Hallenbad Mainburg: Ein Hoffnungsschimmer am Horizont

Von Lucia Pirkl · 11. April 2024 um 19:00

Ein privater Investor könnte helfen, die Lehrschwimmhalle in Mainburg zu realisieren.

Eigentlich hätte sich der Stadtrat in Mainburg in seiner Sitzung am Montag mit dem Kreistagsbeschluss beschäftigen sollen. Die Kreisräte stimmten dafür, die Planung einer neuen Lehrschwimmhalle in Mainburg fortzusetzen – aber nur unter der Bedingung, dass die Stadt mehr Geld beisteuert als in der bisherigen Vereinbarung zwischen Kreis und Stadt vorgesehen (siehe Infokasten).

Für Mainburg ist das eine bittere Pille, und eigentlich wollten die Stadträte am Montag darüber sprechen, ob sie dem Kreistagsbeschluss folgen wollen oder nicht.

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Nun gab es kurz vor der Sitzung eine Wende. Ein privater Investor könnte Mainburg unter die Arme greifen, durch seine Beteiligung den Bau der neuen Lehrschwimmhalle, die für Mainburg finanziell kaum zu stemmen wäre, ermöglichen.

Überraschendes Angebot

Der Fitnessstudiobetreiber Rupert Neuberger, der in Mainburg kein Unbekannter ist, hat angeboten, sich im Rahmen einer Public Private Partnership einzubringen. Er könnte sich vorstellen, ein Gesundheitszentrum mit Fitnessstudio und Physiotherapie zu eröffnen und die Lehrschwimmhalle darin in der geplanten Größe zu integrieren.

„Ich hatte 2020 schon einmal mit ihm über das Hallenbad gesprochen“, so Bürgermeister Helmut Fichtner. Die CSU habe das Gespräch jetzt wieder aufgenommen und dann sei dieses Angebot überraschend gekommen, wie Fichtner berichtet. Noch vor der Sitzung hatte auch Fichtner persönlich mit Neuberger telefoniert.

Fichtner will nun zeitnah die neuen Details prüfen, auch der Schulverband und der Landkreis müssten mit ins Boot geholt werden. So werde es beispielsweise auch um die Frage gehen, wer zu welchen Anteilen die Betriebskosten übernehmen würde, käme es zu einer Lösung mit dem Investor.

Auch Fragen zum Grundstück, auf dem die Lehrschwimmhalle stehen soll und das Mainburg an den Landkreis verkauft hatte, müssen geklärt werden. Konkrete Termine gibt es freilich noch nicht, „wir haben es ja erst am Samstag erfahren“, aber man möchte zeitnah Weiteres besprechen, so Fichtners Wunsch, um Klarheit zu schaffen.

Lösungen werden gesucht

Über den Beschluss des Landkreises wurde in der Sitzung indes nicht abgestimmt, der Punkt wurde vertagt, wenngleich die Ratsmitglieder aller Couleur mit ihrer Kritik nicht hinter dem Berg hielten.

Dafür zeigten sich die Räte aufs Erste sehr angetan von der neuen Möglichkeit, der Begriff „Hoffnungsschimmer“ sei öfter gefallen, so Fichtner. Ob es dann wirklich etwas wird, ob man eine konkrete Lösung findet, mit der alle Beteiligten gut leben können, das werde man sehen.

Aber nicht nur die Lehrschwimmhalle beschäftigte die Räte. Neben dem Schwimmbad standen auch die Kindergartengebühren auf der Tagesordnung. Alle drei Jahre werden sie moderat angepasst.

Pro Buchungszeitraum werden die Gebühren beim Kindergarten um 20 Euro, bei der Krippe um 30 Euro angehoben. In der Krippe kosten zwei bis drei Stunden tägliche Betreuungszeit jetzt pro Monat 150 Euro, in den weiteren Stufen jeweils 30 Euro mehr.

Für Geschwisterkinder gibt es auch künftig Ermäßigungen.

Ein privater Investor könnte helfen, die Kosten zu deckeln:

Kreistagsbeschluss: Alle Kosten, die einen Landkreis-Eigenanteil von sechs Mio. Euro übersteigen, werden nach dem Schlüssel 30:70 zwischen Landkreis und Stadt Mainburg aufgeteilt.

Ferner stellt in Mainburg nicht mehr der Landkreis, sondern die Stadt einen Bademeister ein. Auch muss die Stadt alle Bad-Bauteile selbst zahlen, die für die öffentliche Nutzung nötig sind (z.B. Kassensystem, Wettkampf-Hubboden) und alle Betriebskosten, die nicht dem Landkreis-Schulunterricht zurechenbar sind. Das Bauvorhaben wird auf 20 bis 22 Millionen Euro kalkuliert.

Public Private Partnership: Der Begriff Public Private Partnership (PPP) steht für eine öffentlich-private-Partnerschaft und bezeichnet eine Kooperation der öffentlichen Hand mit der privaten Wirtschaft.Die Zusammenarbeit wird vertraglich geregelt. Die öffentliche Instanz trägt die Verantwortung für die gemeinwohlorientierte Ausrichtung der Zusammenarbeit.

Projektrisiken werden so verteilt, öffentliche Haushalte entlastet, da die Finanzierung zumindest in Teilen vom privaten Unternehmen übernommen wird.

Kritik: Nicht immer können PPP die in sie gesetzten Hoffnungen erfüllen, manche, wie die Elbphilharmonie oder der der Berlin Brandenburg Airport sind ein Millionengrab.

Als äußerst erfolgreiches PPP-Modell sei beispielsweise die Erweiterung des Flughafens s Münchens genannt.