Glasfaser für ganz Neunburg: Breitbandausbau geht weiter

Beim Ausbau des Glasfasernetzes in Neunburg ist nun der nächste Abschnitt in Angriff genommen worden. Schon in wenigen Wochen könnten die ersten Haushalte das deutlich schnellere Internet nutzen – unter einer Voraussetzung.
In Neunburg hat sich in Sachen Breitband in den vergangenen Jahren schon einiges getan. Die Stadt hatte sich, wie Bürgermeister Martin Birner (CSU) beim Spatenstich in Kemnath bei Fuhrn zurückblickte, auf sämtliche Förderprogramme beworben, die vom Freistaat Bayern in den vergangenen Jahren aufgelegt wurden. Zuletzt wurde das „Weiße Flecken“-Programm abgeschlossen. „Mit diesem Programm haben wir den Großteil der Ortschaften angeschlossen, die bisher fast noch gar kein schnelles Internet hatten“, sagte Birner. Das war keine einfache Aufgabe: Neunburg hat immerhin mehr als 70 Ortschaften, die sich auf einer Gemeindefläche von rund 110 Quadratkilometern verteilen.
Es ist wichtig, dass es endlich weitergeht.Martin Birner, Neunburgs Bürgermeister
Nach der Beseitigung der „weißen Flecken“ habe man sofort an das „Graue Flecken“-Programm angeknüpft, meinte der Rathauschef. In dessen Rahmen sollen Haushalte angeschlossen werden, die noch nicht über eine zuverlässige Datenrate von mindestens 100 Megabit pro Sekunde verfügen.
Mit dem Spatenstich in Kemnath bei Fuhrn wurde dafür nun der Startschuss gegeben. „Es ist wichtig, dass es endlich weitergeht“, freute sich der Bürgermeister. Durch den weiteren Glasfaserausbau bleibe die Kommune seiner Meinung nach attraktiv. Auch im ländlichen Bereich sei das deutlich schnellere Internet erforderlich. Birner nannte als Beispiele die Landwirtschaft mit ihrer modernen Technik, aber auch die Möglichkeit, Homeoffice zu machen, wenn man in einer kleinen Ortschaft wohne. Durch die neuen Baugebiete in den Ortsteilen seien viele junge Familien hergezogen, so Birner.
Bis 2027 abgeschlossen
Laut Carmen Wiedemann, Kommunalberaterin der Telekom, sollen in den kommenden Monaten mehr als 21 Kilometer Glasfaser im Tiefbau verlegt und 29 neue Netzverteiler aufgestellt werden. Die ersten Arbeiten werden demnach an den Bestandsanlagen durchgeführt. Im Laufe des nächsten Jahres folgt dann der weitere Ausbau. Bis Anfang 2027 soll der Netzausbau abgeschlossen sein, kündigte Wiedemann an.
Mehr als 1200 Haushalte in Neunburg könnten von dem Glasfaserausbau profitieren. Die ersten Anschlüsse sollen schon in wenigen Wochen bereitstehen. Damit die Haushalte die deutlich höheren Geschwindigkeiten bis 1000 Megabit pro Sekunde nutzen können, müssen sie allerdings aktiv auf die Telekom zukommen und einen Anschluss beauftragen. Der erfolge dann kostenlos.
Kernstadt folgt im Anschluss
Wenn man sich nicht melde, komme die Glasfaser auch nicht ins Haus, sondern führe lediglich daran vorbei, betonte der Bürgermeister. Birner und Wiedemann drückten ihre Hoffnung aus, dass die Bauarbeiten reibungslos vonstatten gehen. „Auch beim letzten Förderprogramm ist es ja gut gelungen“, meinte der Bürgermeister.
Birner habe in den vergangenen Wochen „große Sorge“ gehabt, dass die Telekom das Vorhaben in Neunburg – wie in anderen Kommunen der Fall – verschieben könnte. Umso erleichterter sei er nun, dass dies nicht der Fall ist.
In den nächsten drei Jahren ist hoffentlich ganz Neunburg ans Glasfasernetz angeschlossen.Martin Birner, Rathauschef von Neunburg
Im Anschluss an den geförderten Glasfaserausbau über das „Graue Flecken“-Programm will die Telekom die Neunburger Kernstadt eigenwirtschaftlich ausbauen. Rund 3000 Haushalte sollen dort ans Glasfasernetz angeschlossen werden.
Anfang 2023 hatte die Telekom den eigenwirtschaftlichen Ausbau der Kernstadt noch für die Jahre 2024 und 2025 angekündigt. Zwischenzeitlich hatte sie den Start des Vorhabens bereits auf 2026 verschoben. Nun soll frühestens im Jahr 2027 damit begonnen werden. „In den nächsten drei Jahren ist hoffentlich ganz Neunburg ans Glasfasernetz angeschlossen“, meinte der Bürgermeister.