Neuer Kreisel, Tunnel und Regenbrücke im Norden von Regensburg: Wie funktioniert das alles?

Von Heike Haala · 28. November 2025 um 09:00

Ob Kreuzungen, Ampeln oder Rampen: Viele Fragen zur Sallerner Regenbrücke ploppen auf. Das Team Nordspange gibt Antworten zum umstrittenen Megaprojekt im Regensburger Norden.

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Wie soll das einmal funktionieren, wenn die Sallerner Regenbrücke steht, der Lappersdorfer Kreisel umgebaut und die Nordgaustraße eingehaust ist? Menschen, die das Projekt in welcher Ausprägung auch immer bewegt, stellen sich diese Frage, seit die Bauherren Simulationen zu dem veröffentlichten, was sie inzwischen als Nordspange bezeichnen. Johannes Maidorn, der die Kommunikation für das Projekt übernommen hat, schildert, wie Stadt, Bauamt, Landkreis, der Markt Lappersdorf und die Autobahn GmbH sich das vorstellen.

Wie wird der Verkehr auf dem Kreisel abgewickelt?

Der Lappersdorfer Kreisel soll laut Maidorn aufgelöst werden – ab dem Jahr 2028, spätestens aber nach der Fertigstellung der Sallerner Regenbrücke, die ab 2028 innerhalb von bis zu sechs Jahren errichtet werden soll. Maidorn sieht darin eine Maßnahme, durch die sich die Leistungsfähigkeit dieses wichtigen Verkehrsknotens erhöhen wird. Die Gegner des Projekts vom Bündnis „Mobilität neu denken – ohne Sallerner Regenbrücke“, die gerade Unterschriften sammeln, um einen Bürgerentscheid dagegen zu erwirken, befürchten derweil einen chaotischen Spaghettiknoten. Was ist also geplant? Laut Maidorn sollen so genannte Direktrampen errichtet werden. Eine davon werde den aus Süden kommenden Verkehr von der Autobahn A 93 mit der B16 in Richtung Bernhardswald verbinden, erklärt er. Eine weitere sei vorgesehen, um den aus Norden kommenden Verkehr von der A 93 mit dem westlichen Teil des Kreisels zu verknüpfen. Auf diesen Rampen soll es keine Kreuzungen geben, kündigt er an. Außerdem sollen seiner Auskunft zufolge die Lappersdorfer Straße und die Regensburger Straße im Bereich des Kreisels an die neuen Verkehrsführungen angepasst werden. Neue Knotenpunkte mit Ampelanlagen oder Kreisverkehren sollen entstehen. Eine Ampel sei an der Rampe der geplanten Sallerner Regenbrücke vorgesehen. Sollte diese rot aufleuchten, müsse etwa der von der A 93 aus Regenstauf kommende Verkehr in Richtung Sallerner Regenbrücke dort halten.

Hier soll die Brücke entstehen. - Foto: Tino Lex

Welche Überführungen sind dafür notwendig?

Maidorn spricht davon, dass insgesamt drei zusätzliche Brückenbauwerke und Straßenüberführungen geschaffen werden sollen. Eine soll die westliche Direktrampe kreuzungsfrei über den Kreisel leiten. Eine zweite Brücke werde die östliche Direktrampe über den südlichen Verteilerring führen. Eine weitere Brücke werde den Verkehr auf der östlichen Direktrampe über die Verbindungsstraße zwischen der B 16 und der geplanten Sallerner Regenbrücke leiten. „Die bestehenden Unterführungen unter der A 93, also für den Kreisel und die Lappersdorfer Straße, müssen baulich nicht verändert werden“, erklärt Maidorn.

Wie wird der Pendlerparkplatz zu erreichen sein?

Der Pendlerparkplatz mit 258 Stellplätzen soll laut Maidorn auf der bisherigen Innenfläche des Kreisels entstehen. Er werde über eine neue Verbindungsstraße erschlossen, die an die Knotenpunkte des Kreisels angebunden werden soll.

Die Gegner demonstrierten bereits mehrfach. - Foto: Lex

Wie viele neue Kreuzungen mit Ampeln wird es geben?

Maidorn kündigt fünf davon an: Drei davon im neuen Lappersdorfer Kreisel, eine am Übergang von der Sallerner Regenbrücke zum Lappersdorfer Kreisel und eine am westlichen Rampenende der Brücke bei der Einmündung der Lappersdorfer Straße. „Es ist geplant, bevorrechtigte Ampelschaltungen für Busse zu ermöglichen, um den ÖPNV zu beschleunigen“, sagt er.

Wo soll die Regenbrücke am westlichen Regenufer enden?

Laut Maidorn soll sie an der A 93-Unterführung der Lappersdorfer Straße in das bestehende Straßennetz münden. Auf der anderen Seite soll die Rampe nahe der Harley-Davidson-Niederlassung beginnen.

Was ändert sich für den öffentlichen Nahverkehr?

Maidorn kündigt eine leistungsfähige Verkehrsverbindung im Regensburger Norden an – auch für den ÖPNV. Beim Ausbau der Nordgaustraße sollen Haltestellen so positioniert werden, dass sie an das bestehende Busnetz angebunden werden können: an den Kreuzungen Brennes-/Isarstraße und Nordgau-/Amberger Straße sowie am Anschluss an den Pendlerparkplatz im Lappersdorfer Kreisel. Die Gegner des Projekts ziehen das jedoch in Zweifel. Beispielsweise fehlt der Brückenkonstruktion ihrer Auffassung nach die Statik für einen leistungsfähigen und höherwertigen ÖPNV.

Wie viel lauter wird es für die Wohngebiete am Regen?

Maidorn spricht davon, dass die geplanten Maßnahmen den Lärmschutz für Anwohner verbessern werden: Spritzschutzwände mit einer Höhe von 2,5 Metern an den Außenseiten der Sallerner Regenbrücke, Lärmschutzwände an den Zufahrten und Rampen zur Brücke oder Lärmschutzwände und -wälle entlang neuer Straßenabschnitte im Lappersdorfer Kreisel. Auch daran glauben die Gegner nicht: Sie befürchten mehr Lärm und Feinstaub am Regen.