Änderung bei Uni-Neubau: Vorklinikum braucht neue Technikzentrale

Von Jürgen Scharf · 30. Januar 2024 um 12:00

Für den Neubau des Vorklinikums an der Universität Regensburg musste die Planung verändert werden. An den bislang prognostizierten und zuletzt bereits stark erhöhten Gesamtkosten für das Großprojekt soll dies dem Freistaat Bayern zufolge aber nichts ändern.

Auf dem ehemaligen Biologie-Areal der Universität wird nach jahrelangen Abbrucharbeiten nun das neue Vorklinikum entstehen − allerdings mit einer in Teilen veränderten Planung. Die Stadt Regensburg als zuständige Behörde teilte auf Anfrage mit, dass bei ihr beantragt wurde, in einem Baukörper eine zusätzliche Technikzentrale einzubauen. Diese sei im Rahmen der Neukonzeption der raumlufttechnischen Anlagen der Lüftungszentralen für die Gebäudeteile, die den Lehrstuhl für Anatomie und den Präparationssaal mit dazugehörigen Leichenkeller beinhalten, nötig. Dies sei genehmigt worden.

184 Millionen Euro veranschlagt

Das Bauministerium des Freistaats Bayern teilt auf Anfrage mit, dass durch die Planänderung keine zusätzlichen Kosten oder Terminveränderungen entstanden sind. Die Installation der neuen Technikzentrale seien in der letzten Gesamtkostenprognose von 184 Millionen Euro bereits berücksichtigt gewesen.

In dem Vorklinikum sollen auf über 10000 Quadratmetern Fläche künftig Medizinstudenten unterrichtet werden. Vor sechs Jahren, zu Beginn des Projekts, ging der Freistaat noch von Kosten in Höhe von 114 Millionen Euro aus. Noch während der Abbrucharbeiten wurde die Kostenschätzung aber auf 184 Millionen Euro erhöht. Genauso wie ein Jahr zuvor die Sanierung der Uni-Tiefgarage nahm der Bund der Steuerzahler den Neubau des Vorklinikums in sein Schwarzbuch auf. Dort werden Projekte an den Pranger gestellt, bei denen aus Sicht des Bundes der Steuerzahler besonders und überraschend stark zur Kasse gebeten wurde.

„Kein Funken erneuerbare Energie“

Vor mehreren Monaten kritisierte zudem Ludwig Friedl, Chef der Regensburger Energieagentur, dass aus seiner Sicht der Freistaat Bayern zu wenig zur dringend notwendigen Energiewende beitrage. Konkret bezog er sich auf den Bau von zwei neuen Gebäuden an der Uni, bei denen „kein Funken erneuerbare Energie“ geprüft werde. Auch das Vorklinikum wird an das derzeit gasbetriebene Wärmenetz angeschlossen. Karl Stock, der Leiter des Staatlichen Bauamts Regensburg, verwies bei dieser Debatte auf die Landtagsbeschlüsse in München, „an die wir uns halten“.

Und an der Energieversorgung des Vorklinikums ändert sich auch durch den neuen Bauplan nichts, wie ein Sprecher des Bauministeriums auf Anfrage mitteilte: „Nein, hier geht es lediglich um eine Dachzentrale für die Unterbringung der Technik.“