Schäden sind viel größer als angenommen: Parkhaus auf der Schanze in Cham bleibt weiter zu

Von Mittelbayerische Zeitung · 19. Januar 2026 um 10:00

Bereits seit August vergangenen Jahres müssen die Chamer auf die 186 Stellplätze des Parkhauses auf der Schanze verzichten. Der Grund dafür: Das Gebäude wird aufgrund von Salzwasserschäden saniert. Zu Beginn der Arbeiten hieß es, die Sanierung würde bis Ende des Jahres 2025 abgeschlossen sein. Doch das Parkhaus ist immer noch geschlossen. Jetzt gibt es Neuigkeiten vom Leiter der Stadtwerke Cham, Stefan Raab.

Video ansehen

„Das Parkhaus wird erst im Mai wieder aufmachen“ – die Sanierungsarbeiten würden knapp ein halbes Jahr länger dauern als erwartet.

Aufmerksam wurde man auf die Schäden bei einer Begehung des Gebäudes, bei der auffiel, dass der Beton an manchen Stellen aufgeplatzt ist. Danach beschafften sich die Stadtwerke Stellungnahmen von zwei Gutachtern zu diesen Schäden. Mehr als 100 Probebohrungen wurden durchgeführt und die Bohrkerne im Labor untersucht.

Man kam zu der Erkenntnis, dass eine Sanierung notwendig sei, um die Gefahr auszuschließen, dass Betonstücke abplatzen und herunterfallen. Man habe nicht riskieren wollen, dass diese Betonstücke Menschen verletzten oder Autos beschädigten, sagt Raab. Auch habe nicht ausgeschlossen werden können, ob diese Schäden die Statik des Gebäudes beeinträchtigten. Gleich darauf wurde dann ein Konzept für die Sanierung und die Kosten erstellt und eine Ausschreibung veröffentlicht.

Stahlmatten beschädigt

Am 25. August schloss das Parkhaus auf der Schanze endgültig, seitdem wird es saniert. „Das war auch für die Anwohner keine schöne Zeit: Die Fräsarbeiten erzeugten immensen Lärm, waren jedoch die schnellste Möglichkeit“, sagt Raab. Und dann kam die Erkenntnis: Die Schäden sind deutlich umfangreicher als anfangs von den Fachkräften angenommen. Es musste die 3,5 Mal mehr Fläche saniert werden als ursprünglich angenommen.

Bei den Sanierungsarbeiten wurde dann noch etwas klar: Die Stahlmatten im Beton waren entweder beschädigt oder zum Teil gar nicht mehr vorhanden. Auch deswegen war die Sanierung laut Raab „höchste Eisenbahn. Es wäre grob fahrlässig gewesen, das Parkhaus nicht gleich komplett zu sanieren.“

Vor dem Lackieren muss der Rost von den Stahlträgern entfernt werden. - Foto: Simone Auerbeck

Auch das Wetter hat den Arbeitern nicht gerade weitergeholfen – die Kälte sowie die Nässe des Schnees verzögerten die Fertigstellung noch weiter. „Dagegen bin ich aber leider machtlos“, so Raab. Vor Weihnachten konnten jedoch noch alle Bohrarbeiten abgeschlossen werden. Da der Beton vollständig ausgehärtet ist, konnten auch die Stahlstützen entfernt werden. „Es sieht optisch jetzt zumindest schon mal ein wenig besser aus“, so Stefan Raab.

Seit dem 12. Januar laufen die Sanierungsarbeiten wieder. Am 16. Januar wurde damit begonnen, die Stahlträger im Keller brandschutzsicher zu verkleiden. So würden im Falle eines Brandes die Stahlträger die Last der Decke dennoch tragen können.

Es wird nicht mehr Parkplätze geben, sondern eher fünf bis sechs weniger.Stefan Raab, Leiter der Stadtwerke Cham

Aber auch dann ist noch nicht alles getan: Die Stahlträger müssen entrostet und lackiert, die Wände verputzt und gestrichen sowie die Leitungen für Strom und Wasser wieder installiert werden.

„Die größten Bauchschmerzen aber habe ich wegen der anstehenden Bodenbeschichtung“, sagt Stefan Raab. Der neue Beton müsse versiegelt werden, damit ihn kein Salzwasser mehr beschädigen könne. Auch deswegen kann man das Parkhaus nicht schon wieder öffnen – man muss noch auf die Beschichtung warten. Geplant ist sie für Ende Februar. Es wird vier Wochen dauern, den Beton abzuschleifen, die Schicht aufzutragen und diese aushärten zu lassen.

Neue Schranken

„Es wird nicht mehr Parkplätze geben, sondern eher fünf bis sechs weniger“, so Stefan Raab. Dafür sollen die Parkplätze größer werden an Stellen, wo die bereits vorhandenen Stahlträger dies zulassen. Auch die Schranken an der Ein- und Ausfahrt des Parkhauses werden im Zuge der Sanierung erneuert. „Die Schranken sind veraltet und es gibt keine Ersatzteile mehr.“ Das neue System würde kamerabasiert funktionieren – am Parkdeck des Schulbergs läuft das bereits so. Beim Einfahren ins Parkhaus wird das Nummernschild des Autos von einer Kamera gescannt. Im Parkhaus können die Parker dann an einem Terminal mit Eingabe ihres Nummernschildes den zu zahlenden Betrag abrufen. Dieser kann bar, mit Karte oder mithilfe einer App bezahlt werden. Beim Ausfahren wird dann noch einmal das Nummernschild gescannt. Wenn das Ticket nicht bezahlt ist, wird der Fahrer darauf aufmerksam gemacht und muss, falls er dennoch nicht bezahlt, mit einer Strafe rechnen.

Hier finden Sie alle Nachrichten aus dem Kreis Cham.

Eine eher negative Nachricht: Die Parktickets werden teurer. Vor der Schließung kostete die erste Stunde einen Euro, jede weitere dann 50 Cent. Dauerparker zahlten 35,70 Euro pro Monat. Nach der Öffnung wird es ein wenig teurer: Die ersten zwei Stunden kosten einen Euro, jede weitere 60 Cent. Die Parkpreise haben aber eine Begrenzung – Tagsüber, von 7 bis 19 Uhr, zahlen Parker maximal sieben Euro, nachts, von 19 bis 7 Uhr, maximal sechs Euro. Dauerparker zahlen dann 47,60 Euro pro Monat, das beläuft sich auf in etwa 1,60 Euro pro Tag. „Diese Preise sind zwar nicht kostendeckend, aber darum geht es uns auch gar nicht“, so Stefan Raab. Man wolle den Bürgern die Möglichkeit geben, im Herzen von Cham sicher zu parken.

Für die Sanierung war ursprünglich ein Budget in Höhe von 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Durch die Ausweitung der Sanierung werden sich die Kosten auf rund zwei Millionen Euro summieren. Die Sanierung des Parkdecks am Schulberg kostete 1,4 Millionen Euro. „Das war einfacher, weil wir in Abschnitten arbeiten konnten und darum nicht das ganze Parkdeck dauerhaft schließen mussten“, so Raab. Da das Parkhaus auf der Schanze jedoch nur einen Ein- und Ausgang besitzt, muss hier alles auf einmal saniert werden.

Das Parkhaus auf der Schanze wird also voraussichtlich im Mai wieder öffnen – mit neuem Zahlsystem, anderen Preisen und rundum saniert.