Neuer Wohnraum in Bad Kötzting: Wolfgang Bergmann schließt markante Baulücke im Zentrum

Von David Salimi · 21. Dezember 2025 um 17:30

Mitten im Herzen von Bad Kötzting soll neuer Wohnraum entstehen. In der Baulücke zwischen Gehring- und Marktstraße plant Bauherr Wolfgang Bergmann aus Lam den Neubau eines Mehrparteienhauses mit sieben Wohnungen. Das Projekt reagiert auf die spürbare Nachfrage nach innerstädtischem Wohnraum – insbesondere nach kleineren, barrierefreien Einheiten – und schließt obendrein eine, wenn auch kleine Wunde, im Herzen der Stadt.

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Geplant sind sieben Wohnungen mit jeweils rund 60 Quadratmetern. Ein besonderes Anliegen ist es Wolfgang Bergmann, dass das Gebäude vollständig barrierefrei gestaltet wird. Mit seinem Wohnraumangebot richtet sich der Lamer vorrangig an ältere Menschen oder auch Singles und Paare, die bewusst auf ein großes Eigenheim verzichten wollen oder müssen.

Vorgesehen sind unter anderem ein Aufzug sowie behindertengerechte Sanitärräume. Nach Einschätzung des Bauherrn richtet sich das Angebot vor allem an ältere Menschen, aber auch an Singles oder Paare, die bewusst auf ein großes Eigenheim verzichten wollen oder müssen. Dass derartiger Bedarf in der Kötztinger Innenstadt besteht, zeigen bereits zahlreich eingegangene Anfragen. „Es haben sich schon mehrere Interessenten bei mir gemeldet. Das freut mich natürlich sehr“, berichtet Bergmann.

Gestartet als Team – Fortführung als Einzelkämpfer

Der 48-jährige Familienvater, der bei der Berufsfeuerwehr in München tätig und Inhaber der Firma „Wolfgang Bergmann – Haus, Garten und Landschaft“ ist, hat das frühere Anwesen in der Metzstraße 4 vor rund fünf Jahren gemeinsam mit Ludwig Seidl erworben. 2023 folgte der Abbruch des Gebäudes. Ursprünglich als Gemeinschaftsprojekt geplant, wird der Neubau nun allein von Bergmann realisiert. Ludwig Seidl ist mittlerweile aus dem Projekt ausgestiegen. Die entsprechende Gesellschaft firmiert inzwischen unter dem Namen Wolfgang Bergmann Bauen und Wohnen mit Bergmann als alleinigem Geschäftsführer.

Das Projekt nach dem Ausstieg seines Partners ad acta legen, kam für Bergmann allerdings nicht infrage. Im Gegenteil: Der 48-Jährige gibt sich zuversichtlich, das Projekt auch als Einzelkämpfer stemmen zu können – auch wenn er kurze Zeit mit dem Gedanken gespielt hat, das Grundstück wieder zu verkaufen.

2023 folgte der Abbruch des Gebäudes. Ursprünglich als Gemeinschaftsprojekt geplant, wird der Neubau nun allein von Bergmann realisiert. - Foto: Christina Hainzinger-Feigl
2023 folgte der Abbruch des Gebäudes. Ursprünglich als Gemeinschaftsprojekt geplant, wird der Neubau nun allein von Bergmann realisiert. - Foto: Christina Hainzinger-Feigl
2023 folgte der Abbruch des Gebäudes. Ursprünglich als Gemeinschaftsprojekt geplant, wird der Neubau nun allein von Bergmann realisiert. - Foto: Christina Hainzinger-Feigl
2023 folgte der Abbruch des Gebäudes. Ursprünglich als Gemeinschaftsprojekt geplant, wird der Neubau nun allein von Bergmann realisiert. - Foto: Christina Hainzinger-Feigl
2023 folgte der Abbruch des Gebäudes. Ursprünglich als Gemeinschaftsprojekt geplant, wird der Neubau nach dem Ausstieg von Ludwig Seidl (rechts) allein von Wolfgang Bergmann (links) realisiert. - Foto: Christina Hainzinger-Feigl

Zunächst habe er deutlich mehr Wohneinheiten angedacht. Aus wirtschaftlichen und planerischen Gründen habe er das Vorhaben jedoch auf sieben Wohnungen reduziert. Auch Überlegungen zum sozialen Wohnungsbau verwarf der Bauherr wieder. Ausschlaggebend waren unter anderem lange Wartezeiten auf mögliche Förderzusagen sowie geringe Erfolgsaussichten aufgrund der regionalen Förderkulisse. Auch die lange Mietpreisbindung hat ihn von dieser Idee wieder abkommen lassen. Stattdessen sollen die Wohnungen zu bezahlbaren Konditionen vermietet werden.

Das Ganze soll ein solides Projekt werden.Wolfgang Bergmann, Bauherr

„Das Ganze soll ein solides Projekt werden“, formuliert er seinen Anspruch an die Umsetzung. Großen Wert legt Bergmann deshalb auch auf eine nachhaltige Bauweise. Als energetischer Mindeststandard sei KfW 55 vorgesehen, ausgestattet mit Wärmepumpe und Photovoltaikanlage. Perspektivisch bewirbt sich der Bauherr auch um weitergehende Förderprogramme. Bei der Umsetzung sollen ausschließlich regionale Firmen zum Einsatz kommen, mit denen in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht wurden.

Das neue Gebäude soll sich nach Wunsch der Stadt Bad Kötzting harmonisch in die Fassadenstruktur einfügen. Aufgrund der prominenten Innenstadtlage wird das Projekt während der Umsetzung eng von der Bauverwaltung begleitet. - Foto: Sowela GmbH
Die geplanten Wohnungen im ersten und zweiten Obergeschoss haben einen identischen Grundriss und richten sich bevorzugt an Senioren, Singles oder Paare. - Foto: Sowela GmbH
Das Grundstück befindet sich in direkter Innenstadtlage nahe der neu entstehenden Parkgarage. - Foto: Sowela GmbH

Das Grundstück selbst umfasst rund 200 Quadratmeter Grundfläche. Die tatsächliche Wohnfläche wird darüber liegen, da das Gebäude über mehrere Etagen inklusive Dachgeschoss geplant ist. Mit enthalten ist ein Innenhof im rückwärtigen Bereich des Hauses. Ein besonderer Vorteil angesichts der ohnehin begrenzt verfügbaren Fläche ist die unmittelbare Nähe zur neuen städtischen Parkgarage. Zwar wäre das Vorhaben nach den geltenden Regeln eigentlich nicht stellplatzberechtigt, wie Bauamtsleiter Christian Kopf in der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses zum Projekt erklärte. Jedoch wolle die Stadt ein solch begrüßenswertes Vorhaben in zentraler Lage nicht daran scheitern lassen. Mit der Stadt Bad Kötzting hat Bergmann inzwischen eine Ablösevereinbarung geschlossen. Sieben Stellplätze stehen in der Parkgarage künftig für Bergmanns Mieter zur Verfügung. Über die Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Kötzting und dem Landratsamt Cham äußert sich der Bauherr äußerst lobend. „Ich werde da umfassend unterstützt – weit über das normale Niveau hinaus“, betont er.

Herausforderungen in Sicht

Eine besondere Herausforderung stellt für den Bauherren hingegen die innerstädtische Lage dar. Während der Bauzeit sieht Bergmann logistische Schwierigkeiten auf sich und die ausführenden Baufirma zukommen. „Die enge Bebauung lässt kaum Platz für Anlieferungen und größere Lastwagen können die Baustelle nicht direkt anfahren“, erklärt er. Baumaterialien müssten auf mehrere kleinere Transporte verteilt werden. Auch die unmittelbare Nachbarschaft erfordert eine genaue Abstimmung der Bauabläufe. Aufgrund der prominenten Innenstadtlage wird das Projekt während der Umsetzung eng von der Bauverwaltung begleitet.

Seit dem Abbruch klafft zwischen Gehring- und Marktstraße eine markante Lücke. - Foto: David Salimi

Derzeit wird die Baufläche noch von der Firma Rädlinger genutzt, die während der Arbeiten an der benachbarten Parkgarage dort Fahrzeuge und Maschinen abstellt. Die Vereinbarung läuft voraussichtlich bis Frühjahr 2026. Nachdem die Rädlinger-Maschinen verschwunden sind, könnte der Baustart erfolgen. Bergmann hofft, spätestens im Sommer 2026 mit der Realisierung beginnen zu können – sofern alle Rahmenbedingungen erfüllt sind und ein geeignetes Bauunternehmen gefunden wird.

Trotz der planerischen, organisatorischen und finanziellen Hürden blickt der Bauherr zuversichtlich nach vorne. Ein Wohnbauprojekt in dieser Lage sei selten, gerade deshalb aber reizvoll. Das Vorhaben versteht Bergmann als langfristige Investition in den Wohnstandort Bad Kötzting – und als Beitrag zur Belebung der Innenstadt.