Schwarzhofen nimmt Großprojekt in Angriff: Generalsanierung der Grundschule hat begonnen

Von Jan Lange · 4. Dezember 2025 um 05:00

Rekord war ein Wort, das am Montag in der Marktratssitzung in Schwarzhofen sehr oft fiel. In Rekordtempo beschlossen die Räte den Haushalt für 2026. Der Finanzplan hat zudem einen Rekordumfang und beinhaltet zugleich die größte Investition in der Geschichte des Marktes. Auch beim Zeitpunkt des Haushaltsbeschlusses stellte der Marktrat einen Rekord auf – so früh wurde das Zahlenwerk noch nie verabschiedet.

Pünktlich zum Haushaltsbeschluss hatte am Montag die Generalsanierung der Dr.-von-Ringseis-Grundschule mit den Abbrucharbeiten begonnen. Den entsprechenden Auftrag hatte der Marktrat Ende Oktober in nichtöffentlicher Sitzung vergeben – ebenso wie die Aufträge für die Baumeisterarbeiten sowie die Zimmerer-, Dachdecker- und Spenglerarbeiten. Das seien die ersten „Hauptbatzen“ gewesen, um die Generalsanierung starten zu können, meinte Bürgermeister Maximilian Beer (CSU) und fügte hinzu: „Die nächsten Hauptbatzen kommen noch.“

In einem ersten Abschnitt hatte der Markt das Schulgebäude energetisch saniert, indem die Fassade gedämmt und neue Fenster sowie Türen eingebaut wurden.

Auch der frühere Physikraum wurde entkernt und sollte für die Ganztagsbetreuung hergerichtet werden. Doch dann wurde entschieden, diesen Raum erst im Zuge der Generalsanierung fertigzustellen. Das soll in den kommenden Monaten erfolgen.

Höhere Förderung für Schulsanierung

Die Generalsanierung einschließlich Teilsanierung der Turnhalle wird Schwarzhofen rund 3,86 Millionen Euro kosten. Mit dem vorherigen Abschnitt summieren sich die Kosten auf insgesamt rund 5,5 Millionen Euro. Das sei die größte Investition in der Geschichte des Marktes, erklärte Beer.

Die enorme Summe zu stemmen, sei nicht einfach, sagte er. Alternativ hätte man die Grundschule auch schließen und die Schüler in eine benachbarte Kommune fahren können. „Wollen wir alles zusperren?“, stand als Frage im Raum. Der Bürgermeister und die Markträte waren sich einig, dass eine Grundschule für eine zukunftsfähige Marktgemeinde entscheidend sei. „Wir setzen auf Zukunft“, erklärte Beer am Montagabend bei der Jahresabschlussfeier im Pfarrheim. Deshalb müsse man „auch unangenehme Sachen wie die Schulsanierung in Angriff nehmen“.

Beer konnte den Markträten in diesem Zusammenhang eine gute Nachricht verkünden: Bei Nachverhandlungen über die Förderung habe man eine weitere Million Euro zugesichert bekommen. Die Förderzusagen belaufen sich damit auf knapp 2,07 Millionen Euro.

Kreisumlage ist großer Posten

Auf das Haushaltsvolumen wirkt sich das Großprojekt Grundschule aus: Es beträgt 2026 insgesamt rund 5,73 Millionen Euro, wovon 3,87 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt entfallen. Darin schlagen die Personalkosten (rund 913 000 Euro) und die Kreisumlage (circa 891 000 Euro) als größte Posten zu Buche.

Neben der Generalsanierung der Grundschule will der Markt Schwarzhofen auch eine Bauhofhalle neu bauen. Das Vorhaben ist erforderlich geworden, weil der Eigentümer der bisher für den Bauhof-Fuhrpark genutzten Scheune den Mietvertrag zum 31. Dezember 2025 gekündigt hat. Aufgrund des kurzen Handlungszeitraums wollte der Markt ursprünglich eine Zelthalle errichten.

Bis dato war der Fuhrpark des Bauhofs in dieser angemieteten Scheune untergebracht. Weil der Vertrag gekündigt wurde, muss nun eine andere Lösung her. - Foto: Anton Köppl, Archiv

Da eine solche Zelthalle aber nicht genehmigungsfähig sei, weil sie die Brandschutzbestimmungen nicht erfülle, will Schwarzhofen nun eine andere Lösung realisieren. Es soll eine stabile Halle aus Stahl oder Holz errichtet werden. Dafür hat der Markt 210 000 Euro im Haushalt eingeplant. In ein anderes Objekt in Schwarzhofen einzumieten, sei nicht möglich, so Beer, da es keine entsprechenden freien Gebäude gebe.

Gnadenfrist für Bauhof bekommen

Die nun geplante neue Halle kann problemlos in den nächsten Monaten errichtet werden, ohne dass die Bauhof-Fahrzeuge im Freien stehen müssen. Denn der Eigentümer hat dem Markt laut Bürgermeister noch eine Gnadenfrist bis zum 30. Juni 2026 eingeräumt.

Ein weiterer Vorteil des Hallen-Neubaus: Der Recyclinghof muss nicht verlegt werden. Die angedachte Zelthalle wäre nämlich auf dem Areal des Recyclinghofes entstanden.

So sehen die Zahlen für 2026 aus

• Volumen: Der Haushalt umfasst 5,73 Millionen Euro. Davon entfallen 3,87 Millionen Euro auf den Verwaltungs- und 1,86 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt.

• Steuern: Bei den Grundsteuern A und B rechnet der Markt mit Einnahmen in Höhe von 167 000 Euro, bei der Gewerbesteuer mit Einnahmen von 700 000 Euro.

• Kreisumlage: Die Summe, die der Markt Schwarzhofen an den Landkreis abführt, wird wegen der höheren Steuerkraft voraussichtlich von 716 000 Euro auf 891 000 Euro steigen.

• Schulden: Der Schuldenstand wird sich von etwa 2,47 Millionen Euro (Ende 2025) auf 2,31 Millionen Euro (Ende 2026) reduzieren.