Kötztings Bauausschuss sagt Ja zu Wohnbau, Brennerei-Erweiterung und Feuerwehrstandort

Mit einer breiten Palette an Bauvorhaben hat sich der Bau- und Umweltausschuss der Stadt Bad Kötzting in seiner letzten Sitzung in diesem Jahr am Donnerstagabend befasst. „Alles vom ganz kleinen bis zum ganz großen Haus“, fasste Bauamtsleiter Christian Kopf die Tagesordnung zusammen. Sämtliche Anträge und Bauvoranfragen passierten das Gremium jeweils einstimmig.
Zustimmung erhielt zunächst der Neubau eines Wohnhauses mit Fitnessbereich, Sauna, Außenpool und Garagentrakt in der Pfingstreiterstraße nahe des Kreisbauhofs. Das Baurecht sei hier klar geregelt, erläuterte Kopf. Der bestehende Grüngürtel müsse zwar erweitert werden, bleibe aber gesichert. Vorgesehen ist ein begrüntes Flachdach.
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Ebenfalls grünes Licht gab es für einen Wohnbungalow in der Rathausgasse. Das Grundstück sei zwischen bestehender Grenzbebauung gelegen und stelle die Restfläche eines früher geteilten Areals dar. Aufgrund der einzuhaltenden Abstandsflächen waren Unterschriften der Nachbarn erforderlich.
In der Gemarkung Traidersdorf stimmte der Ausschuss dem Abbruch eines Bestandsgebäudes und dem Neubau eines Zweifamilienhauses mit Carport und Nebengebäude zu. Auch ein Einfamilienhaus in Ludwigsberg auf einem rund 6000 Quadratmeter großen Grundstück, dessen Altbau bereits entfernt wurde, fand Zustimmung.
Ungewöhnliche Anfrage: Fischzucht in altem Poolhaus
Mehrere Vorbescheidsanträge betrafen weitere Wohnbauvorhaben: In Hafenberg soll auf einem Hinterlegergrundstück ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage entstehen. Die Zufahrt muss dabei privatrechtlich geregelt werden. In Traidersdorf wollte ein Interessent vor dem Grundstückskauf klären, ob auf einer festgesetzten Biotopsfläche grundsätzlich Baurecht besteht.
Eine ungewöhnlichen Anfrage behandelte der Ausschuss mit der geplanten Umnutzung eines bestehenden Poolhauses zu einer Fischzuchtanlage im Gutshof in Bonried. Dort sollen künftig Arapaima gigas, eine der größten Süßwasserfischarten der Welt, gezüchtet werden. Da dabei Wasser genutzt und in veränderter Form wieder abgeführt wird, rechnet die Stadt mit der Notwendigkeit eines separaten Wasserrechtsverfahrens.
Zwei Bauanträge im Bereich Ludwigsberg betrafen Batteriespeichersysteme. Die jeweils rund drei Meter hohen Anlagen bewegen sich laut Bauamtsleiter Kopf in einem engen Baufenster, seien aber genehmigungsfähig.
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Eine neue Heimat soll zudem ein sogenanntes Second-Life-Tiny-House finden. Das kleine Gebäude stammt von der Landesgartenschau in Furth im Wald und soll am Schinderbuckel aufgestellt werden. Eine klassische Baugenehmigung ist dafür nicht nötig, allerdings eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans.
Erlebnisbrennerei Anleiter will erweitern
Auch die Erweiterung der Erlebnisbrennerei Anleitner in der Pfingstreiterstraße beschäftigte das Gremium. Geplant sind der Abbruch eines Wohnhauses und ein Neubau mit Fasslager und Eventbereich im Erdgeschoss sowie Wohnflächen im Obergeschoss. Fragen zur Verkehrsführung und zu Stellplätzen spielen erst in einem späteren Verfahrensschritt eine Rolle.
Zum Abschluss befasste sich der Ausschuss mit einer Bauvoranfrage der Stadt selbst. Hintergrund ist der seit längerem bekannte Platzmangel beim Feuerwehrgerätehaus in Arndorf. Notwendig seien unter anderem getrennte Umkleiden und Sanitärräume sowie zusätzliche Funktionsräume, erklärte Bauamtsleiter Kopf. Eine Erweiterung am bisherigen Standort scheitert an fehlender Zustimmung eines Nachbarn.

Die Stadt prüft deshalb ein eigenes Grundstück zwischen Arndorf und Grub nahe des Bolzplatzes als neuen Standort. Die betroffenen Nachbarn haben dem Vorhaben bereits zugestimmt. Bürgermeister Markus Hofmann machte deutlich, dass ein Neubau auf städtischem Grund wirtschaftlich sinnvoller sei als der Kauf eines fremden Grundstücks. Die Bauvoranfrage wurde einstimmig auf den Weg gebracht.
Mehrparteienhaus soll Lücke in der Innenstadt schließen
Im Zentrum der Beratungen stand am Donnerstag zudem die markante Baulücke in der Metzstraße. Diese soll geschlossen werden: Ein privater Investor aus Lam (ausführlicher Bericht folgt) plant dort ein dreigeschossiges Mehrfamilienhaus mit insgesamt sieben Wohneinheiten. Im Erdgeschoss sind neben einer Wohnung Technik- und Abstellräume vorgesehen, in den beiden Obergeschossen jeweils identische Wohnungen für ein bis zwei Personen. Hinzu kommt ein Dachgeschoss.

Das Gebäude ist nicht unterkellert. Geplant sind sieben Stellplätze in der benachbarten neuen Parkgarage. Zwar wäre das Vorhaben nach den geltenden Regeln eigentlich nicht stellplatzberechtigt, die Stadt wolle ein solches Projekt in zentraler Lage aber nicht daran scheitern lassen, betonte Bauamtsleiter Christian Kopf.
Mit dem Bauherrn ist zudem eine altstadtgerechte Fassadengestaltung vereinbart. Die Stadt erhält dabei Mitspracherechte, etwa bei der Farbwahl. Das Projekt wird während der Umsetzung eng von der Bauverwaltung begleitet. Bürgermeister Markus Hofmann sprach von einem Vorhaben, das für die Innenstadt ausdrücklich zu begrüßen sei.