Im Einsatz für die Igel: Schwandorfer Naturfreund übergibt 2200 Unterschriften an Landrat

Von Jan Lange · 24. November 2025 um 15:00

Monatelang hat Jochen Surel Unterschriften für ein Nachtfahrverbot von Mährobotern gesammelt. Nun übergab er die Listen an Schwandorfs Landrat Thomas Ebeling (CSU). Kurz zuvor hatte sich Surel noch Unterstützung von Tiermedizinern organisiert.

Das Nachtfahrverbot von Mährobotern sei laut Surel notwendig, um die heimische Igel-Population zu schützen. Denn die messerscharfen Klingen der Mähroboter würden den nachtaktiven Säugetieren schwere Verletzungen zufügen. Die Nittenauer Tierärztin Dr. Heike Roidl bestätigte ihm dies. In ihrer Kleintierpraxis seien in der Vergangenheit schon mehrere Igel mit Verletzungen durch Mähroboter behandelt worden, schrieb die Tierärztin. Auch von der Neunburger Tierärztin Dr. Cathrin Engel erhielt Surel Unterstützung. Die beiden Schreiben legte der 58-Jährige den Unterschriftenlisten bei, die er jetzt persönlich Schwandorfs Landrat überreichte.

2195 Unterschriften sind bislang zusammengekommen. Der Großteil der Unterstützer komme aus dem Landkreis Schwandorf, betonte Surel im Gespräch mit Ebeling. Als rechtliche Grundlage führte der 58-Jährige die Paragrafen 39 und 44 des Bundesnaturschutzgesetzes an. Darin sei der Schutz von Wildtieren geregelt, so Surel.

Surel: Landratsamt könnte Allgemeinverfügung erlassen

In Bayern komme seiner Meinung nach zudem das Bayerische Naturschutzgesetz zur Anwendung, das den Schutz von Tieren und Pflanzen regelt. Auf dieser rechtlichen Grundlage, zeigte sich der Schwandorfer Naturfreund überzeugt, könne die Untere Naturschutzbehörde ein Nachtfahrverbot für Mähroboter als naturschutzrechtliche Allgemeinverfügung erlassen.

Er bat den Landrat, den Antrag zu prüfen und die erforderlichen Schritte einzuleiten. Ebeling erklärte, dass er die Unterschriften ernst nehme. Der Landrat sei nach eigener Aussage nicht grundsätzlich gegen ein Nachtfahrverbot von Mährobotern. Er selbst besitze auch ein solches Gerät, das in seinem Garten in der Nacht nicht laufe. „Ich habe noch jeden Igel im Garten überleben lassen“, meinte Ebeling. Die Untere Naturschutzbehörde werde den Antrag samt Unterschriftenlisten „ordnungsgemäß prüfen“, sicherte der Landrat Surel zu. Bei dieser Prüfung müssten auch Betroffene gehört werden.

Es müsse auch überlegt werden, so Ebeling, wie ein solches Nachtfahrverbot kontrolliert werden soll. Denn eine entsprechende Verordnung bringe nichts, wenn sie nicht auch durchgesetzt werden könne.

Zuvor bei der Stadt Schwandorf abgeblitzt

Sein Anliegen hatte Jochen Surel zuvor bereits bei der Stadt Schwandorf angebracht. Dort sei er aber abgeblitzt. Denn nach Einschätzung der Stadt falle das Anliegen nicht in ihren Zuständigkeitsbereich, sondern sei Sache der Unteren Naturschutzbehörde. Beim Landratsamt habe er auch länger versucht, Gehör für sein Anliegen zu finden, meinte Surel.

Während im Landratsamt sein Antrag geprüft wird, hat sich der 58-Jährige bereits die nächste Aktion überlegt. Gegen einen kleinen Obolus will er nach den Feiertagen die Weihnachtsbäume abholen und entsorgen. Das Geld soll dann der Igelhilfe zugute kommen.