Mainburg will nun weniger Geld für ein Leuchtturmprojekt ausgeben

Zu hohe Kosten für die neue Schulsporthalle schrecken ab, daher wird der ursprüngliche Plan abgespeckt.
Es war eine kräftezerrende Sitzung, die die Stadträte in Mainburg am vergangenen Dienstag absolvieren mussten. Eigentlich wären auf der Tagesordnung viele Punkte gestanden, unter anderem auch der Haushalt.
Behandelt wurden dann vier, die restlichen Tagesordnungspunkte wurden ob der späten Zeit – es war bereits Mitternacht – gar nicht mehr behandelt.
Vor allem der Bau der Schulsporthalle und die Generalsanierung der Grundschule Mainburg beschäftigten die Stadträte und nahmen so viel Zeit ein, dass andere Tagesordnungspunkte auf eine weitere Sitzung vertagt wurden.
• Turnhalle: Bei den Planungen zum Turnhallenbau wurde jetzt der Rotstift angesetzt und noch einmal eine weniger kostenintensive Variante vom Architekturbüro Raith durchgeplant. Die ursprüngliche Planung des Prestigeobjekts (wir berichteten), der Bau einer neuen Sporthalle auf dem Areal der Mittelschule für mehr als 20 Millionen Euro mit Platz für 600 Zuschauer, sah ein Foyer, zwei Tribünen und ein nachhaltiges Energiekonzept vor. Ob der hohen Kosten trat die Stadt jetzt auf die Bremse. Das Foyer und die Tribüne zu streichen, um so etwa 4,2 Millionen Euro einzusparen, wäre aber eine Lösung gewesen, die dem Leuchtturmprojekt nicht gerecht geworden wäre.
Die Stadträte beschlossen nun, auf ein Foyer und auf die Südtribüne zu verzichten, aber weiterhin am Energiekonzept mit PV-Anlage festzuhalten. Damit könnten etwa drei Millionen eingespart werden, die Realisierung der Turnhalle würde, Stand heute, etwa 17 Millionen kosten.
Bis Mitte des Jahres will man jetzt den Förderantrag für diese abgespeckte Variante stellen, damit man mit der weiteren Planung fortfahren und erste Vergaben durchführen könne, so Karl Raster, Geschäftsleiter der Stadtverwaltung: „Momentan ist ein Baubeginn für den März 2025 angedacht“, sagt Raster – und räumt gleichzeitig ein: „Das ist natürlich sportlich.“ Zum einen, weil die Lage auf dem Bausektor teilweise unsicher sei, zum anderen aber auch, weil noch nicht ganz klar ist, wie dann letztendlich die Förderkulisse aussieht.
• Glasfaserausbau: Relativ schnell handelten die Räte den Punkt Glasfaserausbau ab. In den vergangenen zwei Sitzungen stellten sich die Deutsche Glasfaser Holding GmbH und Leonet vor. Die Firma Leonet hätte zu den kleineren Ortsteilen rund um Mainburg keine Ausbaupläne, „die blieben also außen vor“, konkretisiert Raster. Deshalb beschlossen die Stadträte letztlich, einen Kooperationsvertrag mit der Deutschen Glasfaser zum eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau zu unterzeichnen. Sollten weitere Unternehmen einen eigenwirtschaftlichen Ausbau anstreben, werden diese gleich behandelt. Mit der Deutschen Glasfaser werden weder eine Exklusivität noch vertragliche Pflichten vereinbart.
• Friedhof: Ein weiterer Tagesordnungspunkt war der geplante Umbau und die Umgestaltung der Aussegnungshalle auf dem Friedhof Mainburg. Die Räte stimmten der Planung vom 6. Februar vom Architekturbüro Bortenschlager zu, geschätzte Kosten: 300.000 Euro.
• Ganztagsausbau: Sehr kontrovers diskutiert wurde zum Thema Generalsanierung und Erweiterung der Grundschule. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter macht es nötig, dass mehr Raum für die Ganztagsbetreuung geschaffen wird.
Das Gebäude aufzustocken und dieses Stockwerk dann schwerpunktmäßig als Räume für die Ganztagesbetreuung zu verwenden, war eine Idee, die ursprünglich angedacht war. In der Sitzung entspann sich eine Diskussion, ob es wirklich nötig sei, die Ganztagsbetreuung dort unterzubringen oder lieber in einem extra Gebäude. auf einem anderen Grundstück. Die Räte bewegte auch die Frage, ob der Platz für zukünftige Schüler überhaupt ausreichen würde. Derzeit befindet sich die Stadt in Grundstücksverhandlungen. Die Räte kamen auf keinen gemeinsamen Nenner. Nun soll geklärt werden, wie letztendlich der Bedarf ist und auch wo sich die Räume für die Ganztagsbetreuung realisieren ließen. Deshalb wurde der Punkt vertagt.
Der Hallenbadbau wird sich auch auf den Haushalt auswirken:
Haushalt: Weil in der Kreistagssitzung am Montag beschlossen wurde, dass sich Mainburg finanziell stärker am geplanten Hallenbadbau beteiligen soll, muss auch der Haushalt noch einmal überdacht werden. Ursprünglich war geplant, den Haushalt in der Märzsitzung zu behandeln. Nun wird er, aller Voraussicht nach, in der Aprilsitzung behandelt.
Nächste Sitzungen: Voraussichtlich wird es Anfang April, nach den Ferien noch eine weitere Sitzung geben. Die nächste ordentliche Stadtratssitzung wäre dann der 23. April.