Ermittlungen: Zockte Regensburger Szene-Gastronom Leute mit erfundenen Wohnungen ab?

Von Philip Hell · 10. Dezember 2025 um 13:00

In Regensburg fehlen 4400 Wohnungen. Der Mietmarkt ist angespannt – und ein Nährboden für Betrüger? Darauf lassen zumindest Vorwürfe gegen einen Gastronom schließen. Er soll Wohnungssuchende eiskalt abgezockt haben. Ihm könnte nun richtig Ärger drohen.

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Laut Anklage soll der Mann, der eine Gaststätte in zentraler Lage betreibt, mehrfach Menschen vorgegaukelt haben, Wohnungen für sie als potenzielle Mieter im Angebot zu haben. Die Masche lief dabei wohl meist so ab: Der Regensburger verlangte ein Honorar oder Mietkosten im Voraus, ohne dass die Wohnung jemals tatsächlich betreten wurde, so die Anklage. Besichtigt wurden die Gebäude lediglich von außen. In einem Fall ging es um angebliche Handwerkerarbeiten. Darüber hinaus soll der Regensburger Gastronom einem Geschädigten vorgemacht haben, dass er Schulden habe und in Haft sitze. Insgesamt hat der Mann laut Anklage knapp 30.000 Euro mit den Betrügereien ergaunert.

Angebliche Wohnungen in Regensburg im Angebot: Betrug in 13 Fällen?

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Regensburger Betrug in 13 Fällen vor. Dem Mann droht darüber hinaus allerdings noch weiterer Ärger, wie bei der Hauptverhandlung am Mittwoch bekannt wurde. Gegen ihn liegt demnach eine weitere Anklage vor. Der Vorwurf: gefährliche Körperverletzung. Details zu diesem Verfahren blieben allerdings unklar.

Nach Verlesung der Anklageschrift regte Michael Haizmann, Regensburger Rechtsanwalt und Verteidiger des Angeklagten, ein Rechtsgespräch an. Hinter verschlossenen Türen erörterten die Prozessbeteiligten das weitere Vorgehen. Richter Killinger informierte im Nachgang, dass der Regensburger Gastronom noch unter Bewährung stehe. Warum, sagte er nicht. Der Verlauf der Bewährung sei von großer Bedeutung für das Betrugsverfahren. Insbesondere gehe es darum, ob der Angeklagte noch einmal eine Bewährungsstrafe bekomme. Für den Regensburger scheint es demnach wohl Spitz auf Knopf zu stehen.

Prozess gegen Regensburger Unternehmer wird vertagt

Das Bewährungsheft des Angeklagten war bislang allerdings nicht Teil der Akte. Darin wird festgehalten, ob sich der Mann an seine Auflagen hält. Bislang konnte es Rechtsanwalt Haizmann nicht einsehen. Aus diesem Grund beantragte der Jurist die Aussetzung der Hauptverhandlung.

Richter Killinger fällte einen entsprechenden Beschluss. Mithin wird der Regensburger Gastronom, für den bis zu einem Urteil die Unschuldsvermutung gilt, im Frühjahr erneut auf der Anklagebank Platz nehmen müssen. Wie es ausgeht, ist offen. Ein Umstand, mit dem zahlreiche Wohnungssuchende in dieser Stadt Erfahrung haben dürften.