Zucker, Diesel und jetzt Biermalz: Nach und nach verfliegt der Duft von Regensburg

Von Daniel Pfeifer · 20. Januar 2026 um 20:00

Manche Erinnerungen kann man vor dem inneren Auge sehen, manche hören oder spüren. Und manche kann man riechen. Es gibt einige olfaktorische Eindrücke, die MZ-Redakteur Daniel Pfeifer immer mit Regensburg verbinden wird. In der Kolumne „Rengschburg mit allem“ lässt er sie mit Blick auf die Schließung der Bischofshof Brauerei wiederaufleben.

Welche Eindrücke wären das? Nunja, da wäre eine frühe Erinnerung, als Kind: Der süße Duft von Rübensirup im Osten. Ich kenne die Zuckerfabrik nur geruchstückhaft von ihren letzten Atemwolken, die in Schwaden über die Stadt zogen. Längst ist die Fabrik gesprengt, überbaut, eine Erinnerung.

Als Student brannten sich die Radfahrten zur Uni in mein Geruchsgedächtnis, als ich hinter alten Dieselbussen an Ampeln stand. Inzwischen sind immer mehr Busse elektrisch – bald 30 Prozent – und ich atme hinter ihnen an der Ampel nur frische Luft. Den alten Qualm vermisse ich nicht wirklich.

Der Malzduft der Regensburger Brauerei Bischofshof

Was ich jedoch vermissen werde: Den Duft nach Malz aus der Brauerei Bischofshof. Mehrmals täglich radle ich dort vorbei – zwischen Zuhause, Arbeit und Altstadt. Immer wieder ergreift mich die malzig-süße Duftwolke, die das Wohnviertel durchströmt wie eine schwere, benebelnde Flut. Ein Bekannter, der dort wohnt, hat sich schon immer darüber beklagt. Ich mag das Aroma. Nun, da die Brauerei vor der Schließung steht, hoffe ich, noch ein paar Mal den Malzduft in mein mentales Erinnerungsalbum abzuheften. Bevor er verschwindet.