Staatsstraße 2150 bei Rötz wird in Kürze freigegeben – Im März gehen die Bauarbeiten weiter

Von Stefanie Bauer · 24. November 2025 um 18:19

Bei der aktuell größten Straßenbaumaßnahme im Landkreis Cham wurde ein Meilenstein erreicht: Der erste Bauabschnitt der Staatsstraße 2150, die zwischen Rötz und der Bauamtsgrenze beim ehemaligen Camp Reed ausgebaut wird, ist fertiggestellt. In Kürze wird die wichtige Verkehrsader für den Verkehr freigegeben, bis dahin werden noch Rodungsarbeiten für den zweiten Bauabschnitt durchgeführt.

Dr. Richard Bosl, Leiter der für den Landkreis Cham zuständigen Abteilung und Gesamtprojektleiter, übernahm, auch im Namen des verhinderten Abteilungsleiters Berthold Schneider, die Begrüßung der Gäste. Er informierte, dass es sich um keine alltäglichen Aufgaben bei diesem Projekt gehandelt habe, weil viele Dinge mit berücksichtigt werden mussten. Dennoch seien auftretende Probleme überschaubar gewesen und die Zusammenarbeit aller Beteiligten sehr harmonisch. Dafür sprach er einen Dank an alle aus, die am Projekt beteiligt waren.

Keine Einwände

Dazu zählen neben dem Straßenbauamt selbst auch die Planungsbüros Weidenhammer sowie Brandl und Preischl, die bauausführende Firma Rädlinger und die Vertreter der Politik. Wie lange der Ausbau der Staatsstraße schon herbeigesehnt wurde, ist bei den Worten Ludwig Regers, der laut Bosl das Projekt „von Kindesbeinen an begleitet“ habe, deutlich geworden: Mehr als sieben Jahre, erinnerte der ehemalige Rötzer Bürgermeister, seien vergangen, bis er von allen Beteiligten beim für den Straßenbau notwendigen Grundstückserwerb grünes Licht bekommen habe. Keiner der Anlieger habe Einwände gehabt, im Gegenteil: „Die Straße gehört endlich gerichtet“, waren sich alle einig.

Als der Grundstückserwerb für die aktuelle Maßnahme dann neu aufgerollt wurde, habe die Stadt Rötz das gut gelöst, sodass dem Bau nichts mehr im Weg gestanden habe. Auf alle am Projekt Beteiligten, bei der Koordination als auch auf die „Leute vor Ort“, könne man sich verlassen.

Bürgermeister Dr. Stefan Spindler zeigte sich, ebenso wie sein Amtsvorgänger, erfreut, dass man die Sanierung habe anpacken können. Die Straße sei eine „wichtige Ader“, die viele Unternehmen und Bürger nutzen, um in den Raum Regensburg zu gelangen. Das merke man jetzt gerade verstärkt bei den vielen Nachfragen der Menschen, die die Strecke normalerweise nutzen.

Der Dank gelte auch den Bürgern, die den Grunderwerb möglich gemacht haben, das sei der erste wesentliche Schritt gewesen. Eine der großen Herausforderungen war der Umschluss der Rötzer Hauptwasserleitung – auch diese habe reibungslos gelöst werden können. „Man merkt, es waren Profis am Werk“, lobte Spindler und bescheinigte allen Beteiligten eine „Top-Arbeit“.

Landrat Franz Löffler hob hervor, dass die Entwicklung der Region viel mit dem Zustand der Infrastruktur zu tun habe. Menschen und Güter seien auf den Straßen unterwegs, und wenn deren Zustand nicht optimal sei, führe das dazu, dass man langsamer, nicht wettbewerbsfähig und unsicher unterwegs sei. Das habe auf diesen Streckenabschnitt früher zugetroffen. Die Herausforderungen beim Abschnitt der St. 2150, der im Landkreis Cham liegt, seien aufgrund der Haupt-Herausforderung „Wasserschutzgebiet“ deutlich größer gewesen als im bereits ausgebauten im Nachbarlandkreis Schwandorf. Man habe bewiesen, so Löffler, „dass wir die Dinge richtig gewichten und die Interessen klug abwägen zwischen Natur, Mensch und Sicherheit“.

Im Sommer habe er sich bei einer Radtour selbst ein Bild von den riesigen Erdbewegungen machen können. Es sei bemerkenswert, wie präzise der Zeitplan eingehalten werden konnte. Die kurvige Straße habe im Winter und bei Glatteis „jeder gefürchtet“, nun freue man sich, dass die Straße Ende der Woche wieder befahren werden könne, bis es im Frühjahr mit dem zweiten Bauabschnitt weitergehe. Schließlich sei die Straße ein wichtiger Bestandteil der überörtlichen Verkehrsanbindung.

Der Landrat ging auch darauf ein, wie viel in den letzten Jahren in puncto Straßenbau im nördlichen Landkreis geschehen ist, wie die Ortsumgehungen Rötz und Schönthal. Den Landkreis, durch den zwar keine Autobahn verlaufe, an den überörtlichen Verkehr anzuschließen, dabei sei man „bestens aufgestellt“.

MdL Dr. Gerhard Hopp betonte, wie groß der Bedarf sei, Staatsstraßen zu sanieren. Die Politik schaffe die notwendigen Rahmenbedingungen für die Finanzierung. Die Mittel für die Sanierung der St. 2150 – für die gesamte Strecke sind es rund sechs Millionen Euro – seien eindeutig gut eingesetzt für diese „wichtige und große Maßnahme“. Der Verkehr im Norden des Landkreises werde zunehmen. Hopp ging auf die wichtige Vorarbeit ein und wie entscheidend es bei einem solchen Vorhaben sei, die Anlieger mit ins Boot zu holen.

MdL Julian Preidl stimmte zu, wie wichtig und richtig die Investitionen in die Infrastruktur seien, das sehe man am Beispiel der immer beliebter werdenden Microcars. Es sei schön zu sehen, wie im Landkreis etwas vorwärts gehe. Das tue auch der Wirtschaft gut. Auch er bescheinigte allen Beteiligten eine „grandiose Arbeit“.

„Im Herbst ernten“

„Im Frühjahr beginnen, übers Jahr arbeiten und im Herbst ernten“: Prokurist Markus Heigl von der Firma Rädlinger beschrieb in Anlehnung an die Landwirtschaft die Punktlandung, die man beim Abschluss des ersten Teilstücks hingelegt habe. Bei allen Herausforderungen habe man konstruktive Lösungen gefunden. Er wünschte allen Verkehrsteilnehmern gute Fahrt auf der frisch sanierten Strecke.

Und alle Anwesenden wünschten dem Projekt auch für den zweiten Bauabschnitt ein ebenso gutes Gelingen wie dem ersten.

Projektleiter Mohamad Alnaasan vom Staatlichen Bauamt Regensburg stellte die Maßnahme im Detail vor: Die Maßnahme ist in zwei Bauabschnitten geplant. Es handelt sich um einen bestandsorientierten Ausbau. Die Baulänge beträgt 2,3 Kilometer, davon liegen ca. 1,4 Kilometer im Wasserschutzgebiet. Die Gesamt-Baukosten liegen bei rund sechs Millionen Euro. Eine Verkehrszählung ergab 2024, dass 1142 Fahrzeuge pro Tag, davon 51 Schwerlast-Verkehr die Strecke nutzen.

Die neue Fahrbahnbreite beträgt 6,50 Meter, die Fahrstreifenbreite drei Meter, die Randstreifen sind 0,25 Meter breit, die Kronenbreite beträgt neun Meter (Bankette je 1,50 Meter). Die Gesamtdicke des Oberbaus beträgt inklusive Frostschutz 85 cm. Die Auftragssumme für den ersten Bauabschnitt liegt bei rund 2,33 Millionen Euro. Die Kostenanteile liegen hauptsächlich beim Staatlichen Bauamt Regensburg, ein kleinerer Teil bei der Stadt Rötz

Ende April wurde der Auftrag an die Firma Rädlinger erteilt. Baubeginn war am 5. Mai, ab 13. Mai fanden die Arbeiten unter Vollsperrung statt. Es wurde ein neues Regenrückhaltebecken mit 950 Kubikmetern angelegt und ein bestehendes mit 300 Kubikmetern ertüchtigt. 950 Meter Sickerleitungen wurden verlegt und 380 Meter Stahlbetonrohrleitung. Außerdem war eine Gewässerumlegung mit Erneuerung des „Durchlassbauwerks Wolfsbach“ notwendig, rund 400 Meter Wasserleitungsbauarbeiten im Namen der Stadt Rötz, rund 800 Meter Kabelbauarbeiten Glasfaser und Strom. Etwa 4800 Kubikmeter Oberbodenabtrag sind erfolgt, und 700 Tonnen Bindemittel zur Untergrundverbesserung wurden eingesetzt.

Es fanden circa 12 000 Kubikmeter Bodenbewegungen statt, davon 1200 Kubikmeter Fels. Rund 7500 Kubikmeter Frostschutz wurden eingebaut und circa 8000 Quadratmeter Asphalt (temperaturabgesenkt) aufgebracht. Für die Baumaßnahme mussten rund 11 000 Quadratmeter Wald gerodet werden, auch im Vorgriff auf den zweiten Bauabschnitt, für den aktuell die Vorbereitungen laufen.

Was den Grunderwerb betrifft, informierte der Projektleiter, dass die Bauerlaubnisse für alle Grundstücke vorliegen. Es gebe einvernehmliche Vereinbarungen mit allen 25 Grundstücksbetroffenen.

Auch dem Naturschutz wird bei dem Großprojekt Rechnung getragen: Bei der Rodung der Waldflächen mussten auch Quartierbäume für Fledermäuse gefällt werden. Als Ausgleich werden Nistkästen im Verhältnis eins zu drei als Ersatzquartier angebracht. Außerdem wurden im Frühjahr 2025 drei Ameisenvölker im Zuge der Rodungsarbeiten umgesiedelt. Zudem sind zwei verschiedene Ausgleichs- bzw. Ersatzmaßnahmen vorgesehen: In der Gemeinde Niedermurach im Nachbarlandkreis Schwandorf wird es einen waldrechtlichen Ausgleich mit einer Fläche von rund 15 000 Quadratmetern geben. Es handelt sich um eine Waldneugründung, die Neuanlage eines standortheimischen Buchenwaldes. Der Abschluss soll spätestens ein halbes Jahr nach Fertigstellung der Baumaßnahme erfolgen.

Bei der zweiten Maßnahme in der Gemeinde Schönthal handelt es sich um die Renaturierung der Schwarzach zwischen Niederpremeischl und Steegen. Der Abschluss soll spätestens ein halbes Jahr nach der Gewässerverlegung erfolgt sein.

Zum Zeitplan für den zweiten Bauabschnitt informierte der Projektleiter, dass die Ausschreibung für Januar 2026 geplant ist, die Submission für Februar.

Der Baubeginn erfolgt voraussichtlich im März. Die Fertigstellung ist für November 2026 geplant.