„Das lasse ich mir nicht gefallen“: Bad Kötztings Bürgermeister wehrt sich gegen Gerüchte

Am Dienstagabend ploppt in den Sozialen Medien eine Stellungnahme vom Bürgermeister von Bad Kötzting (Landkreis Cham). Darin widerspricht Markus Hofmann Gerüchten um seine Person. „Wer immer das erzählt hat, soll wissen, dass das mit mir nicht geht“, sagt er – auch, weil am selben Tag erst sein Amtskollege in Dingolfing zurückgetreten ist.
Kurz nach 18 Uhr macht eine Nachricht, die Bürgermeister Markus Hofmann auf dem Sozialen Netzwerk Facebook veröffentlicht hat, die Runde. Darin verwahrt er sich gegen Gerüchte, er habe sich in der AQACUR-Badewelt „unangemessen verhalten“ und daher Hausverbot erhalten. „Das lasse ich mir nicht gefallen“, sagt er am Tag danach. Anlass seiner öffentlichen Äußerung sei letztlich gewesen, dass Dingolfings Bürgermeister Armin Grassinger an diesem Tag zurückgetreten war, weil er um die Sicherheit seiner Familie besorgt sei.
Gassinger sei ein Amtskollege, den er selbst bereits kurz nach seiner Wahl 2020 kennengelernt habe, sagt Hofmann. Aus eigener Erfahrung wisse er, dass es „nicht mehr lustig ist, in einem öffentlichen Amt“ tätig zu sein. Es sei „das Letzte“, dass sich Grassinger so bedroht fühle, dass er sein Amt nicht mehr ausüben wolle.
Wahlkampftaktik?
Als er selbst just an diesem Tag von einer Freundin erfahren habe, dass seit Wochen über ihn Gerüchte in Umlauf seien, er habe Hausverbot im AQACUR erhalten, habe er sich zu einer öffentlichen Gegendarstellung entschieden. „Ich stelle unmissverständlich klar: Diese Behauptungen sind frei erfunden. Es hat keinen Vorfall gegeben, und ich habe kein Hausverbot im städtischen Bad“, schreibt er.
Weiter heißt es: „Ich finde es bedauerlich, dass im laufenden Wahlkampf mit solchen Mitteln versucht wird, mein Ansehen zu schädigen.“ Auch kündigt er an, Anzeige zu erstatten, sollte der Urheber des Gerüchts ermittelt werden können.
Zum zweiten Mal reagiert
Dass das passiert, glaubt er allerdings selbst nicht. Drei verschiedene Versionen über sein angebliches Fehlverhalten kursierten bereits, die auch in Nachbarorten die Runde machten. Besonders bitter: „Dir als Bürgermeister sagt das gar niemand.“ In den Jahren seit 2014, in denen er Bürgermeister von Bad Kötzting ist, sei es dennoch nicht das erste Mal, dass Gerüchte über ihn gestreut würden. Allerdings ist es erst das zweite Mal, dass er sich öffentlich dazu äußere. Als er erstmals kurz nach seiner Wahl an die Öffentlichkeit gegangen war, habe ihm das auch nicht geschadet.
„Man muss sich auch als öffentliche Person nicht alles gefallen lassen“Bürgermeister Markus Hofmann
„Man muss sich auch als öffentliche Person nicht alles gefallen lassen“, bekräftigt er. Auch bei Kollegen in der Region erlebe er, dass ähnliche Fälle schweigend hingenommen würden. „Aber man kann auch nicht immer alles nur in sich reinfressen“, sagt er. „Ich kann das ja noch“, sagt er weiter. „Aber ein Bundeskanzler, der kann gar nicht so schnell reagieren, wie immer wieder neue Gerüchte nachgeschoben werden.“
Hofmann betont auch nach seiner Stellungnahme, für die er viel Zuspruch erhalten habe, „dass ich trotzdem sehr gut schlafen kann“. Ihm machten Gerüchte dieser Art prinzipiell nichts aus. Doch: „Was soll ich machen, wenn ich privat in die Sauna gehen will? Oder wenn ich in der Schule angeschaut werde?“ Gar nicht zu reagieren, sei für ihn keine Lösung mehr gewesen.
„Wer das auch immer erzählt hat, soll wissen, dass das mit mir nicht geht.“ Und auch, dass er nicht gewillt sei, sich so aus dem Amt als Bürgermeister seiner Heimatstadt vertreiben zu lassen.
Die erste Stellungnahme vor Jahren
■ Es ist einige Jahre her, als Bürgermeister Markus Hofmann schon einmal öffentlich Stellung zu Gerüchten über seine Person Stellung bezogen hatte.
■ Damals nutzte er eine Stadtratssitzung, um festzustellen, dass er nicht „mit dem Käufer des Grundstückes vor dem Zinnober geknutscht“ habe.
■ Damals ging es um ein Areal, das die Stadt verkauft hatte, Markus Hofmann war da erst kurze Zeit Bürgermeister von Bad Kötzting. Auch damals habe ihm sein offensives Vorgehen nicht geschadet, sagt er heute.