Ex-Nachtclub in Bruck: Warum die Nachtlichtbar immer noch nicht der Gemeinde gehört

Noch immer erinnern Werbeschilder an der Fassade an die guten alten Zeiten der „Nachtlichtbar“ in Bruck. Bürgermeisterin Heike Faltermeier (CSU) würde das marode Gebäude gern abreißen lassen – doch dafür müsste die Immobilie erst einmal der Gemeinde gehören. Der Kaufvorgang erweist sich allerdings als äußerst kompliziert.
Video Stand Februar 2025
Eigentlich hatte ein Urteil des Verwaltungsgerichts Regensburg dem Markt Bruck in die Hände gespielt. Dabei ging es um die Frage, ob Investor Markus Riegelsberger Eigentümer bleibt. Dieser hatte das Anwesen 2019 erworben. Doch weil es sich offiziell im sogenannten „Sanierungsgebiet Ortskern“ befindet, hatte man im Brucker Rathaus das Vorkaufsrecht geltend gemacht.
Gericht traf Entscheidung
Der Rechtsstreit zwischen Riegelsberger und dem Markt Bruck ging mit einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Anfang 2023 zu Ende – zugunsten der Gemeinde: Sie dürfe in dem förmlich festgesetzten Sanierungsgebiet das Vorkaufsrecht ausüben. Dies diene im konkreten Fall auch dem Wohl der Allgemeinheit, so die Überzeugung des Gerichts.
Das Nachtlicht ist für uns der Schlüssel zum Erfolg, um in Bruck ein gefährliches Nadelöhr zu beseitigenHeike Faltermeier, Bürgermeisterin
Das waren gute Nachrichten für die Gemeinde. „Das Nachtlicht ist für uns der Schlüssel zum Erfolg, um in Bruck ein gefährliches Nadelöhr zu beseitigen“, freute sich die Rathauschefin damals im Gespräch mit der Mittelbayerischen. Sie würde durch den Abriss der Nachtlichtbar gern Platz gewinnen, um die Rathausstraße zu verbreitern. Denn im Bereich des ehemaligen Lokals ist die Fahrbahn extrem schmal – dabei handelt es sich hier um eine der meistgenutzten Zufahrtsstraßen zum Marktplatz.
Areal zwischen Rathaus und Brucker Marktplatz soll attraktiver werden
Faltermeier würde deshalb nach dem Abriss der Nachtlichtbar gern auch einen Gehweg einrichten, um die Verkehrssicherheit für Fußgänger zu verbessern. Aus Sicht der Rathauschefin ist das einer von mehreren Schritten, um das Areal zwischen Rathaus und Marktplatz attraktiver zu gestalten. Mittlerweile ist die Gemeinde auch Eigentümerin zweier Nachbargebäude. Die Bürgermeisterin sieht hier Platz für betreutes Wohnen für Senioren, Parkplätze und auf den rückwärtigen Flächen für einen kleinen Park.
Doch die Verwirklichung dieser Pläne steht und fällt mit dem Kauf der Nachtlichtbar. Und dieser ist auch knapp drei Jahre nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts noch nicht realisiert. Der Fall sei leider „nicht einfach“, aber der Anwalt der Gemeinde bemühe sich, Licht ins Dunkel zu bringen, so Faltermeier.
Zeichnungsbefugte Person ist nicht auffindbar
Um den Kauf abzuwickeln, müsse zunächst auf Eigentümerseite eine zeichnungsbefugte Person ausfindig gemacht werden, die den Vertrag unterschreiben könne. Was so einfach klinge, sei im Falle der Nachtlichtbar aber äußerst kompliziert, sagt die Bürgermeisterin. Zu den Hintergründen könne sie sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht im Detail äußern.

Sollte der Kauf der Nachtlichtbar 2026 über die Bühne gehen, braucht es für die Neugestaltung des Areals rund um die Nachtlichtbar aber noch eine Menge Zeit. Zunächst müsse sich der Markt Bruck mit dem Neubau des viergruppigen Kindergartens auseinandersetzen, sagt Faltermeier. Das alte Gebäude von St. Josef werde derzeit entkernt und solle im Frühjahr abgerissen werden.
Auch der Neubau der Schulturnhalle werde die Gemeinde stark fordern. Mit den beiden Projekten werde man noch rund zweieinhalb Jahre beschäftigt sein, prognostiziert die Bürgermeisterin. Erst dann könne man sich dem Thema Nachtlichtbar widmen.