„Etwas verändern statt nur schimpfen“: Warum Fabian Janker Bürgermeister in Roding werden will

Von Thomas Mühlbauer · 29. Dezember 2025 um 15:00

Fabian Janker geht als gemeinsamer Bürgermeister-Kandidat für Landunion und CSU bei der Kommunalwahl am 8. März ins Rennen.

Aktuell sitzt er als Ortssprecher von Trasching im Stadtrat. Im Interview erläutert Janker unter anderem, warum er antritt, welche Chancen er sieht und wo er in Roding Potenzial für die Weiterentwicklung sieht.

Was hat Sie dazu bewogen, als Bürgermeisterkandidat anzutreten?

Janker: Den Gedanken, Bürgermeister zu werden, trage ich ehrlich gesagt, schon ein paar Jahre mit mir. Am Stammtisch sitzen und über Politik zu schimpfen, kann jeder. Den Versuch zu unternehmen, zumindest in kleinen Schritten etwas zu verändern – etwa indem man bereit ist, ein politisches Amt zu übernehmen – dazu sind nur wenige bereit. Das war und ist meine Motivation für dieses Amt zu kandidieren und Begebenheiten zu verändern.

Schon lange engagiert

Nehmen Sie uns doch mal mit: Wie war Ihr bisheriges kommunalpolitisches Wirken? Was hat Sie dazu bewogen, dies jetzt ausweiten zu wollen?

Janker: Meine ersten politischen Gehversuche habe ich bereits 2014 unternommen – damals ebenfalls auf der Liste der Landunion. Es war mein erster Kommunal-Wahlkampf und mein erster Versuch, für den Ortsteil Trasching in den Rodinger Stadtrat einzuziehen. 2020 folgte dann die zweite Kandidatur und 2022 die Aufstellung zum Ortssprecher. 2023 übernahm ich schließlich den Vorsitz der kommunalpolitischen Vereinigung Landunion Roding sowie den Vorsitz des CSU-Ortsverbandes Trasching/Zimmering. Man kann also durchaus sagen: Die Kommunalpolitik liegt mir schon lange am Herzen. Vor allem schätze ich die direkte Einflussnahme vor Ort – Entscheidungen sind hier greifbar, nachvollziehbar und wirken unmittelbar. Das Mitwirken im Stadtrat beziehungsweise in der Kommunalpolitik ist ein großer und wichtiger Teil meines Lebens, warum also diesmal nicht aufs Ganze gehen und für das Bürgermeisteramt kandidieren? Aktuell stellen wir die größte Opposition im Stadtrat – und daraus ergibt sich auch eine Verpflichtung, den Bürgern gegenüber, einen geeigneten Kandidaten aufzustellen.

Vertrauen als Basis

Sie treten gegen die amtierende Bürgermeisterin Alexandra Riedl an. Welche Chancen sehen Sie? Mit viel Prozent der Wählerstimmen rechnen Sie?

Janker: Mich auf eine genaue Prozentzahl festzulegen, wäre etwas verfrüht, dennoch würde ich mich freuen, die Mehrheit der Wählerstimmen zu erreichen. Meine Chance auf das Amt des Bürgermeisters schätze ich durchaus gut ein. Ich möchte mir und den Bürgern beweisen, dass ich die Geschicke der Stadt Roding führen kann. Die Basis des Ganzen: Vertrauen. Es ist mir wichtig, dass die Wähler frei entscheiden können, wem sie diese Verantwortung zutrauen. Daher möchte ich alle Bürger einladen, das Angebot der Wahlveranstaltungen zu nutzen, um mich persönlich kennen zu lernen.

Meiner Ansicht nach hat sich die Stadt Roding in den vergangenen Jahren insgesamt positiv entwickelt. Dennoch darf man sich auf diesem erreichten Stand nicht ausruhen.Fabian Janker

Wie bewerten Sie die Entwicklung von Roding in den vergangenen sechs Jahren? Wo könnte man noch etwas verbessern?

Janker: Meiner Ansicht nach hat sich die Stadt Roding in den vergangenen Jahren insgesamt positiv entwickelt. Dennoch darf man sich auf diesem erreichten Stand nicht ausruhen. Es ist notwendig, bestehende Strukturen zu sichern, den erreichten Standard zu erhalten und gleichzeitig offen für neue Entwicklungen zu bleiben. Darüber hinaus halte ich eine stärkere Einbindung der Ortsteile sowie der dortigen Vereine für wichtig, um die gesamte Stadtgemeinschaft ausgewogen und nachhaltig weiterzuentwickeln.

Nennen Sie jeweils drei kurze Punkte, wo Sie das größte Wachstumspotenzial in der Industrie und bei den Einwohnern für die Stadt Roding sehen.

Janker: Das größte Wachstumspotenzial in der Industrie liegt in der gezielten Unterstützung der bereits ansässigen Betriebe, insbesondere bei der Bewältigung wirtschaftlicher Herausforderungen und der Gewinnung von Fachkräften. Nachhaltiges Wachstum ist nur mit einer leistungsfähigen Infrastruktur möglich, wobei Ver- und Entsorgung, öffentlicher Personennahverkehr, Straßenbau und Barrierefreiheit im Mittelpunkt stehen. Entwicklungspotenzial sehe ich vor allem in der Stärkung des regionalen Handels, um den nahezu verschwundenen Einzelhandel neu zu beleben und die Lebensqualität der Einwohner zu erhöhen.

Bürokratie abbauen

Der Bürokratismus nimmt auch bei Kommunen überhand, wo sehen Sie die größten Ansatzpunkte, diesen zu minimieren?

Janker: Mit dem Online-Portal der Stadt wurden bereits wichtige Weichen gestellt. Dennoch besteht weiterhin Handlungsbedarf, unnötige bürokratische Hürden und überflüssige Formulare abzubauen, soweit dies im Rahmen unserer Zuständigkeiten und Möglichkeiten liegt. Gleichzeitig bin ich der Überzeugung, dass Digitalisierung den persönlichen Kontakt nicht ersetzen darf. Frei nach dem Grundsatz: Fünf Minuten miteinander reden, spart eine Stunde Arbeit. Digitale und soziale Angebote sind wichtig, der direkte Austausch bleibt jedoch unverzichtbar. Missverständnisse und Fehlinterpretationen lassen sich so schneller klären und Lösungen effizienter finden.

Viel wurde in den letzten Jahren in der Stadt Roding investiert. Wo ist aus Ihrer Sicht noch Potenzial für Investitionen in der Zukunft vorhanden?

Janker: Gerade vor dem Hintergrund, dass in den vergangenen Jahren im Bereich der Infrastruktur in Roding wenig umgesetzt wurde, sind umsichtige und vorausschauende Investitionen erforderlich. Hier gilt es, mit Augenmaß zu planen, Entwicklungen aufmerksam zu beobachten und entsprechend zu reagieren. Aufgrund des Schul-Neubaus wird in den kommenden Jahren nur ein begrenzter finanzieller Spielraum für weitere Investitionen bestehen, weshalb es zugleich wichtig ist, den Schuldenabbau konsequent im Auge zu behalten und die Ausgaben auf ein sinnvolles Maß zu begrenzen.

„Sollte um die Stadt gehen“

Der Rodinger Stadtrat wird in der kommenden Wahlperiode ein ganz neues Gesicht erhalten, weil viele Gremiumsmitglieder nicht mehr antreten und es drei neue Listen gibt. Wie blicken Sie dem entgegen ?

Janker: Ich persönlich blicke dem Wechsel positiv entgegen, durch neue Gremiumsmitglieder fließen frische Ideen und neue Perspektiven in die kommunalpolitische Arbeit ein. Für mich ist entscheidend, wie diese Impulse aufgenommen werden können und welche Verbindungen sowie Kooperationen daraus entstehen. In der Politik, insbesondere der Kommunalpolitik, sollte es nicht um persönliche Befindlichkeiten oder parteitaktische Abgrenzung gehen, sondern um die Stadt Roding und ihre Ortsteile als Gesamtheit.

Vervollständigen Sie diesen Satz: Roding hat eine gute Zukunft vor sich, weil ...

Janker: ...wir sind innovativ, bodenständig und fleißig – Eigenschaften, die gerade in schwierigen Zeiten besonders wertvoll sind.