Angerinsel beschäftigt die Nittenauer: Rathauschef erklärte, woran es bei der Planung hakt

Die Reihe der Bürgerversammlungen in Nittenau ist eröffnet: Rund 50 Interessierte kamen trotz Glatteiswarnung am Montagabend zur Auftaktveranstaltung nach Muckenbach ins Gasthaus Schmidbauer, um dem Bericht von Bürgermeister Benjamin Boml (FW) zu lauschen und Fragen zu stellen. Ein Thema war die Entwicklung der Angerinsel.
Auch in Asang und Neuhaus nutzten Bürger im Lauf der Woche die Gelegenheit, sich direkt beim Rathauschef zu informieren. Boml gab zunächst jeweils einen Überblick über den Haushalt 2026 und ging dabei auch auf die Schuldenentwicklung der Stadt ein. Heuer werde man Kredite in Höhe von 2,9 Millionen Euro aufnehmen, erklärte er. Am Jahresende werde der Schuldenstand bei rund 13,3 Millionen Euro liegen.
73 Geburten in Nittenau registriert
Wie Boml weiter berichtete, habe man in Nittenau im vergangenen Jahr 49 Eheschließungen verzeichnet, außerdem 73 Geburten und 146 Sterbefälle. Die Stadt habe derzeit 9845 Einwohner, wovon 1534 Ausländer seien.
Auch auf den Breitbandausbau ging Boml ein. Rund 129 000 Euro mache der städtische Anteil am Glasfaserausbau der Telekom aus, der nach der bayerischen Gigabitrichtlinie gefördert werde. Die Maßnahme werde bis Mitte 2026 in Stefling-West, Hof, Neuhaus, Thann, Muckenbach, Bodenstein und St. Martin über die Bühne gehen. Bis spätestens 2029 werde der Ausbau für weitere 51 Haushalte in Stefling-Ost und einen Haushalt in Tiefenbach erfolgen. Dann werde man das komplette Stadtgebiet mit Glasfaser erschlossen haben, freute sich Boml.
Videoüberwachung kommt für Grüngutannahmestellen
Nach seinem ausführlichen Bericht über eine Vielzahl weiterer Themen und Projekte aus dem Stadtgebiet hatten die Bürger Gelegenheit, Fragen zu stellen. So wollte ein Versammlungsteilnehmer beispielsweise wissen, wie der aktuelle Stand in Sachen Videoüberwachung auf der Angerinsel sei. Boml erklärte, die Verwaltung sei dabei, das Thema abzuklären. Glücklicherweise habe es in letzter Zeit dort keine Vorfälle gegeben, die eine solche Überwachung rechtfertigten.
Anders sehe es allerdings bei der angedachten Videoüberwachung für die Grüngutannahmestellen in der Fischbacher Straße beim TSV Nittenau und in Fischbach aus. Hier habe die Stadt von ihrem Datenschutzbeauftragten das Ok bekommen, die Überwachung zu starten. Sobald man die passenden Kameras beschafft habe, könne man die beiden Grüngutannahmestellen wieder reaktivieren, erklärte Boml. Die Stadt hatte sie geschlossen, weil dort immer wieder Müll illegal entsorgt worden war.
Weißmühle: Stadt ist im Gespräch mit Eigentümern
Auch die zukünftige Entwicklung der Angerinsel beschäftigt die Nittenauer, weshalb hier ebenfalls aus den Zuhörerreihen nachgehakt wurde. Konkret wollten Bürger wissen, wie es mit dem Gelände der ehemaligen Weißmühle weitergehe. Boml bestätigte, dass es einen Eigentümerwechsel gegeben habe. Mittlerweile sei auch eine Machbarkeitsstudie für das Areal erstellt worden. Momentan führe die Stadt Gespräche mit den Eigentümern über deren Pläne für die Zukunft des Geländes.
Ein anderer Bürger wollte von ihm wissen, wie es auf jenem Teil der Angerinsel weitergehe, der der Stadt gehöre. Der Rathauschef erklärte, derzeit plane man dort eine kleine Veranstaltungsfläche und einen Erlebnisspielplatz. Allerdings sei die Stadt von den Baumaßnahmen für den geplanten Hochwasserschutz abhängig. Der erste, rund 27,5 Millionen teure Bauabschnitt werde wohl aber nicht vor den 2030er Jahren beginnen, lautete Bomls Einschätzung.

Auf der Angerinsel sind nur kleine Schritt möglich
Zudem sei die finanzielle Lage der Stadt Nittenau derzeit schwierig, weshalb man auf der Angerinsel in den kommenden beiden Jahren wohl „nicht die große Lösung“ umsetzen könne. Möglicherweise könne man aber in den Bereichen, die nicht vom Hochwasserschutz betroffen seien, eine Maßnahme vorziehen und zum Beispiel den geplanten Spielplatz realisieren, wenn es die finanziellen Möglichkeiten der Stadt wieder erlaubten, so Boml.
Eine weitere Frage bezog sich auf die städtischen Liegenschaften: Ein Versammlungsbesucher wollte wissen, ob man hier nicht auch eine Bürgerbeteiligung, ähnlich wie bei Windkraftanlagen, einführen könne. Boml erklärte, das sei problematisch, weil solche Gebäude – zum Beispiel der geplante Hort an der Schule – keine Rendite abwerfen würden.