An der Regensburger Uni schießen die Gebäude in die Höhe

Von Jürgen Scharf · 7. Januar 2026 um 19:00

Die Zeiten haben sich geändert. Als 2024 die Tiefgarage an der Regensburger Universität nach der Sanierung wiedereröffnet wurde, gab es keine Blumen, keine Party, keinen Tusch. Jahrelang war über die Probleme bei den Arbeiten und die immer größer werdenden Kosten diskutiert worden. Als dann doch noch alles fertig wurde, schien niemand mehr Lust auf eine große Feierstunde gehabt zu haben.

Im vergangenen Jahr kehrte nun aber das Lachen auf die Baustellen an der Uni zurück. Und das mit gutem Grund: Schließlich wurde gleich bei zwei Großprojekten Richtfest gefeiert.

Bei der Tiefgarage waren die Kosten mehrmals stark gestiegen. Von ursprünglich 49 auf letztlich mehr als 80 Millionen – und das, obwohl Teile des Projekts gestrichen wurden. Umso gelöster wirkten die Ehrengäste, als im Mai bei den neuen wissenschaftlichen Werkstätten Richtfest gefeiert wurde. Hier gab es bislang keine explodierenden Kosten. Die knapp 50 Millionen Euro, die hier laut Plan investiert werden, wurden bei den Ansprachen quasi reihum als gut investiertes Geld interpretiert.

Ende des Sanierungsstaus?

Uni-Präsident Udo Hebel wertete das Projekt als „gutes Zeichen“, dass auf die Wissenschaft Wert gelegt wird und sich der Sanierungsstau der jüngeren Vergangenheit langsam auflöse. Die notwendige Generalsanierung der Uni schreite jedenfalls immer mehr voran, sagte er. Als „wunderbaren Anlass“ bezeichnete Bürgermeisterin Astrid Freudenstein das Richtfest: „Wir als Stadt können einfach nur Danke sagen.“ Die geballte Wissenschafts-Kompetenz, die sich an der Uni bündele, mache Regensburg attraktiv: „Das macht uns als Stadt sexy.“

In dem Gebäude mit rund 4400 Quadratmetern Nutzfläche sollen nach der Fertigstellung sieben verschiedene Nutzergruppen aus mehreren wissenschaftlichen Bereichen untergebracht werden, um gezielt Synergieeffekte zu ermöglichen. Als „riesige Maßnahme“ bezeichnete Bauminister Christian Bernreiter das Projekt. Und dass hier so viel Geld investiert wird, zeige, dass „unser Ministerpräsident für die Forschung brennt. Da hat er richtig viel Herzblut“.

Wenn knapp 50 Millionen Euro bereit gestellt werden, sei das Bernreiter zufolge aber auch mit der Hoffnung verbunden, dass dies dazu beitrage, Deutschland als Wirtschaftsstandort wieder nach vorn zu bringen und damit auch die Saat für die Arbeitsplätze der Zukunft zu legen.

Das größte Bauprojekt in diesem Jahrzehnt

Noch weitaus größer ist ein anderes Vorhaben auf dem Campus. Es ist sogar nichts weniger als das größte Bauprojekt an der Uni in diesem Jahrzehnt. Und eines, das sich zuletzt auf ein Happy End zuzubewegen schien: das neue Vorklinikum.

184 Millionen Euro gibt der Freistaat nach jetzigem Stand dafür aus. Auch hier gab es zunächst schlechte Nachrichten. Einst waren 114 Millionen Euro veranschlagt gewesen. Doch insbesondere beim Abriss der alten Gebäude gab es große Probleme. Die Kosten schienen völlig aus dem Ruder zu laufen. Es scheint aber geklappt zu haben, diese negative Spirale vorerst zu stoppen. Gerhard Haslbeck vom Staatlichen Bauamt verkündete beim Richtfest, dass der Bau jetzt im Kosten- und Zeitplan geblieben ist.

Auf einer Fläche von rund 27 000 Quadratmetern soll das Vorklinikum moderne Arbeits-, Forschungs- und Schulungsräume für alle Lehrstühle der Fakultät Medizin bieten. Das Gebäude gliedert sich in sechs Baukörper mit zwei bis drei Geschossen sowie eine Halle. Die Dachflächen werden begrünt, außerdem wird eine Photovoltaikanlage angebracht.

Minister als Ehrengast

Bernreiter kam auch hier zum Richtfest und sagte, dass hier etwas für „die Zukunft der Universität“ entstehe. Uni-Präsident Hebel zeigte sich ebenfalls begeistert: „Es wird ein großer Gewinn für den Medizinstandort Regensburg sein.“ Und damit an diesem Wissenschaftsstandort auch gute Unterkünfte vorhanden sind, wurde nun zudem ein neues Studentenwohnheim geschaffen.

Knapp 15 Millionen Euro kostete es, ein Gebäude der ehemaligen Nibelungenkaserne in der Fort-Skelly-Straße umzubauen. Zuletzt wurde noch ein Gemeinschaftsraum fertiggestellt, jetzt wurde es offiziell eröffnet. Und für einen der Ehrengäste war es wirklich ein ganz besonderes Wiedersehen. SPD-Oberbürgermeisterkandidat Thomas Burger hatte in der Nibelungenkaserne einst seinen Wehrdienst absolviert: „Auch hier in diesem Gebäude hatte ich Wachdienst.“