Sanierungsvorschläge für Hallenbad Mainburg: Kreisrätin und Kämmerer beharken sich

Lässt sich das Hallenbad Mainburg mit einfachen Behelfsmaßnahmen doch noch einige Jahre nutzen? Über dieser Frage gerieten Kreistagsmitglieder und Kreisverwaltung am Rande der Haushaltsdebatte aneinander.
Der Landkreis hat seine Lehrschwimmhalle in Mainburg Ende Januar aus Sicherheitsgründen dauerhaft geschlossen, wegen akuter Baumängel: Ein Ingenieurbüro hatte gewarnt, dass die Decke herabstürzen könnte und der Keller „massiv statisch gefährdet“ sei. Die Mainburger Kreis- und Stadträtin Hannelore Langwieser und in der Folge dann die örtliche Wasserwacht brachten aber die Frage auf, ob man die marode Decken-Verkleidung herunterreißen oder sichern könne, so dass die LSH weiterbetrieben werden könnte, bis ein Neubau einsatzbereit ist. ÖDP-Kreisrat Peter-Michael Schmalz hatte sogar angeregt zu prüfen, ob sich aus dem Hallen- ein Freibad machen lasse, um die Einsturzgefahr zu beseitigen.
Landrat: „Übernehme keine Verantwortung mehr für dieses Bad“
Diese Vorschläge wies Landrat Martin Neumeyer in der Kreistagssitzung am Montag entschieden zurück: „Ich übernehme keine Verantwortung mehr für den Betrieb dieses Bades“ – wenn, dann könne sich gerne die Stadt diesen Schuh anziehen. Zuvor schon hatte offenkundig Kreiskämmerer Reinhard Schmidbauer den Anfragen schriftlich eine Abfuhr erteilt – deren Tenor nun von Mainburgs Vize-Bürgermeisterin Langwieser scharf kritisiert wurde.
Bei den Bürgern, so Langwieser, sei angekommen, dass die LSH-Decke das Hauptübel sei; daraufhin hätten sie höflich um Prüfung ihres Vorschlags gebeten. „Dann müssen wir als Landkreis nett und höflich antworten“ – und nicht in belehrend-erbostem Ton. Als solchen empfinde sie Schmidbauers ablehnendes Schreiben, „da fehlen am Ende nur die drei Ausrufezeichen!“, ärgerte sich die CSU-Politikerin. Das veranlasste den Kämmerer zu einer Retourkutsche.
Vor fünf Jahren schon hätten Experten angekündigt, dass die LSH heuer ihr „Lebensende“ erreiche, und schon damals habe der Kreisausschuss beschlossen, dass spätestens im Juni 2024 der Badebetrieb ende. „Es tut mir weh, wenn solche Fakten von Ihnen, die Sie als Kreisräte alle Infos haben, immer noch ignoriert werden.“ Damit und mit vermeintlich einfachen Lösungsvorschlägen „geben Sie uns in der Verwaltung und auch den Planer der Lächerlichkeit preis!“, kritisierte Schmidbauer.
„Stadtrat Mainburg hätte früher handeln müssen“
Grünen-Sprecher Richard Zieglmeier bestätigte, dass das LSH-Aus schon damals feststand. Das hätte für Mainburgs neugewählten Bürgermeister und Stadtrat nach der Kommunalwahl 2020 doch ein Anstoß sein müssen, „das Thema zeitnah aufzugreifen, damit keine lange Lücke ohne Bad entsteht. Das ist aber in Mainburg leider nicht passiert“, schob der Abensberger Stadt- und Kreisrat den Schwarzen Peter ins Mainburger Rathaus.
Auf die damaligen Sitzungsunterlagen – noch vor der Kommunalwahl 2020 – habe man als jetziges Kreistagsmitglied keinen Zugriff, merkte dazu Annette Setzensack an. Dass die tragenden Elemente der LSH marode seien und eine tiefgreifende Bauwerkssanierung erforderten, sei auch aktuelle Aussage des Gutachters, erwiderte Petra Högl (CSU): „Das ist eindeutig“, da brauche man keine alten Beschlussvorlagen.
Dieses Gutachten zum LSH-Zustand stamme „vom selben Büro, das auch mit der Planung der neuen Schwimmhalle beauftragt ist“, merkte der Mainburger Kreisrat und Ingenieur Martin Huber (CSU) vielsagend an. Seine Einschätzung: „Die Lehrschwimmhalle ist in keinem guten Zustand, aber sie ist sanierungswürdig“.