Kita-Anbau in Schwandorfs Süden nimmt Betrieb auf – Auch am Weinberg geht es bald los

Von Jan Lange · 7. Dezember 2025 um 19:00

Die Gestaltung der Außenanlagen ist noch im Gange, innen erschallen bereits Kinderstimmen: Der Anbau am Schwandorfer BRK-Kinderhaus Lindenblüten ist vor Kurzem in Betrieb gegangen. Auch bei anderen Kindereinrichtungen schreiten die geplanten Erweiterungen voran.

In dem Lindenblüten-Anbau an der Industriestraße werden zwei Gruppen mit je 25 Kindern betreut. Ein Teil der Kinder war bisher in der Turnhalle im vorderen Gebäude untergebracht und ist nun in den Neubau umgezogen, der andere Teil wurde neu aufgenommen. „Die Eltern sind froh, dass sie endlich einen Platz haben“, berichtete Kita-Leiterin Annemarie Ulmer den Mitgliedern des städtischen Bauausschusses, die im Vorfeld ihrer jüngsten Sitzung den Neubau besichtigt hatten. Ulmer zeigte sich überzeugt, dass sich die neuen Kinder bis Ende Dezember einleben würden.

In Rekordzeit errichtet

Der Neubau ist in modularer Bauweise errichtet worden – und das in Rekordzeit. Im Dezember 2024 waren laut dem Architekten Christian Gruber die Förderanträge eingereicht worden, ein knappes Jahr später war das Gebäude bereits bezugsfertig. Das Gebäude selbst sei innerhalb von acht Wochen entstanden, erklärte Gruber. „Wenn man es nicht wüsste, würde man von außen nicht merken, dass es sich um einen Modulbau handelt“, so der Schwandorfer Architekt.

Die Kosten für den Anbau samt Außenanlagen belaufen sich auf 1,35 Millionen Euro. Das bedeutet keine große Abweichung von den geplanten Kosten. Bei den Modulen sei laut Gruber „fast eine Punktlandung“ erreicht worden, bei den Außenanlagen liege man ein bisschen darüber. Das Umfeld des Neubaus wird erst im neuen Jahr fertiggestellt.

Wegen der Förderung muss der Modulbau mindestens zehn Jahre stehen. Gruber sagte, dass danach „noch lange nicht Schluss“ sei. Das Gebäude sei weit über diesen Zeitraum hinaus ausgelegt. Auf die Frage eines Stadtrates, ob die Module auch bei anderen Vorhaben eingesetzt werden könnten, meinte Gruber, dass sie „nicht in allen Fällen geeignet“, aber eine „gute Alternative“ seien.

Der Waldkindergarten am Weinberg ist auch fast fertig – schon bald soll hier der Nachwuchs herumtollen. - Foto: Jan Lange

Der Erweiterungsbau des Kinderhauses Lindenblüten ist kaum in Betrieb gegangen, da sind die zusätzlichen Kita-Plätze auch schon wieder alle vergeben. Und es gibt weiterhin Bedarf. Deshalb will die Stadt Schwandorf auch andere Einrichtungen erweitern. Am Weinberg entsteht beispielsweise ein Waldkindergarten mit 25 Plätzen. Er sei laut Bauverwaltung fast fertig und soll im Frühjahr 2026 seinen Betrieb aufnehmen.

Sofern Eltern ihre Kinder für den neuen Waldkindergarten bereits angemeldet haben, wurde ihnen schon ein Platz zugewiesen, informierte Schwandorfs Pressesprecher Andreas Hofmeister auf Nachfrage. „Die endgültige Platzvergabe erfolgt erst, sobald klar ist, wann der Waldkindergarten am Weinberg genau öffnet und dem Träger die Betriebserlaubnis erteilt wurde“, fügt Hofmeister hinzu. Aktuell gebe es noch freie Plätze.

Wird ebenfalls vergrößert: das Kinderhaus Storchenwiese in Fronberg. Die Arbeiten am Anbau sollen im April 2026 abgeschlossen werden. - Foto: Jan Lange

Baulich soll alles im April fertig sein

Auch in Fronberg bekommt das Kinderhaus Storchenwiese einen Erweiterungsbau mit 50 Plätzen. Laut Stadt steht der Anbau. Baulich soll alles im April fertig sein. Wann in dem Anbau der Betrieb beginnt, könne laut Schwandorfs Pressesprecherin Lara Schmaus noch nicht gesagt werden. Ziel sei es aber, im nächsten Jahr zu starten. Der Neubau ist zwischen dem jetzigen Bestandsgebäude und dem Sportplatz entstanden.

Darüber hinaus soll ein neues Kinderhaus in Krondorf entstehen. Vorgesehen war bisher ein Gebäude für vier Krippen- und drei Kindergartengruppen. Wie Barbara Hellerbrand, Sachgebietsleiterin Hochbau, im jüngsten Bauausschuss erklärte, müsse noch geklärt werden, ob man wirklich sieben Gruppen brauche. Allerdings könne erst im Frühjahr besser bewertet werden, wie sich die Zahl der Kinder entwickeln und ob die geplante Krondorfer Kita verkleinert werden sollte.

UW-Stadtrat Jochen Glamsch wollte wissen, wie belastbar diese Zahlen seien, damit die Stadt nicht kurze Zeit später wieder erweitern müsse. Das Kinderhaus Lindenblüten war erst 2022 in Betrieb genommen worden und musste nun schon vergrößert werden. Auch das Haupthaus der Kita Storchenwiese ist noch nicht so alt – seit 2021 wird hier der Nachwuchs betreut –, und braucht jetzt bereits einen Anbau.

Auf dieser freien Fläche am Ortsrand soll die neue Kita in Krondorf entstehen. - Foto: Jan Lange

Glamsch fragte an, ob das Krondorfer Kinderhaus nicht in der geplanten Größe gebaut werden könne, auch wenn die Zahl der Kinder geringer sei. Dem wurde vonseiten der Stadt widersprochen. Man wolle „nicht sehenden Auges einen Leerstand schaffen“, meinte Oberbürgermeister Andreas Feller. Barbara Hellerbrand erklärte ihrerseits, dass der Bau so ausgerichtet sei, dass er bei Bedarf problemlos erweitert werden könne.

Derzeit werden in Schwandorf gut 1080 Kinder in 17 Kitas betreut. Wie sich die Zahl in Zukunft entwickeln wird, darüber könne laut Pressesprecher Hofmeister „keine konkrete Prognose abgegeben werden“.