Gleißenberger startet mit Mayerbräu durch – und versorgt künftig Further Volksfest mit Bier

Von Theresa Baumann · 27. Dezember 2025 um 05:00

Im Februar hat Andreas Mayer seine Brauerei Mayerbräu in Gleißenberg im Landkreis Cham eröffnet. 1000 Hektoliter Bier hat er seither gebraut. Nun ist er für das Further Festbier zuständig. Der junge Braumeister erzählt von einer Kurzschlussreaktion, durch die er zu seinem Beruf kam, und von seiner Brauanlage, die weit herumgekommen ist.

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Angst, mit nur vier Jahren Berufserfahrung eine eigene Brauerei aufzubauen, hatte Andreas Mayer nicht wirklich. Auch dass er nach nur einem Jahr das Further Festbier brauen soll, sieht er gelassen. „Ich glaube, das habe ich im Kreuz. Wenn ich mir was einbilde, dann mache ich das auch. So eine Chance bekommt man nur einmal.“

Über 200 Hektoliter Festbier für das Further Volksfest

Mit einer Förderung des Amts für ländliche Entwicklung, einem Bankdarlehen von 100 000 Euro und der Unterstützung der Dorfgemeinschaft, seiner Familie und Freunden begann Mayer 2023, das ehemalige Schlachthaus in Gleißenberg umzubauen. „Das ist noch eine Summe, die ich zurückzahlen kann, wenn das hier nicht läuft. Das war meinen Eltern sehr wichtig“, erklärt Mayer.

Günstig an den gemieteten Räumen für die neue Brauerei waren der Lagerplatz im Keller, die gefliesten Böden und der Kühlraum. Die alten Anlagen und Gewerke des Schlachthauses mussten weichen. Außerdem musste die Elektronik erneuert werden, bevor zu Ostern 2024 das Herzstück der Brauerei einziehen durfte: die Brauanlage.

Die Anlage hat also schon einiges gesehen.Andreas Mayer

Bevor sie zu Mayer nach Gleißenberg umzog, stand die Anlage zehn Jahre lang in einer Gasthausbrauerei in Frankfurt am Main. Die Besitzer des Wirtshauses hatten sie ebenfalls gebraucht aus Amsterdam bekommen. „Die Anlage hat also schon einiges gesehen“, meint Mayer. Er nennt es einen Glücksfall, diese im Gesamtpaket für 50.000 Euro bekommen zu haben. Oft würden nur Einzelteile verkauft. Eine neue Anlage hätte bestimmt 200.000 Euro gekostet, meint er.

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Kürzlich hat er zwei weitere Tanks hinzugekauft, mit denen er jeweils 1000 Liter Bier mehr lagern kann. In einem Braudurchgang, der mit Lagerzeit sieben Wochen dauert, kann er 500 Liter herstellen.

Inzwischen gibt es das Bier in mehreren Getränkemärkten. - Foto: Theresa Baumann

Für die 200 bis 250 Hektoliter Bier, die er für das Further Volksfest brauen soll, reicht das allerdings nicht aus. Deswegen wird Mayer auf die Further Brauerei Dimpfl Bräu ausweichen. Dort arbeitet Mayer drei bis vier Tage die Woche, wenn er nicht gerade sein eigenes Bier braut oder es ausfährt. Seine Ausbildung zum Brauer und Mälzer hat er ebenfalls dort abgeschlossen.

„Mein Chef, der Matthias Strauß, war früher Festwirt in Furth, aber jetzt will er, dass da frischer Wind reinkommt“, erzählt Mayer. So sei er ins Spiel gekommen. Für das Festbier liefere er die „jungen Ideen“ und Strauß die Erfahrung. Mayer blickt der Zusammenarbeit positiv entgegen: „Mit meinem Chef hat es noch nie ein Problem gegeben. Der hat mich schon immer unterstützt.“ Welche Aromanoten das Festbier haben soll, hat Mayer schon genau im Kopf. Mit dem Brauen beginnen wird er im neuen Jahr.

Anders ist das bei seinem Weißbier, das er 2026 etablieren will. Zwei Versuche hat Mayer schon gemacht, aber noch ist er nicht vollends zufrieden. Wie schnell er das gewünschte Ergebnis erziele, wisse er vorher nie. Für sein Helles hätte er zwei Anläufe gebraucht. Sein Bockbier, das er als Special-Edition zu Weihnachten verkauft hat, sei gleich beim ersten Versuch geglückt. Ziel bei seinem Weizen sei es jedenfalls, die klassischen Bananenaromen zu erzielen.

Mit Brauereien im Landkreis Cham gut vernetzt

Eine Frostbeule darf man nicht sein. „In der Brauerei ist es immer nass und kalt“, sagt Mayer. Das war auch der Grund, warum er nach einem Brauerei-Praktikum Zweifel an diesem Beruf hatte. Weil er nach seinem Abitur aber keinen richtigen Plan B hatte und nicht „nichts machen wollte“, begann er die Ausbildung. „Das war irgendwo eine Kurzschlussreaktion, aber schon nach dem ersten Tag war ich mir sicher, dass das das Richtige ist“, sagt Mayer. Ihm mache es Spaß, aktiv und immer auf den Beinen zu sein.

Schwierigkeiten bereitete ihm nur ein Thema in der Berufsschule: „Für die Herstellung von alkoholfreien Getränken wie Limonaden, Fruchtsäften und so muss man viele Parameter auswendig lernen. Ich bin aber kein Auswendiglerner.“ Limonade oder Säfte werde er so schnell nicht produzieren, auch weil er keine eigene Abfüllanlage hat. Sein Bier lässt Mayer bei Rhaner Bräu abfüllen.

Amsterdam, Frankfurt, Furth: Die Brauanlage ist schon viel herumgekommen. - Foto: Theresa Baumann

Er sei beinahe mit allen Brauereien in der Region gut vernetzt. „Wir haben den Luxus bei uns, dass wir so viele gute Brauereien haben.“ Auch wenn die Zeiten für Brauereien schwieriger werden und manche zusperren müssten, bleibe er unbesorgt. „Man muss das Beste daraus machen und es unbedingt wollen. Das Wichtigste ist, dass den Leuten dein Bier schmeckt.“

Da war die ganze Straße blockiert und eine lange Schlange. Ich habe in zwei Stunden fast alles verkauft. Das war verrückt.Andreas Mayer über seinen ersten Verkaufstag

Diese Rechnung geht für Mayer bisher auf: An seinem ersten Verkaufstag hatte er 400 bis 450 Kästen für Kunden. „Da war die ganze Straße blockiert und eine lange Schlange. Ich habe in zwei Stunden fast alles verkauft. Das war verrückt.“ Inzwischen gebe es das Bier auch in einigen Getränkemärkten.

Dieses Angebot will Mayer im neuen Jahr ausweiten. Er sagt: „Das macht einen schon stolz, wenn man so einen Eindruck hinterlassen hat, dass die Leute das Bier nicht nur kaufen, weil es neu ist, sondern weil es ihnen wirklich schmeckt.“