Wahl 2026: Auch Christian Janele will Oberbürgermeister von Regensburg werden

Von Rainer Wendl · 6. Mai 2025 um 19:00

Wer folgt Gertrud Maltz-Schwarzfischer 2026 als Regensburger Stadtoberhaupt nach? Das Kandidaten-Tableau füllt sich immer weiter, jetzt ist auch CSB-Stadtrat Christian Janele dabei.

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Jetzt ist es eine ganze Handvoll: Mit Christian Janele, Einzelstadtrat der Christlich-Sozialen Bürger (CSB), steigt die Zahl der feststehenden Bewerber um das Amt des Oberbürgermeisters auf fünf. Der unlängst 60 Jahre alt gewordene Kaufmann der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft und Inhaber eines Immobilienunternehmens war bereits 2020 schon angetreten und hatte 1,4 Prozent der Stimmen geholt.

Nicht nur aufgrund dieser Vorgeschichte geht Janele nicht gerade als Favorit ins Rennen. Dennoch gab es für den gebürtigen Regensburger keine Alternative, als erneut seinen Hut in den Ring zu werfen. „Nur so kann man einer Wählergemeinschaft Gehör verschaffen. Wer wahrgenommen werden will, braucht einen OB-Kandidaten“, sagt er und hat dabei beispielsweise die Präsenz bei Podiumsdiskussionen im Blick.

Seriös in der Koalition gearbeitet

Abgesehen von dieser taktischen Herangehensweise sieht der CSB-Stadtrat aber auch die nötigen Kompetenzen in sich vereint. Als Unternehmer denkt er dabei zunächst an das Thema Wirtschaft. „Ich habe geschäftlich ständig mit Vertretern von Betrieben jeder Größe zu tun. Was alle gemeinsam haben, ist die Sorge oder auch der Ärger über den Stillstand, der in der Stadt herrscht. Da muss dringend wieder Schub her.“

Exemplarisch für den Stillstand ist für Janele die Einzelhandelssituation in der Altstadt. „Was haben wir denn nach der Kaufhof-Schließung noch am Neupfarrplatz?“, fragt er und gibt die Antwort gleich selbst: „Wegen einem Edeka muss ich nicht in die Innenstadt fahren.“ Zumal dieser Weg ins Zentrum in seinen Augen immer mehr erschwert wird. Bei der Hälfte seiner Stadtratskollegen hat er eine „Autofeindlichkeit“ diagnostiziert – diese beeinträchtige nicht nur die Erreichbarkeit der Altstadt, sondern sei auch eine Zumutung für die rund 100 000 Einpendler. Zugleich plädiert Janele für einen besseren ÖPNV mit optimierten Linien, dichterem Takt und attraktiveren Fahrpreisen. „Das kostet natürlich Geld. Aber statt immer nur darüber zu reden muss man solche Sachen halt einfach mal machen und Maßnahmen umsetzen.“

Nur dank mir ist die Astrid Bürgermeisterin geworden.

Christian Janele, OB-Kandidat

Diese fehlende Entscheidungsstärke bei der Stadtspitze sieht er ebenso bei kleinen Themen wie der WC-Situation in der Innenstadt: „Über Jahre haben wir immer wieder im Koalitionsausschuss darüber geredet. Besser geworden ist nichts.“

Apropos Koalition: Bis zu deren Bruch im vergangenen Sommer fungierte Janele hier als Zünglein an der Waage. Aus dem bisweilen belächelten CSB-Einzelkämpfer war plötzlich der unverzichtbare Garant für Mehrheiten geworden. „Nur dank mir ist die Astrid (Freudenstein; Anm. d. Red.) Bürgermeisterin geworden“, erinnert er daran, dass das 2020 geschmiedete Rathaus-Bündnis und die Mitwirkung der CSU daran ohne ihn nicht möglich gewesen wäre. Diese Verantwortung hat er seriös getragen, ohne Durchstechereien und in Loyalität zur Oberbürgermeisterin.

Offen für neue Bündnisse – und im Fall des Falles auch für ein Amt

Obwohl er beispielsweise nie ein Fan der Stadtbahn war, hielt er sich bei dem Thema zurück und übte sich in Koalitionsdisziplin – ganz im Gegensatz zu CSU und Freien Wählern, deren Verhalten letztlich zum Bruch des Bündnisses führte.

„Das war nicht die feine Art“, hat Janele eine klare Meinung zu diesem Ausscheren. Ein ehrlicher, kollegialer Umgang ist ihm lieber. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die Wochen vor der Kommunalwahl 2020, als er zusammen mit Ribisl-Stadtrat Jakob Friedl tagelang in der Kälte stand. Beide mussten Unterstützer-Unterschriften sammeln, um zur Wahl zugelassen zu werden. Der Künstler Friedl ist zwar der komplette Gegenentwurf zum Immobilien-Unternehmer, dennoch weiß er seit dieser gemeinsamen Erfahrung: „Mit dem Jakob kann man reden.“

Ausgleichende Charaktere wie ihn – davon ist Janele überzeugt – wird es auch nach der nächsten Wahl brauchen. „Ich glaube nicht, dass ein Zweier- oder Dreierbündnis die Mehrheit haben wird.“ Und dann stünde er wieder bereit. Er geht zwar realistischerweise nicht zwingend davon aus, Oberbürgermeister zu werden – „aber 3. Bürgermeister, wieso nicht?

Die weiteren Kandidaten

• Klarheit: Neben CSB-Mann Christian Janele stehen bereits Astrid Freudenstein (CSU), Helene Sigloch (Grüne), Thomas Thurow (Brücke) und Horst Meierhofer (FDP) als OB-Kandidaten fest.

• Spannung: Offen ist noch, wer für die SPD den OB-Sessel der nicht mehr antretenden Gertrud Maltz-Schwarzfischer verteidigen soll. Der Parteivorstand hat sich bereits für Thomas Rudner ausgesprochen. Bei der Kür durch die Delegiertenversammlung werden aber auch Fraktionschef Thomas Burger noch Chancen eingeräumt.

• Verkündung: Am kommenden Montag präsentieren die Freien Wähler ihren Kandidaten.