Influenza-Patienten, die beatmet werden müssen: Grippe-Welle im Kreis Cham früher da als sonst

Von Nils Mayer · 16. Januar 2026 um 05:00

Die Grippewelle ist im Landkreis Cham angekommen – und das früher als sonst. Das bestätigt Constanze Kumpf, Pressesprecherin der Sana Kliniken des Landkreises Cham, auf Nachfrage unseres Medienhauses. Aktuell würden an den Standorten Cham und Bad Kötzting insgesamt 15 Patienten aufgrund einer Influenza-Infektion stationär behandelt. Einige dieser Patienten litten zusätzlich an einer bakteriellen Lungenentzündung, die als sekundäre Infektion/Komplikation aufgetreten sei. „Unter ihnen sind drei Patienten so schwer betroffen, dass sie künstlich beatmet werden müssen und auf der Intensivstation versorgt werden“, informiert Kumpf.

Im Vergleich zu den Vorjahren sei die aktuelle Zahl gefühlt ähnlich, jedoch habe die Influenza-Welle in diesem Jahr früher eingesetzt. „Im Dezember 2025 haben wir bereits 51 Patienten mit Influenza stationär behandelt. Auch im Januar 2026 liegen wir bereits über den Zahlen des Vorjahres. Erfreulicherweise gelingt es uns derzeit, die Versorgung bedarfsgerecht zu steuern. Bei fast allen Patienten handelt es sich übrigens um Influenza vom Typ A.“

Kinder selten in Behandlung

Es sei gleich eine Reihe von Beschwerden, von denen Patienten berichteten und aufgrund derer sie in den Sana-Kliniken behandelt würden. Dazu zählten vor allem hohes Fieber, ausgeprägte Abgeschlagenheit sowie starke Kopf- und Gliederschmerzen. „Besonders ältere Patienten sind häufig betroffen, da sie oft unter Vorerkrankungen leiden, die das Risiko für einen komplizierten Krankheitsverlauf erhöhen. Diese Komplikationen können unter anderem zu einer bakteriellen Lungenentzündung führen, die mit Symptomen wie Atemnot einhergeht. Solche Patienten benötigen in der Regel eine stationäre Behandlung, die eine intravenöse Gabe von Antibiotika und gegebenenfalls auch Sauerstoff umfasst.“

Im Gegensatz dazu seien Kinder nur selten wegen Influenza im Chamer Krankenhaus in Behandlung. Constanze Kumpf: „Stattdessen behandeln wir eher Jugendliche und junge Erwachsene. Diese Gruppen zeigen oft ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl, können jedoch in der Regel nach kurzer Zeit wieder entlassen werden.“

Die Frage, ob die Grippe-Saison eine Belastung für das Krankenhaus darstelle, beantwortet Kumpf mit „Ja“. „Die Grippe-Saison stellt jedes Krankenhaus jährlich vor erhebliche Herausforderungen.“ In den Wintermonaten komme es regelmäßig zu einem Anstieg grippaler und respiratorischer Infekte. Neben Influenza, die stark ansteckend sei, könnten auch das Coronavirus und das RS-Virus bei älteren oder vorerkrankten Patienten zu schweren Krankheitsverläufen führen.

„Derzeit haben wir drei Patienten mit COVID-19- und RSV-Infektionen stationär in Behandlung. Um sicherzustellen, dass wir keinen infektiösen Patienten übersehen, der möglicherweise andere Patienten anstecken könnte, sind umfassende und teils zeit- sowie kostenintensive Testungen notwendig. Dies ist entscheidend, um die Ausbreitung von Infektionen im Krankenhaus zu verhindern.“ Zudem erfordere jeder stationär aufgenommene, infektiöse Patient – unabhängig vom Erreger – einen erhöhten Hygieneaufwand.

Eine erhöhte Belastung

Dieser Mehraufwand umfasse zusätzliche Maßnahmen zur Desinfektion und Schutzvorkehrungen, um sowohl das Personal als auch andere Patienten zu schützen. Diese Faktoren führten zu einer erhöhten Belastung für die Mitarbeiter und die Ressourcen des Krankenhauses, insbesondere während der Hochsaison für Atemwegsinfekte.

Gehen die Sana-Kliniken von einer besonders heftigen Grippe-Welle aus und werden möglicherweise bestimmte Vorkehrungen getroffen, um die Aufnahme weiterer Patienten zu ermöglichen? Constanze Kumpf: „Aktuell sind neben der Einführung der Maskenpflicht unserer Mitarbeiter bei direktem Patientenkontakt keine zusätzlichen Vorkehrungen geplant. Wir stehen jedoch in engem und konstruktivem Austausch mit der Sektionsleitung Infektiologie sowie den ärztlichen Kollegen der Krankenhaushygiene. Dies ermöglicht es uns, schnell auf mögliche Veränderungen im Infektionsgeschehen zu reagieren und gegebenenfalls notwendige Maßnahmen abzuleiten. Auf Basis unserer Erfahrungen aus den vergangenen Jahren sind wir gut auf die Grippe-Saison vorbereitet.

Eine umfassende Bewertung der Situation und der getroffenen Maßnahmen erfolge im Frühjahr, „wenn wir ein klares Bild der Grippe-Welle und ihrer Auswirkungen auf die Patientenaufnahme und Versorgung haben“.