So soll die Sallerner Regenbrücke in Regensburgs Norden einmal aussehen

Stadt Regensburg und Bauamt zeigen neue Simulationen der Sallerner Regenbrücke im Stadtnorden. Der Info-Markt in Aurelium Lappersdorf zu dem umstrittenen Projekt lockte die Menschen in Scharen an.
Pressemitteilungen, Prozessakten, Flyer: Über die umstrittene Sallerner Regenbrücke wurde schon viel geschrieben. Wie das Projekt, zu dem auch der Ausbau der Nordgaustraße und der Umbau des Lappersdorfer Kreisels gehören, aber einmal aussehen könnte, dazu gab es bisher lediglich eine einzige Simulation. Das ist seit Freitag anders.
Denn an diesem Tag hatten die Stadt und das Staatliche Bauamt, die das Projekt federführend planen und bauen, zu einem Info-Markt ins Aurelium nach Lappersdorf geladen. Bei dem Termin warteten sie mit bisher unveröffentlichten schematischen Darstellungen von dem auf, was sie seit einigen Monaten als Nordspange bezeichnen.
Ein neuer Tunnel im Norden
Die Simulationen zeigen den geplanten Lärmschutz zwischen Alex-Center und Harley-Davidson-Niederlassung in der Nordgaustraße. Zu sehen ist auch ein Tunnel, dessen Dach begrünt und mit Gehwegen versehen ist. Dieser Teil soll laut der Infotafeln im Aurelium ab 2029 in einer Bauzeit von fünf bis sechs Jahren entstehen. Zwischen den Fußballfeldern rechts des Regens schwingt sich die Sallerner Regenbrücke über die Flussaue. Sie könnte laut der Informationen auf den Tafeln im Jahr 2028 gebaut werden, was sich ebenfalls fünf bis sechs Jahre hinziehen könnte. Die Brücke landet am anderen Ufer bei einem ovalen Verkehrsknoten, aus dem auch die Autobahn A93 und die Bundesstraße B16 hervorstreben. Dieses Straßenkonstrukt soll ab 2028, spätestens aber nach der Fertigstellung der Sallerner Regenbrücke in fünf bis sechs Jahren gebaut werden.

Warum das Megaprojekt in den Augen der Bauherren nötig ist, erklärte Regensburgs Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD): „Wir bündeln den Verkehr, der bisher auf Straßen verläuft, die in Zukunft überlastet sein werden oder es jetzt schon sind.“ Zudem soll der Verkehr aus Straßen herausgenommen werden, in denen die Bevölkerung nun unter ihm zu leiden habe. Die OB nannte die Lappersdorfer Straße, die Amberger Straße und die Nordgaustraße. Aber auch die Wirtschaft in der gesamten Region sei darauf angewiesen, dass Arbeitsplätze erreichbar sind und die Logistik abgewickelt werden kann. „Nicht nur die großen Unternehmen, sondern auch der Mittelstand“, verdeutlichte sie. Aktuell seien die Ausführungsplanungen gestartet, erklärte Planungsreferent Florian Plajer noch.
Dann war es an den zahlreich erschienen Besuchern, sich ein Bild zu machen. Sie fachsimpelten auf einem riesigen Plakat, das wie ein Teppich auf dem Boden lag und eine der Simulationen zeigte. Andere versammelten sich vor den Schautafeln – die mit Abstand meisten Besucher standen vor den Infos über den Umbau des Lappersdorfer Kreisels. Die Oppersdorferin Sieglinde Rothmeier fühlte sich gut informiert. „Bisher habe ich nicht verstanden, wo was sein soll. Aber die Bilder sind gut“, sagte sie. Ihr komme es darauf an, dass sie in Zukunft schneller in die Stadt kommt, als dies im Moment über die Lappersdorfer Straße möglich ist. Der Lappersdorfer Christian Signer fragte sich, wie durch die Planungen der allmorgendliche Stau auf der B16 in Richtung Stadt aufgelöst werden soll. „Der verlagert sich doch damit nur“, vermutet er.

Franziska Wachtveitl aus Hainsacker dagegen sagte, dass sie die fertigen Verkehrsprojekte auf jeden Fall nutzen würde. „Ob mit dem Auto oder mit dem Rad. Damit würde man sich viel Zeit und Außenrumfahren sparen“, schilderte sie ihre Perspektive. Die gezeigten Bilder empfand sie als anschaulich. „Es ist vorbildlich, dass so viele Ansprechpartner da sind“, lobte sie. Auch die zeitlichen Dimensionen des Projekts könne sie sich nun gut vorstellen.
Gegner sammeln weiter
Die Gegner der Brücke sind ebenfalls aktiv. Dabei handelt es sich um das Bündnis „Mobilität neu denken“, das ein Bürgerbegehren anstrebt und Unterschriften dafür sammelt. Die Bündnispartner sorgen sich um die Umwelt sowie das Klima und befürchten ein Verkehrschaos sowie finanzielle Belastungen. In der Fragestellung wollen sie die Stadt dazu auffordern, die Sallerner Regenbrücke auf Regensburger Grund sowie den Ausbau der Nordgaustraße zu verhindern.
Mindestens 7000 Unterschriften wollen die Bündnispartner sammeln, erklärt Sprecher Wolfgang Bogie. So wollen sie sicher gehen, die 6000 gültigen Autogramme zu erhalten, die für ihr Vorhaben notwendig sind. „Wann wir diese Menge erreichen werden, ist schwer vorauszusagen und es wird im Winter sicherlich schwieriger werden, mit Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt zu kommen, um Unterschriften zu erhalten“, vermutet Bogie. Nach wie vor bekomme er kontinuierlich volle oder angefangene Unterschriftenlisten. Derzeit seien es 3684 Menschen, die sich darauf gegen das Vorhaben ausgesprochen haben.