Nach Störung am Bahnübergang in Klardorf: Auslöser für Polizeieinsatz ist gefunden

Der beschrankte Bahnübergang im Schwandorfer Ortsteil Klardorf ist immer wieder Gesprächsthema. Nicht wenige im Ort zweifeln an der Zuverlässigkeit der Anlage aus den 80er-Jahren. Am Sonntagabend gab es wieder einmal ein Problem – ausgelöst laut einer Bahnsprecherin durch eine technische Störung.
Die Polizeiinspektion Schwandorf wurde gegen 20.25 Uhr verständigt. Die Situation: Die Signalanlage stand dauerhaft auf Rot, obwohl weit und breit kein Zug zu sehen war. Zudem war ständig eine Fußgängerschranke geschlossen. Sobald sich ein Zug näherte, senkten sich dann die restlichen Schranken. Sie gingen auch wieder korrekt auf, nachdem die Bahn den Übergang passiert hatte. Nur die Fußgängerschranke blieb unten, und das Signal leuchtete weiter rot.
Züge näherten sich nur im Schritttempo dem Bahnübergang in Klardorf
Die Polizei sicherte über eine Stunde den Bahnübergang vorsorglich ab und regelte den Verkehr. Züge näherten sich nur noch im Schritttempo, blieben vor den Schranken stehen und setzten dann ihre Fahrt fort. Ein Notfallmanager der Bahn wurde ebenso verständigt wie ein Techniker. Gegen 22 Uhr war das Problem behoben.

Ausgelöst wurde die Störung offenbar durch einen technischen Fehler. „Nachdem ein Bauteil ausgetauscht wurde, war der Bahnübergang wieder voll funktionsfähig“, berichtete eine Bahnsprecherin auf Anfrage der MZ. Nur wenige Züge seien von dem Problem betroffen gewesen, es sei zu Verspätungen „von wenigen Minuten“ gekommen. „Wir bedauern die Störung und entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten“, so die Bahnsprecherin weiter.
Klardorfer Feuerwehrkommandant hat kein Vertrauen in den Bahnübergang
Der Klardorfer Feuerwehrkommandant Dominik Schmid kam am Sonntagabend zufällig während der Störung am Bahnübergang vorbei. „Auf diese Schrankenanlage kann man sich nicht verlassen“, stellte er fest und erinnerte an mehrere Vorfälle in der Vergangenheit. „Das zieht sich schon über Jahre“, so Schmid.
Erst im vergangenen April hatte sich ein tödliches Unglück am Klardorfer Bahnübergang ereignet. Ein 76-jähriger Autofahrer starb nach einer Kollission mit einem Regionalexpress. Die Ursache für den Unfall ist weiter unklar. Die Schranken sollen aber geschlossen gewesen sein, hieß es damals.
Eine Erneuerung des Bahnübergangs aus den 80er-Jahren in Klardorf ist indes auch nach dem Vorfall am Sonntagabend nicht vorgesehen, sagte die Bahnsprecherin. „Die Anlage wird regelmäßig instandgehalten“, erklärte sie. Bei der Sanierung der Bahnstrecke Regensburg-Schwandorf sei bereits der Belag erneuert worden.