Sprengstoff für die neue Straße

Rötz. Die Sanierung der Staatsstraße 2150 bringt einige nicht alltägliche Aufgaben mit sich – was den Zeitplan betrifft, sind die Verantwortlichen des Staatlichen Bauamts Regensburg aber guter Dinge.
Die Straße hat für den nördlichen Landkreis eine große Bedeutung – wer beispielsweise aus Rötz Richtung Regensburg fährt oder an den weiterführenden überörtlichen Verkehr gelangen will, nutzt dafür die St. 2150. Zwischen Rötz und der Landkreisgrenze, beim ehemaligen Camp Reed, wird sie seit Mai ausgebaut, derzeit im ersten Bauabschnitt. Insgesamt werden in die 2,3 Kilometer lange Strecke, verteilt auf zwei Jahre Bauzeit (2025/2026), circa sechs Millionen Euro investiert.
Bisher schlechter Zustand
Die bisherige Straße war nicht nur schmal und kurvig, sondern auch in einem ausgesprochen schlechten Zustand – das ändert sich gerade. Eine derartige Ausbaumaßnahme kann allerdings nur unter einer Vollsperrung durchgeführt werden. Solange die Verkehrsader wegen der Sanierung nicht genutzt werden kann, müssen die Verkehrsteilnehmer auf Umleitungsstrecken ausweichen. In den Wintermonaten, wenn die Bauarbeiten ruhen, soll die Strecke für den Verkehr wieder freigegeben werden.
Vor allem wegen des dort verlaufenden Wasserschutzgebiets, durch das die Strecke zu etwa zwei Dritteln führt, waren im Vorfeld viele Abstimmungen notwendig. Besonders wichtig ist den Straßenbauern dabei der Schutz des Trinkwasserbrunnens von Rötz, der in diesem Gebiet liegt. Zum Untergrund wird eine Folienabdichtung entstehen. Zudem werden Schutzplanken auf beiden Straßenseiten errichtet und es wird abgedichtete, befestigte Bankette geben. Das Fahrbahnoberflächenwasser wird vollständig gefasst und über Rückhaltebecken und Rohrleitungen aus dem Wasserschutzgebiet abgeleitet. Es soll gewährleistet werden, dass es keine Versickerung gibt.
400 Kilo Sprengstoff
Mit dem ersten Bauabschnitt, der von der Bebauungsgrenze von Rötz bis kurz nach den Hochbehälter reicht, ist die Firma Rädlinger beauftragt worden. Die Herausforderung in diesem Fall: Die massiven Felsbrocken, die für jeden Bagger eine Nummer zu groß wären. Deshalb sind vergangene Woche rund 400 Kilogramm Sprengstoff, eine spezielle Schwarzpulvermischung, verteilt auf 120 Bohrlöcher, zum Einsatz gekommen, um das Gestein abbaubar zu machen.
Auch etliche Kabel für Stromversorgung und digitale Infrastruktur müssen wegen des Neubaus der Staatsstraße mitverlegt werden. Aktuell steht der Umschlusses der Rötzer Hauptwasserleitung an, Teilstrecken davon müssen wegen des Straßenbaus verlegt werden.
Der erste Bauabschnitt soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden. Diese 950 Meter lange Strecke werde etwa 2,35 Millionen Euro kosten. Bis in den Spätherbst soll die Straße wieder durchgehend befahrbar sein.
Mit den Arbeiten am zweiten Abschnitt soll dann nach Auskunft von Dr. Richard Bosl, dem Leiter der für den Landkreis Cham zuständigen Abteilung des Staatlichen Bauamtes, spätestens im März 2026 begonnen werden.
Die Ausführungsplanung inklusive der Ausschreibungen dafür laufen bereits parallel. Hier werden besagte wasserundurchlässige Folienabdeckung zum Untergrund, um den Quellzulauf zu schützen, als besondere Herausforderung gesehen. Der zweite Bauabschnitt führt durch das Trinkwasserschutzgebiet von Rötz und hat eine Länge von 1,37 Kilometern. Die Fertigstellung ist für Ende November 2026 geplant.



