„Bürgermeister ist Arbeitnehmer der Bevölkerung“ – Freie Wähler Waldmünchen nominieren Kandidaten

Von Ingrid Milutinovic · 24. November 2025 um 11:00

„Wir sind keine Partei, sondern eine Wählervereinigung, die sich am Anfang noch Parteilose Wähler nannte“, sagte Siegfried Wagner jun. bei seiner Begrüßung am Samstagabend im vollbesetzten Saal der Perlseewirtschaft, bevor er kurz auf die geschichtliche Entwicklung einging. Und diese Wählervereinigung stellte nun ihren Bürgermeisterkandidaten auf.

Seit 1952 im Stadtrat vertreten, erfolgte 1972 die Umbenennung in „Freie Wählergemeinschaft (FWG). Nach der Gebietsreform 1973 und 1978 kamen die umliegenden Gemeinden hinzu, die „Parteilose Wählerschaft“ (PWL) wurde gegründet. Auch sie stellte schnell Stadträte. 1990 folgten die „Jungen Wähler“ (JW), um auch die jüngere Generation anzusprechen. 2003 wurde der Verein „Freie Wähler Waldmünchen e.V. (FW) mit dem derzeitigen Vorsitzenden Siegfried Wagner jun. gegründet.

Schnell ging es dann zum Grund der Versammlung. Mit Walter Urban und Christian Schindler, Kreisvorsitzender der Freien Wähler, wurde ein Wahlausschuss gebildet. Einziger Wahlvorschlag für den Bürgermeisterkandidaten – sowohl von FW, PWL und JW - war Wolfgang Kürzinger, der sich anschließend vorstellte. 53 Jahre, 31 Jahre verheiratet, vier Kinder, geboren und aufgewachsen in Neumarkt, kam er zu dem, was ihm wichtig war: Seine Qualifikation für das Bürgermeisteramt. Das er nominiert werden würde, war aber bereits seit längerem bekannt.

Schnell merkte man, wie wichtig ihm sein Ziel ist. An der Fachhochschule des Bundes in Mannheim hat er Arbeitsverwaltung studiert. Leistungsrecht, Arbeitsrecht, Leistungsberater, Führungsberater waren unter anderem Schwerpunkte. Aktuell als Geschäftsstellenleiter der Arbeitsagentur für Arbeit Cham und Bad Kötzting hat er viele Probleme erlebt, die es zu lösen galt. Kürzinger ist das, was man ein „Arbeitstier“ nennt. Neben seiner verantwortungsvollen Arbeit ist er selbstständiger Landwirt, hat die Meisterprüfung abgeschlossen, diverse Ehrenämter bei Feuerwehr, Bayerischem Bauernverband, Jagd gehören für ihn schon fast selbstverständlich dazu.

„Ich stelle mich auf keine 40-Stunden-Woche ein“. Als Ortssprecher, Stadtrat und aktuell 3. Bürgermeister wisse er, von was er spreche. „Der Bürgermeister ist Arbeitnehmer der Bevölkerung“ definiert er seine Einstellung zum Amt. Und ergänzt schnell, was sein Großvater ihm einmal mit auf den Weg gegeben habe: „Du bist auch verantwortlich für das,, was Du nicht tust, wenn Du es hättest tun können“. Die eigenen Interessen seien nachrangig, der Wille der Bevölkerung müsse umgesetzt, das Gesamtinteresse im Blick behalten werden. Die Vielfalt bringe bessere Ergebnisse als die Einfalt – dies war nur einer seiner vielen Gedankenanstöße. Damit dies gelinge, sei es wichtig, zuzuhören, mit Menschen auf Augenhöhe arbeiten. Dieses System kenne er gut und habe es über Jahre praktiziert, ergänzt er. Immer wieder klang dabei auch sein Motto an: „Gemeinsam besser“. Traditionen bewahren, Zukunft gestalten – darauf komme es an, erläuterte er weiter und nannte hierzu eine Vielzahl von Themen von Lebensqualität in allen Gemeindeteilen, Bürgerbeteiligung, Leerstand abbauen bis hin zur Etablierung von Waldmünchen als Wirtschaftsstandort zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen. Er freue sich auf die Aufgabe.

Die Wahl selber war eine reine Formsache. Ein „Ostergebnis“ konnte der Wahlausschuss verkünden: 100 Prozent für Wolfgang Kürzinger. Gabi Bauer und Andrea Kürzinger wurden als Beauftragte für den Wahlvorschlag bestellt.

In seinem Grußwort beglückwünschte Christian Schindler Kürzinger zur Wahl. Er sei ein kritischer Arbeiter und Kämpfer sagte er und wünschte ihm viel Erfolg.