Neues Vorklinikum an Regensburger Universität nimmt Gestalt an

Von Jürgen Scharf · 31. März 2025 um 11:00

Mehrere Jahre hat der Abbruch der alten Gebäude gedauert. Nun geht es an der Regensburger Universität aber voran: Das neue Vorklinikum nimmt immer mehr Gestalt an. Derzeit werden die Rohbauten erstellt und es sieht danach aus, dass bis Ende 2027 alles fertig sein könnte.

Es ist ein Riesen-Projekt, mitten auf dem Campus der Universität. Bereits vor sieben Jahren hatten die Vorarbeiten dafür begonnen, dann gab es aber immer wieder Verzögerungen. Für den Neubau musste das alte Biologie-Gebäude abgerissen werden. Dies gestaltete sich aber offenbar weitaus schwieriger als zunächst erwartet, weil es „zu erheblichen baulich bedingten Mengenmehrungen und auch zu Ausführungsänderungen aufgrund abweichender Bauzustände kam“, wie das Bauministerium des Freistaats Bayern damals mitteilte. Ursache seien „vor allem asbesthaltige Betonspachtelmassen, zusätzliche Schadstoffbekundungen aber auch Deponieengpässe beziehungsweise ungeregelte Entsorgungswege“ gewesen.

Gesamtbudget wurde stark erhöht

Das Projekt sorgte damit ungewollt für Schlagzeilen, denn noch bevor überhaupt mit dem Bau des neuen Gebäudes begonnen werden konnte, waren die angesetzten Gesamtkosten stark gestiegen. Zunächst waren 114 Millionen Euro veranschlagt. In mehreren Schritten wurde das Gesamtbudget mittlerweile auf 184 Millionen Euro erhöht.

Auch der Bund der Steuerzahler wurde schon vor Jahren auf das Projekt aufmerksam und nahm es schließlich in sein berüchtigtes Schwarzbuch auf. In diesem listet der Verein Maßnahmen auf, bei denen aus seiner Sicht Steuergeld in den Sand gesetzt wurde.

Maria Ritch vom Bund der Steuerzahler ging damals auch auf das oft angeführte Argument der „konjunkturbedingten Preissteigerungen im Bausektor“ ein: „Bei einem ordnungsgemäßen Risikomanagement sollte das eigentlich keine Rolle spielen. Aber in Regensburg hat man das eventuell wesentlich zu niedrig angesetzt oder ganz übersehen.“

Ab 2026 sind Dach- und Fassadenarbeiten geplant

Überraschend waren die immensen Kostensteigerungen insbesondere deswegen, weil die Entscheidung, anstatt einer Generalsanierung gleich abzureißen und neu zu bauen, einst auch aufgrund des „geringeren Kostenrisikos“, wie es in öffentlichen Mitteilungen hieß, getroffen worden sein soll.

Nun scheint das Projekt aber zumindest auf die Zielgerade einzubiegen. Anfang kommenden Jahres sollen die Dach- und Fassadenarbeiten und im Anschluss der Innenausbau beginnen, teilt das Bauministerium mit. Und bei den Gesamtkosten habe es zuletzt keine weitere Erhöhung gegeben.