Am Montag ist Stichtag: Welche neuen Gruppen schaffen es zur Regensburger Stadtratswahl?

Drei „neue“ Gruppierungen brauchen 430 Unterschriften, um an der Stadtratswahl in Regensburg teilnehmen zu können. Kurz vor Ende der Frist gibt es grundverschiedene Zwischenstände.
Politische Gruppierungen, die bislang nicht im Stadtrat vertreten waren oder bei der letzten Bundestags-, Landtags- oder Europawahl keine fünf Prozent hatten, müssen für die Teilnahme an der Kommunalwahl eine „Vorqualifikation“ durchlaufen. Bis 19. Januar um 12 Uhr brauchen sie 430 gültige Unterstützungsunterschriften.
Vor sechs Jahren sorgte dies für ein kurioses Bild in Regensburg. Wochenlang standen Christian Janele (CSB) und Jakob Friedl (Liste Ribisl) gemeinsam in der Kälte und warben um Zustimmung. Die beiden so grundverschiedenen Zeitgenossen – Janele ist ein bestens situierter Immobilienkaufmann, Friedl ein (Lebens-) Künstler – entdeckten dabei nicht nur Sympathien füreinander, sondern kamen auch ans Ziel und letztlich in den Stadtrat. 2026 treten beide wieder an.
Volt hat es geschafft
Heuer brauchen mit dem BSW, Volt und Zukunft – Junge Liste für Regensburg drei neue Gruppierungen Unterschriften. Abgegeben werden müssen diese von den Unterstützern persönlich bis Montag im Bürgerzentrum Stadtmitte oder in den Bürgerbüros Nord und Burgweinting. Kurz vor dem Stichtag zeichnet sich ein sehr unterschiedliches Bild ab.
Wir haben es geschafft. Seit Donnerstag sind wir sowohl bei den Unterschriften für die Liste als auch für unsere OB-Kandidatin gut drüber.Gwidion Enbarr, Volt
Jubel herrscht im Lager der paneuropäischen Partei Volt. „Wir haben es geschafft. Seit Donnerstag sind wir sowohl bei den Unterschriften für die Liste als auch für unsere OB-Kandidatin gut drüber“, berichtete am Freitagmorgen Gwidion Enbarr, die Nummer zwei der Stadtratsliste. Mittags kam die offizielle Bestätigung seitens der Stadt. Mit 524 (Stadtrat) beziehungsweise 459 (OB) gültigen Unterstützer-Autogrammen steht der erstmaligen Teilnahme von Volt an der Kommunalwahl nichts im Weg.
BSW droht ein Desaster
Für die vielfach als CSU-Ableger betrachtete Gruppierung Zukunft – Junge Liste für Regensburg wird es hingegen eng. Nur 277 Unterschriften standen am Freitag um 12.30 Uhr zu Buche – somit fehlten noch 153.
Ein Desaster droht schließlich dem BSW mit der langjährigen Stadträtin Irmgard Freihoffer. Sie stellte die notwendige Unterschriftensammlung in einem Werbe-Flyer als Ungerechtigkeit dar – schließlich habe ihre Partei nur um 0,019 Prozentpunkte den Einzug in den Bundestag verpasst, unter aus ihrer Sicht fragwürdigen Umständen. Was sie verschwieg: Relevant ist das Ergebnis in Bayern, und da hatte das BSW nur 3,1 Prozent. Noch weitaus schlechter ist die aktuelle Unterschriften-Zahl in Regensburg. Sie lag am Freitag bei 58.