Die sanierte Regensburger Uni-Tiefgarage kommt bei Studenten offenbar sehr an

Von Jürgen Scharf · 15. Juli 2024 um 17:00

Vor drei Monaten wurde die Tiefgarage der Universität wiedereröffnet. Die Sanierung hatte mehrere Jahre gedauert und die Kosten waren mehrmals stark gestiegen. Die erste Bilanz zur Inbetriebnahme scheint nun aber sehr positiv auszufallen.

Nach Angaben der Universität wird die Tiefgarage stark genutzt und es mussten bislang auch nicht wie befürchtet einzelne Areale wegen Nässe gesperrt werden.

Auf einer Leuchtanzeige kurz vor der Einfahrt ist zu lesen, wie viele Plätze noch frei sind. Am Montag, am frühen Nachmittag, blinkt gerade 217 auf. Dann 218. Dann wieder 217. Auch heute ist also einiges los. Knapp 1000 Plätze bietet die Tiefgarage West nach der Sanierung. Die Auslastung liege bislang zwischen 80 und 90 Prozent, sagt Uni-Sprecher Bastian Schmidt.

Jahrelange Verzögerung

Auf den ersten Blick deutet nichts mehr darauf hin, mit welch großen Problemen das Staatliche Bauamt bei der Sanierung zu kämpfen hatte. 2018 war diese nach jahrelanger Vorarbeit gestartet worden. 2021 hätte alles fertig sein sollen. Das klappte nicht. Danach wurden mehrere neue Starttermine in Aussicht gestellt – und wieder verworfen. Und auch die Kosten liefen völlig aus dem Ruder. Zu Beginn waren 49 Millionen Euro angesetzt. Mittlerweile geht das Bayerische Bauministerium von mehr als 80 Millionen aus. Und das, obwohl im Ursprungsetat enthaltene Teile des Projekts – wie etwa die Tiefgarage Ost – nachträglich gestrichen wurden.

Die Sanierung sorgte unter anderem für Schlagzeilen, weil in der fast fertig gestellten Tiefgarage einst festgestellt wurde, dass die Decke undicht ist und Feuchtigkeit eintrat. Zum Start des Sommersemesters Mitte April wurde die Tiefgarage dennoch eröffnet. Das Bauministerium teilte mit, dass Areale, in denen Feuchtigkeit durchdringe, eben kurzfristig abgesperrt werden müssten. Soweit ist es nun nicht gekommen. „Bisher ist der Fall noch nicht eingetreten“, sagt Uni-Sprecher Bastian Schmidt.

Studentin ist „einfach begeistert“

Die Lehramtsstudentin Nina, die an diesem Montag aus ihrem Auto aussteigt, benutzt die Tiefgarage „eigentlich fast täglich“, wie sie erzählt. Die junge Frau ist vom Ergebnis der Sanierung „einfach begeistert“. Bis zur Wiedereröffnung der Tiefgarage sei es jeden Tag ein Kampf gewesen, einen Parkplatz zu finden. „Hier habe ich jetzt aber bislang immer einen bekommen.“ Ausdrücklich lobt sie zudem die gute Beschilderung in der Tiefgarage. Durch eine helle Ausleuchtung erhöhe sich das Sicherheitsgefühl, findet sie. Als einziges Manko nennt sie, dass die Parkbuchten für ihren Geschmack zu schmal konzipiert wurden: „Da tut man sich beim Einparken manchmal schon schwer.“

Dass eine Auslastungsquote von mehr als 80 Prozent keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt sich an der Nachfrage bei einem anderen Parkhaus in direkter Nähe am Galgenberg. Als „Millionengrab“ hatten Bürger aus dem Kasernenviertel und Verfechter einer Verkehrswende dieses schon beim Bau kritisiert. Die Parkquote des ersten Betriebsjahrs zeigte dann, dass es in der Tat nur sehr spärlich genutzt wurde. Der Grünen-Stadtrat Stefan Christoph bezeichnete die Investition in den Bau als Verschwendung von Steuergeld.

Die Uni-Tiefgarage dürfte für Autofahrer alleine deswegen beliebter sein, weil sie kostenlos ist. Um nachträglich die Sanierungskosten noch etwas zu verringern, hatten etliche Politiker das Ministerium dazu aufgefordert, bei externen Dienstleistern, die mutmaßlich für die Erhöhungen verantwortlich waren, Schadensersatz einzufordern. Seit mehr als zwei Jahren teilt das Ministerium dazu aber nur mit, dass dies geprüft werden soll.

Ministerium prüft noch

Auch jetzt sagt Sprecher Christian Wiesbacher: „Schadensersatzansprüche sind erst nach Fertigstellung der Arbeiten abschließend prüfbar.“ Die Reparatur der Decke der Tiefgarage steht ohnehin noch aus: „Die Sanierungsmaßnahmen zur Behebung der Undichtigkeiten werden derzeit geprüft und weitere Schritte geplant.“

Regensburger Studentenverbände hatten schon vor Monaten gefordert, dass die Tiefgarage trotz der Probleme mit der Decke eröffnet werden muss. Hannes Steiger, Vorsitzender des RCDS Regensburg an der Uni, etwa sagte, dass „alles andere blanker Hohn für unsere zahlreichen Pendler wäre. Das aktuelle Parkplatzangebot reicht seit Jahren nicht aus“. Die gute Auslastung der Tiefgarage ist nun ein eindeutiges Indiz dafür, dass Steiger damit Recht hatte.