Zweite Bürgerversammlung für Bad Kötzting: Klare Perspektiven und geringe Probleme

Von Alois Dachs · 21. November 2025 um 16:54

Bei einer gut besuchten Bürgerversammlung im Gasthaus Albert Fechter in Grub legte Bürgermeister Markus Hofmann am Donnerstagabend eine Bilanz der Stadtratsarbeit vor, an der die Bürger nichts auszusetzen hatten. Die wenigen Fragen drehten sich um die mächtigen Linden an der Dorfstraße und die Zukunft der Veitskirche sowie um Straßenausbau und Glasfaserversorgung.

Seiner Freude über den guten Besuch verlieh Bürgermeister Markus Hofmann gleich zu Beginn Ausdruck, ehe er auf die positive Entwicklung der Einwohnerzahlen, die Einstellung mehrerer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Verwaltung, Bauhof, als Schulhausmeister und Mitarbeiterinnen für die offene Ganztagsschule einging.

„Sensationelle Einnahmen“ durch Spielbank

Er beschrieb die Perspektiven für den städtischen Friedhof an der Hauser Straße, der wegen der starken Nachfrage nach Urnen-Grabplätzen einer genauen Planung bedürfe, um zu vermeiden, dass einzelne Gräber plötzlich in einer größeren Fläche ohne Verbindung zu Nachbargräbern stehen, die aufgelöst wurden.

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Die Reduzierung der Pro-Kopf-Verschuldung von 3436 Euro im Jahr 2014 auf aktuell 849 Euro verdanke die Stadt auch staatlichen Hilfen, sagte Hofmann, die aber nur gewährt wurden, weil jedes Jahr ein Haushalts-Konsolidierungsvorschlag erarbeitet wurde. Die bestehenden Schulden von sechs Millionen Euro stammten noch vom Bau der Spielbank vor 25 Jahren. Inzwischen bringe die Spielbank „sensationelle Einnahmen“ für die Stadt. Alle Projekte seit 2014 seien ohne Neuverschuldung abgewickelt worden, obwohl viele Millionen in Projekte wie Straßenausbau, Bau von Hochwasser-Entlastungskanälen investiert wurden.

Ausgiebig erläuterte Markus Hofmann die Auswirkungen der Grundsteuerreform, die vor allem Wohngebäude auf kleinen Grundstücken und die bauliche Verdichtung in Städten begünstige. Die Stadt wolle sich aber keinesfalls auf Kosten der Bürger bereichern, so der Bürgermeister. Deshalb solle auch im Haushaltsausschuss diskutiert werden, ob der Hebesatz für die Grundsteuer B herabgesetzt werden kann. Durch das Flächenmodell der Grundsteuer würden vor allem Supermärkte und ähnliche Projekte begünstigt. Für ein Geschäftshaus im Stadtzentrum, für das bisher 23 000 Euro Grundsteuer anfielen, würden künftig nur noch 8000 Euro berechnet, führte Hofmann als Beispiel an, während Einfamilienhäuser mit großen Grundstücken stark belastet werden.

Neues Feuerwehrhaus für rund 800 000 Euro

In Wettzell sei der Neubau eines Feuerwehr-Gerätehauses für rund 800 000 Euro geplant, für das rund 336 000 Euro Förderung des Staates erwartet werden. Voraussichtlich im März 2026 soll ein „Seniorenmobil“ in Dienst gestellt werden, sagte der Bürgermeister. Er rief auch zu Investitionen in der Innenstadt auf, zu denen die Stadt eine großzügige Förderung anbiete. Hofmann schilderte die erfolgreichen Bemühungen, den Eigenwasseranteil durch neue Quellfassungen zu steigern und kritisierte die großen Versprechen mancher Firmen zum Glasfaserausbau, die nicht gehalten wurden. Bad Kötzting werde auch eines von drei Pilotprojekten in Bayern großzügig gefördert bekommen, nämlich den Umbau der Alten Metzgerei zu bezahlbaren Wohnungen für junge Mieter, die Schaffung von Büroräumen.

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Die Sanierung von Teilen des Kurparks, große Investitionen im Aqacur, die erfolgreiche Entwicklung des 30 Jahre bestehenden Kneipp-Kurorts und des Kneipp-Heilbades, das mit dem Sinocur und dem Lebensstilprogramm eine sinnvolle Weiterentwicklung der Gesundheitsangebote brachte, waren weitere Themen. „Die Stadt will, dass sich die Bürger einen gesunden Lebensstil aneignen“, sagte der Bürgermeister, wobei nicht alles von den Kassen finanziert werden könne. Auch kulturell biete die Stadt mit kleinem Budget ein vielseitiges Programm für Bürger und Gäste. Eine große Aufgabe sieht Markus Hofmann bei der Umsetzung der offenen Ganztagsschule, die Investitionen von fünf Millionen Euro erfordern werde.

Die Stadt will, dass sich die Bürger einen gesunden Lebensstil aneignen.Bürgermeister Markus Hofmann

Am Dienstag werde im Stadtrat ein Konzept für die kommunale Wärmeplanung vorgestellt, die eigentlich nur für Teile der Innenstadt wirtschaftlich interessant sein könne, merkte der Kötztinger Bürgermeister am Ende seines Vortrags an.

Wortmeldungen der Zuhörer: Max Schmuderer sprach die Lindenallee entlang der Gruber Dorfstraße an, die den Anliegern viel Arbeit und Kosten mache, weil sie nicht regelmäßig gepflegt werde. Aus den einst kleinen Bäumchen seien mittlerweile 30 Meter hohe Stämme geworden, die viel Laub und dürre Äste abwerfen. Bauamtschef Christian Kopf sicherte zu, den Baumpfleger Florian Dachs mit entsprechenden Arbeiten zu beauftragen, schließlich handle es sich um „wunderbare Bäume“.

Willi Fischer vermisste im Vortrag des Bürgermeisters Informationen über die Zukunft der Veitskirche. Seiner Meinung nach sollte unbedingt verhindert werden, dass die Kirche in Privatbesitz kommt. Bürgermeister Markus Hofmann erklärte dazu, er könne sich vorstellen, dass das Gotteshaus für einen Euro an die Stadt ginge, wenn die Kirchenverwaltung die Unterhaltskosten nicht mehr tragen könnte. kad