Nittenauer Angerinsel: Auch auf dem Weißmühlgelände soll es Veränderungen geben

Auf der Angerinsel konnten die Nittenauer (Landkreis Schwandorf) heuer beobachten, wie ein großes Stück Stadtgeschichte endete: Im Frühjahr gingen die Abrissarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Konservenfabrik über die Bühne. Die Neugestaltung wird allerdings noch länger auf sich warten lassen.
Seit 1994 gehört das Konservenfabrikgelände der Stadt. Seitdem war die Frage, was hier entstehen könnte, immer wieder einmal auf der Tagesordnung des Stadtrats gelandet. 2017 schließlich hatte das Gremium entschieden, externe Planer ins Boot zu holen. Es folgten eine EU-weite Ausschreibung und ein Wettbewerb, bei dem die besten Gestaltungsideen für die Insel gesucht wurden.
Als Herzstück war lange Zeit das umstrittene Haus des Flusses im Gespräch gewesen. Gemeint war damit ein Gebäude mit Tourismusbüro, Veranstaltungsräumen und Ausstellungen zum Thema Fluss. Auch ein Wirtshaus oder Hotel mit Saal war angedacht gewesen.
Spielplatz und Biergarten sind im Gespräch
Von diesen Ideen hatte sich der Stadtrat im April 2021 offiziell verabschiedet. Stattdessen ist seitdem ein Ideen-Mix mit Vorschlägen aus den Fraktionen im Gespräch – zum Beispiel mit Biergarten, einer Tribüne oder Terrasse mit Blick zum Regen, einem barrierefreien Erlebnisspielplatz am Wasser, Liegeflächen, einer Boulderwand und einem Bootsverleih.
Glücklicherweise musste die Stadt die Kosten für die Freilegung des Areals nicht allein schultern: Nach Angaben aus dem Rathaus schlugen die Abrissarbeiten 2025 mit 628.000 Euro zu Buche, doch aus dem Topf der Städtebauförderung gab es einen Zuschuss in Höhe von 80 Prozent.
Für die Entwicklung der Angerinsel mit Regenzugang und Stärkung der Naherholungsfunktion werden für 2026 keine Ausgaben eingeplant. Die Planung soll erst 2027 weiterverfolgt werden.Benjamin Boml, Bürgermeister
Was können die Nittenauer nun im Jahr 2026 an weiteren Veränderungen auf dem oft als Filestück bezeichneten Areal erwarten? „Für die Entwicklung der Angerinsel mit Regenzugang und Stärkung der Naherholungsfunktion werden für 2026 keine Ausgaben eingeplant. Die Planung soll erst 2027 weiterverfolgt werden“, teilte Bürgermeister Benjamin Boml (FW) kürzlich den Stadträten mit.
Konkret heißt das: Mit Hilfe von Mitteln aus dem Städtebauförderprogramm will sich die Stadt als nächsten Schritt mit Bodenuntersuchungen, wasserrechtlichen Fragen und einem Landschaftsplan auseinandersetzen. Dafür sind 2027 dann 47.000 Euro vorgesehen und 2028 voraussichtlich 32.000 Euro.
Konkret sichtbare Veränderungen sind laut Mitteilung aus dem Rathaus dann offenbar 2029 realistisch: Für den ersten Bauabschnitt der neuen Freianlagen auf der Angerinsel sei in diesem Jahr dann mit Kosten von 430.000 Euro zu rechnen.

Bebauungsplan soll aufgestellt werden
Doch nicht nur das Gelände der ehemaligen Konservenfabrik wird die Stadt in den kommenden Jahren beschäftigen: Auch für das Quartier am Anger zwei bis zwölf – also für den Bereich bei der Weißmühle – will man die Erneuerung vorbereiten. Auf Anraten der Regierung der Oberpfalz soll die Stadt hierfür einen Bebauungsplan aufstellen, um die Voraussetzung der Neuordnung festzulegen. Im Plan sollen detaillierte Informationen zu Anordnung der Gebäude, der Geschosse, der Eingrünung festgesetzt werden. Nach aktuellem Stand ist hierfür nach Angaben aus dem Rathaus mit Kosten von rund 20.000 Euro zu rechnen.
Doch um das Weißmühlgelände neu zu gestalten, müsste es zunächst einmal freigelegt werden. Die Regierung der Oberpfalz hat der Stadt eine Möglichkeit der Förderung des Abbruchs mit 60 Prozent eingeräumt, sofern die Stadt Nittenau die restlichen 40 Prozent übernimmt. Wie man konkret vorgehen will, ist noch nicht entschieden. Die Stadt hat dennoch Kosten in Höhe von 550.000 Euro in der Bedarfsmitteilung an die Städtebauförderung eingeplant.
Seit 1989 Unterstützung durch die Städtebauförderung
Rund zehn Millionen Euro hat die Stadt Nittenau in den vergangenen 35 Jahren in Sanierungsprojekte in der Innenstadt gesteckt – und aus dem Städtebaufördertopf rund 4,5 Millionen Euro an Zuschüssen erhalten. Seit 1989 nimmt die Stadt alljährlich an den Programmen der Städtebauförderung teil, die von Bund und Ländern finanziert werden.
In dieser Zeit sind nach Angaben aus dem Rathaus rund 50 Maßnahmen realisiert worden. Das erste Projekt etwa war 1989 die Sanierung der Stadttürme und der Reste der historischen Stadtmauer. Auch die Quartiere Am Burghof, Kellnergasse und Oberer Torweg wurden mit Hilfe des Städtebauförderprogramms neu gestaltet.