischofshof ausschenken, noch nicht wissen, was die Übernahme für sie bedeutet. Etwa sagt Elias Shayegan, der das Green Heaven in Stadtamhof betreibt, noch keine offizielle Information bekommen zu haben. Von der geplanten Übernahme habe er bisher lediglich durch Kollegen erfahren.
Brücke denkt an ein Veranstaltungszentrum
Die Gastronomie betreffende Aspekte der Übernahme sprach am Donnerstag auch die Brücke-Fraktion im Stadtrat in einer Pressemitteilung an. Die Stadträte appellieren an die Verantwortlichen, die Braustuben zu erhalten, die in ihren Augen ein für den Stadtteil wichtiger gesellschaftlicher Anker und Treffpunkt über alle Generationen hinweg sind.
Weiterhin fordern sie die Stadtspitze mit Blick auf den Wohnungsmarkt zu umgehenden Verhandlungen mit den Eigentümern der Fläche auf. Die Brücke sieht auf dem Areal den Ort für Mischnutzung mit einem hohen Anteil an Wohnbebauung und kleinteiligem Gewerbe. Sollte eine Veranstaltungsfläche mittlerer Größe ab etwa 1500 Besuchern im Gebäudebestand möglich sein, müsse diese in Erwägung gezogen werden – unter dem Vorbehalt, dass sie mit einer Wohnbebauung in Einklang gebracht werden könne. Weiterhin bedauern die Brücke-Stadträte den Verlust von Arbeitsplätzen.