Stadt Nittenau will ihr Entwicklungskonzept fortschreiben

Trotz einer umfangreichen Tagesordnung ging die Sitzung des Nittenauer Stadtrats zügig über die Bühne. Dabei stand neben der Jugendarbeit vor allem die künftige Stadtentwicklung im Mittelpunkt. Wichtigstes Ergebnis: Das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) soll fortgeschrieben werden.
Bürgermeister Benjamin Boml (FW) merkte dazu an, dass die Stadt Nittenau bereits in den Jahren 2014/15 ein Stadtentwicklungskonzept erarbeitet habe. Dieses sei aber mittlerweile überholt, da viele der seinerzeit geplanten Projekte wie der Ersatzneubau der Regenbrücke, die Baufeldfreimachung der Angerinsel, die Errichtung der Nord-Ost-Umgehung, die Neuordnung des Pfarrhofs oder die Erstellung von Gutachten für Schlingmann-Areal und BayWa-Gelände bereits verwirklicht worden seien.
Jetzt sollten neue Bausteine wie Klimaschutz und -anpassung, Digitalisierung oder Barrierefreiheit in das ISEK aufgenommen werden, so der Bürgermeister. Der Umfang und die inhaltlichen Bausteine des ISEK sollten für die Erstellung der Vergabeunterlagen erarbeitet und mit der Städtebauförderung abgestimmt werden. Erstellt werden solle die Fortschreibung in den Jahren 2026 und 2027. Dabei könne man mit einem Zuschuss aus der Städtebauförderung von 60 Prozent rechnen. Für die Haushaltsjahre 2026 und 2027 werden dafür 60.000 Euro an Mitteln eingeplant, wie der Stadtrat einstimmig beschloss.
Noch ein weiterer Tagesordnungspunkt befasste sich mit der Stadtentwicklung. Peter Großmann von der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft zeigte dabei auf, welche Perspektiven sich im Sanierungsgebiet für die Stadt Nittenau ergeben könnten. Das Nürnberger Büro war bei der jüngsten Sitzung beauftragt worden, zusammen mit der Verwaltung die Projektarbeit im Sanierungsgebiet zu betreuen. Das 14 Hektar große Areal umfasst die Angerinsel, den Anger und die Altstadt. Aber nicht nur die Stadt soll Hilfe bei Anträgen oder Vergaben bekommen – auch Privatpersonen, die ihre Anwesen sanieren wollen, könnten von der Zusammenarbeit profitieren.
Jugendarbeit bei der Sitzung im Fokus
Zuvor hatte bei der Stadtratssitzung die Jugendarbeit in Nittenau im Fokus gestanden. Den Jahresbericht über die Aktivitäten des Jugendparlaments stellte Veronika Kangler vor. Sie informierte über zahlreiche Veranstaltungen im JuNit – vom „Pizzadate“ über einen Kinoabend bis zum Halloween-Gewinnspiel. Doch die Jugendlichen hätten nicht nur gefeiert. Sie beteiligten sich auch mit einem Stand beim Bürgerfest, waren beim Volksfesteinzug vertreten und informierten bei einer Jungbürgerversammlung über die Aktivitäten des Jugendparlaments. Bei dieser Gelegenheit konnten auch einige Mitstreiter gewonnen werden.
Anschließend stellte die neue Jugendpflegerin Alicia Frerichs das Konzept ihrer Arbeit in Nittenau vor. Zielgruppe seien Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 18 Jahren aus Nittenau und Umgebung. Aber auch Jugendliche, die in Nittenau zur Schule gingen und ihre Freunde begleiten wollten, seien willkommen. Auch das JuNit wird von Frerichs betreut, und die Jugendpflegerin gab einen Überblick über einen typischen Tagesablauf. In der Einrichtung sei immer Zeit für Gespräche, Projekte oder Spiele, und es gebe auch kreative Angebote. Bürgermeister Benjamin Boml betonte, dass dieses Konzept sicherlich noch weiter wachsen werde und bezeichnete die Investition in die Stelle als gute Sache.
Christoph König (Grüne) wollte wissen, ob es über das JuNit hinaus noch weitere Einsatzgebiete gebe. Dies konnte Frerichs bejahen. Momentan lege man zwar das Hauptaugenmerk auf das Jugendzentrum, man wolle aber auch mit den Schulen, Vereinen und dem Seniorenbeirat zusammenarbeiten. Gunther Stangl (FW) wollte wissen, ob auch Ausflüge geplant seinen. Auch darauf gab Frerichs eine positive Antwort und verwies auf die enge Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring.
Die Stadträte befassten sich auch mit dem Erlass von Richtlinien für einen ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten. In der Stadtratssitzung vom Februar war über die Einführung eines Beirats für Menschen mit Behinderung beraten worden. Als Ergebnis hatte der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, die Rahmenbedingungen dafür zu prüfen. Auf Rückfrage teilte die Behindertenbeauftragte des Landkreises Schwandorf mit, dass ihr nicht bekannt sei, dass es im Landkreis einen Behindertenbeirat gebe. Es gebe jedoch Behindertenbeauftragte, zum Beispiel in Bruck, Dieterskirchen, Oberviechtach, Nabburg, Pfreimd, Schwarzenfeld und im Städtedreieck, so ihre Aussage.
Arbeit für Behinderte wird forciert
Daraufhin erarbeitete die Verwaltung Richtlinien für die Arbeit eines ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten, die vom Stadtrat einstimmig gebilligt wurden. Der Behindertenbeauftragte wird vom Stadtrat bestellt und abberufen, seine Aufgabe besteht hauptsächlich in der Interessenvertretung von Menschen mit Handicap und der Beratung von Stadtrat und Verwaltung in allen damit zusammenhängenden Fragen.
Bereits im Bauausschuss war eine geplante Photovoltaikanlage in der Gemarkung Untermainsbach positiv bewertet worden. Nun gab der Stadtrat endgültig grünes Licht und fasste den Aufstellungsbeschluss für das Projekt.