Die Berliner „Sport-Milliarde“ soll dem Hallenbad Mainburg neuen Auftrieb geben

Von Martina Hutzler · 1. Dezember 2025 um 17:00

Schulen, Vereine und Privatleute in und um Mainburg (Landkreis Kelheim) sitzen derzeit in der Hallenbad-Saison auf dem Trockenen: Die Lehrschwimmhalle beim Schulzentrum ist bekanntlich marode und seit Februar 2024 dauerhaft geschlossen; die Neubau-Pläne gerieten ins Stocken. Das könnte sich mit einem neuen Förderprogramm nun ändern.

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Seit Jahren ringen der Landkreis Kelheim als Eigentümer der Lehrschwimmhalle (LSH) und die Stadt Mainburg als Mitnutzerin um die Zukunft des Hallenbads in der Ebrantshauser Straße. Seitens des Landkreises bzw. der Kreisverwaltung gilt eine Generalsanierung des unter anderem stark korrodierten Gebäudes als unwirtschaftlich und daher ausgeschlossen.

Für einen Ersatzneubau – nach bisherigen Schätzungen rund 18,5 Millionen Euro teuer – hatte der Kreistag im März 2024 eine stärkere finanzielle und personelle Beteiligung der Stadt Mainburg zur Bedingung gemacht; dies lehnte der Stadtrat allerdings ab. Seither ist das Neubau-Projekt zum Stillstand gekommen. Das könnte sich nun ändern mit Hilfe des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS).

Entgegen seinem Namen ermöglicht es nämlich auch den Ersatz-Neubau, wenn die Sanierung einer solchen Sportstätte unwirtschaftlich wäre. Diese und auch die weiteren Bedingungen des Förderprogramms wären aus Sicht der Kreisverwaltung in Mainburg erfüllt, informierte Vize-Kämmererin Christine Falk.

Zum einen gibt es immerhin schon die Vorplanung und Kostenschätzung. Der Planungsstand ist damit immerhin bereits so weit (Lph2), dass die Förderbedingung „zügige Realisierbarkeit“ sowie das stramme Zeitkorsett für die erste Tranche des Programms SKD machbar scheint: Bis 15. Januar müsste der Landkreis seine Bewerbung nach Berlin schicken, für die es dann bereits Ende 2026 die Zu- oder Absage geben soll; bis Ende 2031 müsste dann der Neubau stehen.

Zum anderen würde die bisherige Planung auch inhaltlich die SKS-Bedingungen voraussichtlich erfüllen: Die KfW-Energieeffizienz-Stufe 55, die Wärmeversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien – in Mainburg ist Fernwärme aus Hackschnitzeln geplant – und Verwendung nachhaltiger Baumaterialien sowie „umfassende Maßnahmen zur Barrierefreiheit“.

Bekäme der Landkreis den Zuschlag beim SKS-Programm, stünden „bis zu 45 Prozent“ der zuwendungsfähigen Gesamtkosten als Förderung in Aussicht, gedeckelt freilich auf acht Millionen Euro.

Die anderen 55 Prozent wären vom Kreis als Eigenbeteiligung beizusteuern. Bei geschätzten Gesamtkosten, die inflationsbedingt bis zur Umsetzung auf rund 22 Millionen Euro steigen dürften, wären das rund zehn Millionen Euro aus der Kreiskasse – wobei dafür auch eine etwaige Finanzspritze des Freistaats verwendet werden dürfte.

Landrat Martin Neumeyer nannte das Förderprogramm des Bundes „eine Chance“, über die zudem schon bis Ende Februar entschieden sei. Kreisrat Peter-Michael Schmalz (ÖDP) wollte aber auch die von Mainburg angekündigte Prüfung einer Sanierung der alten LSH nicht außer Acht lassen: „Wenn es die Stadt billiger kann, soll es mir recht sein.“ Das eine tun, das andere nicht lassen; nach dieser Devise forderten die Kreisräte Helmut Fichtner und Werner Maier (beide FW), sich beide Optionen offen zu halten. Einstimmig votierte der Ausschuss letztlich dafür, sich beim SKS-Programm zu bewerben.