Großer Rückhalt: Freie Wähler Schwandorf nominieren Dieter Jäger als OB-Kandidat

Von Dietmar Zwick · 28. November 2025 um 15:00

Die Liste der OB-Kandidaten in Schwandorf wächst weiter: Am Donnerstagabend wurde Dieter Jäger, seit 18 Jahren Stadtrat der Freien Wähler, in der Taverne Olympia einstimmig zum Oberbürgermeisterkandidaten der FW nominiert. Der 61-Jährige freute sich, dass die Freien Wähler ihn erneut „in die Bütt schicken“. Bereits 2014 hatte Jäger für das Amt des Oberbürgermeisters kandidiert.

FW-Ortsvorsitzender Markus Zeug betonte, dass die Freien Wähler ein starkes Team mit großem Zusammenhalt seien – der Beweis dafür, dass gemeinsame Werte und ein klares Ziel stärker seien als jede Herausforderung. Der stellvertretende Bezirksvorsitzende Florian Spiegler bezeichnete Jäger als einen Kandidaten, der Verantwortung nicht nur verspreche, sondern seit vielen Jahren vorlebe. Er stehe für Verlässlichkeit, Sachlichkeit und ein offenes Ohr.

Stadtratskollege Karl-Heinz Saur hob hervor, dass Jäger es als pensionierter Polizeihauptkommissar gewohnt sei, mit Menschen umzugehen, Probleme frühzeitig zu erkennen und richtige Schlüsse daraus zu ziehen.

Bei seiner Vorstellung dankte Dieter Jäger für die Vorschusslorbeeren. Er freue sich, dass sich sowohl die Vorstandschaft als auch die Partei entschieden hätten, ihn als Oberbürgermeister-Kandidaten ins Rennen zu schicken. „Ich mache es gerne. Ich habe Zeit – und ich habe richtig Lust darauf“, betonte der 61-Jährige. Die Freien Wähler seien zwar eine kleine, aber sehr zweckmäßige Gruppe, die sich intensiv in die Sachthemen hineinarbeite. „Ich mache heute nichts mit dem Freischneider, dem Arztkittel und werde auch keine Plätzchen backen – es soll ganz sachlich und vernünftig ablaufen.“

Seit 18 Jahren für die Freien Wähler im Stadtrat

Jäger wuchs in Kruckental mit zwei Brüdern auf und lebt seit knapp 30 Jahren in Egelsee. Seit 42 Jahren ist er mit seiner Frau zusammen. Er hat vier Kinder und zwei Enkelkinder. Er war 42 Jahre im Polizeidienst, davon 22 Jahre im Schichtdienst, und übernahm Verantwortung für verschiedene Einheiten. „Ich weiß beruflich, wie man mit Menschen umgehen muss.“ Seit 23 Jahren ist Jäger Vorsitzender der FT Eintracht.

Den Freien Wählern gehört Dieter Jäger seit 1996 an. Seit 18 Jahren ist er Mitglied des Schwandorfer Stadtrats. Er sei in allen Ausschüssen gesessen, wodurch er „vielfältige Erfahrungen gesammelt habe.

Die vergangenen sechs Jahre seien nicht mehr so einfach gewesen. Es gebe nun eine „undemokratische Gruppierung“ im Stadtrat, der sich auch andere Parteien anschließen würden. Als Oberbürgermeister wolle er klar kommunizieren, dass bestimmte Dinge nicht akzeptabel seien. „Bei mir wird es keine Freundschaftspolitik geben.“ Auch werde im Rathaus niemand eingestellt, nur weil er mit ihm verwandt sei. Er wolle die Mitarbeiter im Rathaus wertschätzen – auch im Bereich Gesundheit, der seiner Ansicht nach bislang zu kurz gekommen sei. „Ich will ein Oberbürgermeister für alle sein“, sagte der 61-Jährige.

Als OB wolle er einen Dreiklang aus Investitionen, Schuldenabbau und Rücklagenbildung verfolgen. Sein Schwerpunkt liege auf der Bildung. Die Grundschulen Lindenschule, Gerhardinger und Fronberg seien ertüchtigt. Als nächstes solle die offene Ganztagesschule Ettmannsdorf für 1,5 Millionen Euro saniert und für die nächsten 30 Jahre fit gemacht werden. Er persönlich setze sich für den Erhalt der Grundschule Kreuzberg ein, da dort eine gute Infrastruktur vorhanden sei. Langfristig strebe er im Osten der Stadt eine große Mittelschule an. Eine Sanierung beider bestehender Schulen sei wesentlich teurer als ein Neubau. Da der Pflegebedarf steige, könne die Schule Dachelhofen anschließend als Pflegeeinrichtung weitergenutzt werden.

Die Sanierung der Feuerwache Schwandorf bezeichnete Jäger als „fatale Entscheidung“, zumal sie kurz vor der Wahl getroffen worden sei. Als Oberbürgermeister wolle er die Entscheidung erneut prüfen, da die Stadt weiter nach Osten wachse. Kritisch äußerte sich Jäger auch zum Schmidt-Bräu-Areal. Die FW hätten den Kauf abgelehnt, nun solle der Abriss vier bis fünf Millionen Euro kosten. Eine Ansiedlung von Stadtbibliothek und Musikschule lehne er ab, sonst würden 20 Millionen Euro „in den Sand gesetzt“. Er plädiere dafür, das Areal an einen privaten Investor – mit oder ohne Abriss – zu verkaufen.

Kritik an Aktionen an der Klardorfer Bahnschranke

Schwandorf brauche zudem eine Fußgängerzone vom Hottner Eck bis zum KamIn, „um 6000 bis 8000 Fahrzeuge, die kein Interesse an der Innenstadt haben, herauszuhalten“. Aufenthaltsqualität und Luftqualität müssten verbessert werden. Trotz der offenen Friedrich-Ebert-Straße sei die Innenstadt „gestorben“.

In Klardorf wolle er den Bahnhalt reaktivieren. Die Aktionen an der Bahnschranke bezeichnete Jäger als „Polittourismus“. Außerdem setze er sich für den weiteren Kiesabbau in Klardorf sowie für den Ausbau der Radwege ein – etwa von Waltenhofen bis zum Kreisverkehr Klardorf sowie vom Vilstal über Haselbach nach Schwandorf. Er wäre zudem froh, wenn das Hotelprojekt am Klausensee nicht realisiert würde.