Bahn in Zugzwang, Abgeordnete sauer: Erneut Störung am Bahnübergang in Klardorf

Von Johannes Hartl, Martin Kellermeier · 25. November 2025 um 19:00

Der Bahnübergang in Klardorf (Gemeindeteil der Stadt Schwandorf)kann weiter nicht mit Zuverlässigkeit punkten. Am Dienstagmorgen kam es erneut zu einer Störung, die einen Polizeieinsatz nach sich zog. Mehrere Politiker, darunter die Parlamentarische Staatssekretärin Martina Englhardt-Kopf (CSU), haben nun den Druck auf die Bahn merklich erhöht. Der Konzern gerät immer mehr in Zugzwang.

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Wie berichtet, kam es in der jüngeren Vergangenheit mehrmals zu Störungen am Bahnübergang in Klardorf. Zum Beispiel stand bei der Anlage aus den 80er Jahren Mitte September die Signalanlage dauerhaft auf Rot, obwohl weit und breit kein Zug zu sehen war. Zudem war damals ständig eine Fußgängerschranke geschlossen. Sobald sich ein Zug näherte, senkten sich dann die restlichen Schranken. Sie gingen auch wieder korrekt auf, nachdem die Bahn den Übergang passiert hatte. Nur die Fußgängerschranke blieb unten, und das Signal leuchtete weiter rot. Die Polizei war im Einsatz, um für Sicherheit zu sorgen.

Das Szenario sollte sich nicht nur am 11. November wiederholen und für Behinderungen auf Straße und Schiene sorgen. Am Dienstagmorgen war es wieder einmal soweit und die Polizei musste abermals für Sicherheit an der Bahnanlage sorgen.

Fehlerhafter Schrankenantrieb soll erneut der Auslöser gewesen sein

Auch dieses Mal soll eine Störung an einem Schrankenantrieb die Ursache für das Problem gewesen sein, wie eine Bahnsprecherin auf Nachfrage der MZ berichtete. „Wir bedauern die heutige Störung am Bahnübergang in Klardorf und bitten um Entschuldigung für die entstandenen Unannehmlichkeiten“, sagte sie. Eine Schranke sei nach einer Zugdurchfahrt zunächst geschlossen geblieben und habe sich dann bei einer weiteren Zugdurchfahrt geöffnet. „Auf den Zugverkehr hatte dies bei einigen nachfolgenden Zügen eine Verspätung von jeweils wenigen Minuten zur Folge“, informierte die Bahn.

Laut der Sprecherin werde nun der Motor eines Schrankenantriebs erneuert. Bereits im Februar habe man zwei Antriebe getauscht. Bis Ende April 2026 wolle man „vorsorglich“ alle sechs Schrankenantriebe am Bahnübergang in Klardorf erneuern. „Außerhalb der Antriebsstörungen zeigt sich der Bahnübergang störungsfrei“, bilanzierte die Bahnsprecherin.

Außerhalb der Antriebsstörungen zeigt sich der Bahnübergang störungsfrei.Eine Bahnsprecherin

Laut DB-Angaben habe die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer stets oberste Priorität. Der Bahnübergang in Klardorf sei auch im Störungsfall weiter gesichert, so die Bahnsprecherin. Wörtlich teilte sie dazu auf Anfrage der MZ mit: „Die Sicherung erfolgt in diesem Fall über den Triebfahrzeugführer, der den Bahnübergang nur nach schriftlichem Befehl (diktiert über Zugfunk) überfahren darf. Das heißt: Im Falle einer Störung des Bahnübergangs fahren die Triebfahrzeugführer ausschließlich mit besonderem Sicherungsauftrag: Sie halten vor dem Übergang, setzen ein akustisches Warnsignal ab und queren den Bahnübergang nur auf Sicht und in Schrittgeschwindigkeit.“

Die Parlamentarische Staatssekretärin und Schwandorfer Bundestagsabgeordnete Martina Englhardt-Kopf lässt die erneute Panne ratlos zurück. Sie hatte sich bereits nach der Störung am 11. November eingeschaltet und das Gespräch mit der Bahn gesucht. Dass es nun schon wieder eine Störung gab, verärgert die Bundespolitikerin. „Ich muss das leider erneut sagen: Das sind unhaltbare Zustände. Das geht so einfach nicht“, sagte sie im MZ-Gespräch.

Englhardt-Kopf telefonierte mit dem bayerischem Bahnchef

Englhardt-Kopf hat am Dienstag nach eigener Aussage mit dem bayerischen Bahnchef telefoniert und auf eine verlässliche Lösung gedrängt. „Es muss ein störungsfreier Betrieb gewährleistet sein“, konstatierte die Abgeordnete.

Nicht nur die Parlamentarische Staatssekretärin hält den Druck hoch. Auch Schwandorfs Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) und SPD-Stadtrat Andreas Weinmann hatten sich mit Briefen an die Bahn und das Eisenbahn-Bundesamt gewandt. „Der Bahnübergang Klardorf hat sich zu einem Gefahrenpunkt entwickelt, der das Sicherheitsgefühl und Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger mittlerweile massiv beeinträchtigt“, stellte Feller beispielsweise fest.

Das ist wirklich ein Witz. Das geht ja schon über Jahrzehnte, dass es am Bahnübergang immer wieder zu Ausfällen kommt.Andreas Weinmann, SPD-Stadtrat aus Klardorf

SPD-Kommunalpolitiker Weinmann, selbst Klardorfer, sah sich nach der erneuten Störung am Dienstag in seinem Vorgehen bestärkt. „Das ist wirklich ein Witz. Das geht ja schon über Jahrzehnte, dass es am Bahnübergang immer wieder zu Ausfällen kommt“, sagte der Stadtrat. Er fordert, dass die Zuständigen umgehend ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen und der Bahnübergang unverzüglich erneuert wird, „da Reperaturmaßnahmen in der Vergangenheit keinen Erfolg hatten“.