Schnee auf A93 brachte drei Männern den Tod – Schwerverletzter stundenlang im Wrack

Der Wintereinbruch hat in der Montagnacht bei einem Verkehrsunfall auf der A93 im südlichen Landkreis Schwandorf drei Todesopfer und mehrere Schwerverletzte gefordert. Die Lage und die Umstände waren für die Einsatzkräfte derart herausfordernd, dass einer der Schwerverletzten erst nach mehr als zwei Stunden aus einem Fahrzeug gerettet werden konnte.
Der folgenschwere Unfall ereignete sich gegen 2.45 Uhr auf Höhe der Autobahnanschlussstelle Ponholz in Fahrtrichtung Regensburg, unmittelbar zwischen der Ab- und Auffahrt. Die Fahrbahn war schneebedeckt. Laut Polizeisprecherin Corinna Wild wurden die winterlichen Straßenverhältnisse einem Lkw-Fahrer zum Verhängnis. Er geriet ins Schleudern, krachte gegen die Mittelleitplanke und blockierte die Fahrbahn.
Mehrere Tote auf A93: Unfall „körperlich und mental sehr fordernd“ für Einsatzkräfte
Ein Deutscher und zwei Polen unter den Todesopfern
Dann kam es zur folgenreichen Kollision. Der genaue Unfallhergang ist laut Polizeihauptkommissarin Wild noch unklar. Jedenfalls wurde ein Kleintransporter, an dessen Steuer ein 36-jähriger Deutscher saß, zwischen dem Lastwagen und einem weiteren Sattelzug regelrecht eingekeilt. In dem Kleintransporter saßen insgesamt sechs Männer. Neben dem Fahrer erlagen ein ebenfalls 36-Jähriger und ein 51-Jähriger, beide aus Polen, noch an der Einsatzstelle ihren schweren Verletzungen.
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Die Insassen des Kleintransporters mussten von der Feuerwehr mit hydraulischem Gerät aus dem Wrack befreit werden. Die Rettungsaktion war derart komplex und aufwendig, dass einer der Schwerverletzten erst nach über zwei Stunden an den Rettungsdienst übergeben werden konnte.
Heizstrahler und Decken gegen drohende Unterkühlung
Laut Leitendem Notarzt Dr. Wolfgang Schreiber versuchten die Einsatzkräfte, den Mann mittels Heizstrahler und Decken vor einer Unterkühlung zu bewahren. Er kam schließlich in einem kritischen Zustand in ein Krankenhaus. Auch ein weiterer Mitfahrer schwebte laut dem Mediziner in Lebensgefahr. Nur einer der sechs Insassen des Kleintransporters kam einigermaßen glimpflich davon, so Schreiber.
Der Einsatz war körperlich und mental sehr fordernd.Dr. Wolfgang Schreiber, Leitender Notarzt
Aufgrund der winterlichen Witterungsverhältnisse konnten drei angeforderte Rettungshubschrauber die Einsatzstelle im Städtedreieck nicht anfliegen. Laut Schreiber war die Gefahr zu groß, dass die Rotoren vereisen. Daher mussten die Schwerverletzten vom Rettungsdienst in Kliniken gefahren werden.
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Besonders tragisch: Nach MGB-Informationen (Mediengruppe Bayern) wurden vier Arbeitskollegen der Verunglückten Augenzeugen des Unfalls. Sie fuhren direkt hinter dem Kleintransporter und konnten einen schweren Zusammenstoß mit den Sattelzügen offenbar verhindern. Dennoch wurde auch ihr Fahrzeug beschädigt. Die vier Männer kamen ebenfalls ins Krankenhaus. Ihre Verletzungen sollen leicht bis mittelschwer sein.

Leitender Notarzt Schreiber sprach gegenüber der MGB von einem mental belastenden Einsatz. Es sei ein nicht alltäglicher Unfall gewesen, zu dem dann auch noch Schneeregen und Kälte hinzukamen und alle Kräfte vor Herausforderungen stellten.
Kriseninterventionsteam kümmerte sich um Betroffene und Einsatzkräfte
Ein Kriseninterventionsteam kümmerte sich um die Unfallbeteiligten, Augenzeugen und Einsatzkräfte. Ferner waren neben dem Leitenden Notarzt fünf weitere Mediziner, sieben Rettungswagen, vier Krankentransportwagen und die Schnelleinsatzgruppe Betreuung im Einsatz.
Auch die Feuerwehren aus Teublitz, Ponholz, Klardorf, Wackersdorf und Pirkensee waren stark gefordert. Insgesamt waren es 75 Aktive, allesamt Ehrenamtliche, bilanzierte Kreisbrandrat Christian Demleitner. Ferner eilten Kreisbrandinspektor Thomas Schmidt, die Kreisbrandmeister Christoph Spörl, Patrick Allen und Heiner Seltl sowie Schwandorfs Stadtbrandinspektor Klaus Brunner an die Unglücksstelle auf der Autobahn. Die Einsatzleitung hatte Christian Nosko, stellvertretender Kommandant der FF Teublitz, inne.
Feuerwehr setzte auch eine Seilwinde ein
Laut Demleitner lag der Fokus der Feuerwehrkräfte zunächst bei den Eingeklemmten im Kleintransporter. „Das war eine sehr aufwendige technische Rettung. Es sind mehrere hydraulische Rettungssätze und weitere Gerätschaften zum Einsatz gekommen“, erklärte der Kreisbrandrat. Anfangs habe man sogar einen der Sattelzüge mittels einer Seilwinde ein Stück wegziehen müssen, um mit der Rettung beginnen zu können. Man habe ausschließlich über die Beifahrerseite arbeiten können.
Mit Blick auf die stundenlange Rettungsaktion sprach Demleitner von einer „strapazierenden Tätigkeit“. Der Unfall habe alle Einsatzkräfte vor eine herausfordernde Lage gestellt. Dennoch habe man das Maximum erreicht. „Die Rettungsorganisationen, darunter auch das THW, haben Hand in Hand gearbeitet“, bilanzierte der Kreisbrandrat.