Stadtpark geplant: Auf der Angerinsel in Nittenau laufen die Abbrucharbeiten

Von Cornelia Lorenz · 4. Februar 2025 um 17:00

Ein großes Stück Nittenauer Stadtgeschichte geht zu Ende: Die Abrissarbeiten im Bereich der ehemaligen Konservenfabrik auf der Angerinsel laufen in dieser Woche auf Hochtouren. Noch bis Ende März dauert die Maßnahme, dann soll hier zunächst eine Wiese angelegt werden. Doch was kommt danach?

Für den Durchgangsverkehr ist der Bereich zwischen der großen und kleinen Regenbrücke wegen der Abbrucharbeiten derzeit noch tabu. Doch ab dem morgigen Donnerstag soll der Verkehr wieder über die Straße „Am Anger“ fließen können, wie die Stadt Nittenau mitteilte.

Kein Wunder, denn hier ist schweres Gerät im Einsatz. Am Montag wurde damit das ehemalige Wohnhaus mit der Hausnummer 5 abgebrochen, was bei Passanten für neugierige Blicke sorgte.

Am Dienstag war dann das Gebäude mit der Hausnummer 11 an der Reihe, wo zuletzt unter anderem ein Dönerladen untergebracht war. Die Leitl-Halle, die früher hauptsächlich als Lager genutzt wurde, ist bereits vor ein paar Tagen dem Erdboden gleichgemacht worden.

In Summe kostet der Abbruch der maroden Gebäude auf der Angerinsel rund 519 000 Euro. Die Regierung der Oberpfalz fördert diese Maßnahme mit einem Satz von 80 Prozent, weshalb die Stadt einen Eigenanteil von 104 000 Euro schultern muss.

Vier Firmen waren interessiert

Einige Nittenauer Bürger haben sich bereits die Frage gestellt, warum keine Firma aus der Stadt selbst den Auftrag für die Abbrucharbeiten auf der Angerinsel bekommen hat, sondern ein Betrieb aus Roding. Im Rahmen der Ausschreibung hätten sich vier Unternehmen beworben, allerdings keines aus Nittenau, heißt es dazu aus dem Rathaus.

Mit den Abrissmaßnahmen verschwinden nun endgültig die letzten Spuren eines Unternehmens, das Nittenau über Jahrzehnte hinweg prägte: Egal ob Pilze, Kirschen, Bohnen, Apfelmus, Essiggurken oder Marmelade – „Zimmerer-Konserven“ aus Nittenau waren einst in Lebensmittelmärkten in ganz Deutschland zu kaufen. Bis zu 150 Menschen hätten hier phasenweise gearbeitet, erinnern sich ehemalige Angestellte.

Betrieb in Nittenau wurde immer wieder erweitert

Im Jahr 1931 hatte Josef Zimmerer in seinem Wohnhaus mit der Produktion begonnen. 1939 kaufte er das sogenannte Piendlhaus hinzu. Dadurch konnte er Konserven in viel größeren Mengen produzieren als zuvor. Über die Jahre hinweg wurde der Betrieb sukzessive erweitert – auf der Angerinsel entwickelte sich dadurch eine weitläufige Fabrikanlage.

1993 schließlich ging die Geschichte des Unternehmens in Nittenau zu Ende – schnell und für viele überraschend: Die Mitarbeiter standen damals von heute auf morgen auf der Straße und mussten sich nach neuen Arbeitsplätzen umsehen. Im Juni 1995 kaufte die Stadt das rund 16 000 Quadratmeter große Zimmerer-Areal für 3,5 Millionen Mark.

Nun kann die Stadt auf dem Gelände ein neues Kapitel aufschlagen. Bis Ende März sollen die Abbrucharbeiten auf der Angerinsel erledigt sein. Doch was passiert dann? Wird die seit Jahren viel diskutierte Neugestaltung des Areals Fahrt aufnehmen?

Gespräche laufen

Die Bürger werden wohl noch eine große Portion Geduld benötigen. Ende März soll hier erst einmal Humus aufgebracht werden. „Es entsteht eine grüne Wiese mit kleinen Wegen für Fußgänger“, sagt Rathaussprecherin Alexandra Oppitz.

Wie Bürgermeister Boml (FW) betont, laufen derzeit Gespräche und Planungen für einen Stadtpark auf der Angerinsel. Allerdings müsse man alles auf die Planungen des Freistaats zum Hochwasserschutz abstimmen. Wann die Neugestaltung der Angerinsel tatsächlich starten könne, lasse sich derzeit nicht sagen.

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